Tarifwechsel prüfen

Lohnt sich eine PKV für Angestellte?

Jetzt teilen via
Susanne Schimke
19. August 2026
Titelbild Lohnt sich eine private Krankenversicherung für Angestellte?

Kurzantwort

Eine private Krankenversicherung (PKV) lohnt sich für Angestellte vor allem dann, wenn sie  

  • dauerhaft gut verdienen (über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 € brutto im Jahr 2026). 
  • jung und gesund sind.  
  • höhere medizinische Leistungen wünschen. 

Sie benötigen Unterstützung?

Unsere Experten bei KVoptimal unterstützen Sie dabei, die passende PKV für Ihre Bedürfnisse zu finden.

So sind 2026 die Bedingungen in der GKV für Angestellte 

Selbstständige und Beamte können jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln – egal, wie viel sie verdienen. Angestellte können nicht so einfach aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) austreten. Für sie gelten auch in 2026 klare Einkommensgrenzen: Nur, wer stabil mehr als ca. 6.450 € brutto im Monat verdient – das entspricht ca. 77.400 € Jahreseinkommen – kann sich 2026 privat krankenversichern. 

Angestellte müssen 2026 6.450 € brutto im Monat verdienen, um in die private Krankenversicherung zu wechseln 

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) – sie wird auch Versicherungspflichtgrenze genannt – wird jedes Jahr angepasst. Bereits 2026 müssen Angestellte 4,9 % mehr verdienen, um in die PKV zu wechseln als noch ein Jahr zuvor. Hinzu kommt, dass gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der GKV 2026 auf 69.750 € brutto im Jahr gestiegen ist, was den maximalen GKV-Beitrag erhöht. Gutverdienende zahlen 2026 auf einen größeren Teil ihres Bruttogehalts Sozialabgaben – konkret sind es 3.600 € bzw. 5,4 % mehr als 2025 – und haben netto weniger raus.

Durchschnitts- und Geringverdienende mit einem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze spüren keine direkten Änderungen durch die Anhebung, da ihr Gehalt ohnehin vollständig für die Beitragsberechnung herangezogen wird.

Titelbild Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) 2026

Was zählt zum Jahresarbeitsentgelt? Mit Checkliste.

Jetzt lesen →

Angestellte zahlen auf ihr Einkommen bis zum Betrag von 5.812 € Beiträge. Der Einkommensteil darüber ist beitragsfrei. 

Ein Angestellter, der mit 6.000 € monatlich zwischen Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, zahlt bereits den GKV-Höchstbeitrag, darf aber noch nicht in die PKV wechseln. Das ist ein Punkt, über den sich viele Betroffene ärgern. 

In 2027 werden weniger Angestellte in die PKV wechseln können 

Ab 2027 wird der Wechsel in die private Krankenversicherung für Angestellte nochmals spürbar schwerer. Grund dafür ist eine im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes beschlossene außerordentliche Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze um zusätzlich 3.600 € jährlich (300 € monatlich), die auf die reguläre jährliche Anpassung aufgeschlagen wird. Für letztere wird es erst im Herbst verlässliche Werte geben. Die vorliegende Prognose vom IGES-Institut geht für 2027 von einer Steigerung der Jahresarbeitsentgeltgrenze um 4,5 % aus. Zusammen mit der außerordentlichen Erhöhung der JAEG liegt sie bei rund 84.500 €.  

2027 müssen Angestellte rund 84.500 € brutto verdienen, um in die PKV zu wechseln.

Grafik Versicherungspflichtgrenze Entwicklung seit 2001

Angestellte müssen wegen der regulären und außerordentlichen Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze 2027 deutlich mehr verdienen, um sich frei zwischen PKV und GKV entscheiden zu können.

Das Einkommen sinkt – zurück in die Gesetzliche? 

Fällt das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt unter die gültige Grenze von 6.450 € brutto im Monat (Stand 2026), tritt automatisch wieder Versicherungspflicht in der GKV ein, sodass ein Wechsel möglich wird. Wichtig ist dabei, dass die Gehaltsminderung dauerhaft und nicht nur vorübergehend sein sollte, da einmalige Schwankungen oder befristete Änderungen in der Regel nicht ausreichen, um die Rückkehr zu ermöglichen. 

Angestellte, die trotz des sinkenden Einkommens privat versichert bleiben möchten, können bei einen Befreiungsantrag von der Versicherungspflicht stellen. Dieser Antrag muss meist innerhalb einer bestimmten Frist – in der Regel drei Monate nach Eintritt der Versicherungspflicht – gestellt werden, da die Befreiung sonst nicht mehr rückwirkend möglich ist.

Die Befreiung gilt allerdings dauerhaft: Wer sich einmal befreien lässt, kann später nicht mehr in die GKV zurückkehren, selbst wenn sich die Einkommenssituation erneut ändert. Deshalb sollte diese Entscheidung gut überlegt sein, idealerweise mit Blick auf Alter, Gesundheitszustand, künftige PKV-Beiträge und die Möglichkeit einer unabhängigen Beratung, bevor der Antrag gestellt wird.

Titelbild Titelbild Hilfe! Mein Einkommen sinkt unter die Einkommensgrenze

Das könnte Sie auch interessieren

Hilfe! Mein Einkommen sinkt unter die Einkommensgrenze

Was passiert, wenn das Einkommen unter die Einkommensgrenze fällt und wann Sie die PKV verlassen müssen.

Jetzt lesen →

Ist es in der PKV für Angestellte wirklich besser?

2026 gab es in der privaten Krankenversicherung eine der stärksten Beitragserhöhungen der letzten Jahre. im Schnitt stiegen die Beiträge zu Jahresbeginn um 13 %. Das betraf mit rund 60 % die Mehrheit der Privatversicherten. Dennoch hat die PKV was die Entwicklung der Kosten anbelangt die Nase vor. Über die vergangenen zwanzig Jahre sind die PKV-Beiträge im Schnitt nur um 3,4 % gestiegen, während im gleichen Zeitraum die gesetzlich Versicherten durchschnittlich 3,9 % jährlich mehr zahlten. 

Ob die PKV auch abseits der Kosten die bessere Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt vom Einkommen, Alter, Gesundheitszustand, der Familiensituation und den gewünschten Leistungen ab. 

GKV und PKV für Angestellte: Ein Vergleich 

* Dieser Betrag ergibt sich aus der Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 5.812,50 €, dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % 

Sollen Angestellte sich besser gesetzlich oder privat krankenversichern? 

Auf die Frage, welche Krankenversicherung besser ist, die GKV oder PKV, kann es keine pauschale Antwort geben. Die Antwort hängt stark von Alter, Einkommen, Familienstand und Risikobereitschaft abhängt. Zur Orientierung folgen hier ein paar Überlegungen:

 Klarer Vorteil PKV  Klarer Vorteil GKV  
Beitragskosten   Der PKV-Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, nicht nach Einkommen.   Für junge, gesunde Angestellte mit hohem Gehalt kann der Einstiegsbeitrag deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag liegen   PKV-Einstiegstarife: ab 300 € GKV-Höchstbeitrag: 648 € Beitrag ist einkommensunabhängig  Wer im Ruhestand oder bei Jobverlust weniger verdient, zahlt auch weniger Beitrag, da dieser mit dem Einkommen sinkt. 
Leistungsumfang  Häufig bessere Leistungen möglich (Einzelzimmer, Chefarztbehandlung, höhere Erstattungen bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz, Erstattung von alternativen Heilmethoden, künstlicher Befruchtung. kürzere Wartezeiten, freiere Arzt-/Facharztwahl, teils schnellerer Zugang zu neuen Behandlungsmethoden).  Beitragsfreie Familienmitversicherung  In der GKV sind Ehe- oder Lebenspartner bzw. -partnerinnen ohne eigenes Einkommen und Kinder beitragsfrei mitversichert.  Für Angestellte mit Familienplanung kann das ein erheblicher Kostenfaktor sein. In der PKV braucht jede Person einen eigenen, altersabhängig kalkulierten Vertrag.  
Beitragsstabilisierung im Alter ist eingebaut  Für stabile PKV-Beiträge im Alter greifen verschiedene Sicherungsmechanismen: – Altersrückstellungen,  – der gesetzliche 10-%-Zuschlag bis 60 – optionale Beitragsentlastungstarife – Zuschuss der gesetzlichen Rentenversicherung im Ruhestand (2026 gibt es rund 8,75 % der Bruttorente gedeckelt auf 50 % des tatsächlichen Beitrags).  Keine Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluss  Die gesetzlichen Krankenversicherungen müssen alle Anträge unabhängig vom Gesundheitszustand annehmen, sofern die allgemeinen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind  Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder – selten – zur Ablehnung führen.  
Beitragsentwicklung  Beiträge steigen im Schnitt geringer an als in der GKV  Jährliche Beitragssteigerung von 2006 bis 2026  PKV 3,4 % GKV 3,9 %   
Flexible Tarifwahl  Anders als in der GKV mit zu ca. 98 % einheitlichem Leistungskatalog gibt es in der PKV allein bei einem Anbieter hunderte Tarife, die im Baukastenprinzip aufgebaut und erweitert werden können   

Für diese Angestellte ist die PKV besonders attraktiv 

  • Junge, gesunde Angestellte mit stabil hohem Einkommen oberhalb der Pflichtgrenze 
  • Kinderlose oder Doppelverdiener-Paare ohne Kinderwunsch 
  • Personen, die bewusst in Beitragsentlastung fürs Alter investieren wollen und das auch finanziell durchhalten 

Für diese Angestellte kann die GKV geeigneter sein  

  • Angestellte mit Familienplanung (wegen kostenloser Familienversicherung in der GKV)  
  • Menschen mit Vorerkrankungen oder unsicherer Gesundheitsprognose  
  • Personen mit schwankendem oder unsicherem Einkommen (Selbstständigkeit als Option später, Jobwechsel-Risiko)  
  • Wer sich eine spätere Rückkehr in die GKV offenhalten möchte 

In Zahlen: Lohnt sich eine private Krankenversicherung für Angestellte? 

Rechnen Sie am besten selbst! Vergleichen Sie das, was Sie bisher an die gesetzliche Krankenversicherung zahlen (2026 sind das maximal 648 €) und dafür erhalten mit dem, was Sie in der PKV bezahlen würden: 

Die folgende Übersicht bietet einen guten Orientierungsrahmen, jedoch keine verbindlichen Beitragshöhen:

Quellen: versicherungsmakler.ac & pkv-welt.de

Es handelt sich um Durchschnittswerte für eine grobe Orientierung. Um konkrete Monatsbeiträge für einzelne Versicherte zu kalkulieren, werden das Alter, individuelle Leistungen und Risiken wie z. B. Rauchen, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Allergien, Therapien in den letzten 10 Jahren zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses berücksichtigt. Aussagekräftige Werte erhält man mit einem Tarifvergleich oder einer Beratung durch ungebundene Fachleute, die ohne Provision beraten.

Titelbild Was kostet eine PKV für Angestellte im öffentlichen Dienst?

Das könnte Sie auch interessieren

Was kostet eine PKV für Angestellte im öffentlichen Dienst?

Öffentlicher Dienst und PKV passen gut zusammen – umfangreich und günstig versichern.

Jetzt lesen →

Verbindliche Beitragsangebote über eine anonymisierte Risikovoranfrage  

Eine anonymisierte Risikovoranfrage ermöglicht es Versicherten, vorab und ohne Preisgabe ihrer Identität zu klären, ob eine private Krankenversicherung bereit ist, sie zu vertretbaren Konditionen zu versichern. Das schafft gerade bei Vorerkrankungen wertvolle Orientierung und bei ausreichend detaillierten und korrekten Informationen Planungssicherheit, da sich Betroffene auf die genannten Konditionen tatsächlich verlassen können, sobald der Vollantrag gestellt wird.

Weitere interessante Beiträge

Weitere interessante Inhalte