Deutliche Beitragserhöhung DKV im Frühjahr 2017?

Die zweitgrößte private Krankenversicherung plant womöglich zum 01.04.2017 die Beiträge ihrer Versicherten deutlich zu erhöhen. Aus vertraulicher Quelle seitens der DKV (Deutsche Krankenversicherung) ist ein kleines Horrorszenario für die Versicherten zu hören.

 

Viele Faktoren führen zu Erhöhungen

Das Jahr 2016 endete für viele PKV-Kunden mit einem Schock. Verschiedene Faktoren führten zu branchenweiten Beitragserhöhungen. Die Absenkung des Rechnungszinses (Niedrigszinsphase), eine veränderte Sterbetafel (alternde Bevölkerung) oder schlicht die permanent steigenden Gesundheitskosten führten teilweise zu dreistelligen Beitragssprüngen.

Wer im Dezember 2016 von einer PKV-Beitragserhöhung verschont blieb, wurde trotzdem durch die Neugestaltung der sozialen Pflegeversicherung (Pflegstärkungsgesetz) zu Kasse gebeten. Auch wenn die Beitragserhöhungen moderat ausfielen (ca .4 bis 12 Euro Mehrbeitrag), wurden dadurch alle PKV-Kunden belastet.

 

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Eigentlich war damit zu rechnen, nachdem der Markt in 2016 eine scharfe Korrektur der Beiträge vorgenommen hat, dass endlich Ruhe einkehrt. Tarife aus dem günstigen Preissegment wurden auf ein ordentliches Beitragsniveau gebracht. Bereits im April 2016 hatte die DKV viele Tarife teilweise drastisch (mehr als 150 Euro monatlich) erhöht. 

 

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Die BestMed BM Tarife existieren in verschiedenen Varianten. Die häufigsten Tarife haben 400 bis 1.600 Euro Selbstbehalt. Diese Tarife zählen zu den neue Welt Tarife und waren vom 01.01.2009 bis zum 21.12.2013 im Verkauf. BestMed 1 und 2 wurden nur wenig verkauft. Die Haupttarife tragen folgende Bezeichnung:

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Beitragserhöhung 2017 soll angeblich bereits seit Juli 2016 feststehen

Besonders pikant ist, dass wohl fast alle DKV-Tarife zum April 2017 erhöht werden. Und die BestMed Reihe soll insbesondere in den Tarifvarianten BM4 und BM5 (Selbstbeteiligungsklassen 1, 2 ,3 und 4) ansteigen. Ein Versicherer muss, wenn bestimmte Faktoren eintreten, die Beiträge erhöhen. Die gesetzlichen Vorschriften sind eindeutig. Dennoch wäre die Wirkung in der Öffentlichkeit brachial. Schon deshalb, weil zwei gravierende Beitragserhöhungen infolge stark an der Glaubwürdigkeit der Beitragskalkulation zweifeln lassen. Immerhin hat die Deutsche Krankenversicherung fast 10% der PKV-Versicherten im Bestand. Wirklich niemand hätte für eine weitere Schockwelle Verständnis.

 

Bundestagswahl steht vor der Tür

Natürlich wird eine deutliche Beitragserhöhung fünf Monate vor der Bundestagswahl enorme politische Wellen schlagen. Die DKV-Verantwortlichen müssten die Auswirkungen abschätzen können. Laut Map-Report verliert die DKV fast jährlich Kunden. Waren im Jahr 2009 noch 911.000 vollversicherte Kunden bei der DKV versichert, sank die Zahl bis 2015 auf 814.000 Kunden. Dazu steigen die Kosten im Gesundheitswesen. Der Neukundenzuwachs verringert sich, der Bestand wird immer älter und lebt länger.

Hat die DKV bereits mit dem PKV-Thema abgeschlossen? Wir wissen es nicht. Wir wissen auch nicht ob es tatsächlich diese Erhöhungen geben wird. Die Anzeichen sind da. Warten wir ab, ob im Februar 2017 die gefürchteten Schreiben versendet werden. Für Kunden gilt: ruhig bleiben. Die DKV bietet über 600 Tarifkombinationen an. Bei einem Tarifwechsel gilt es Fallstricke zu kennen und vorzubeugen.