Erneut zweistellige Beitragserhöhung der DKV zum 01.04.2018

Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) beginnt das Jahr 2018 mit einer Beitragserhöhung. Nach ersten Sichtungen sind Unisextarife betroffen und die Erhöhung wird im zweistelligen Bereich liegen.

 

Beitragserhöhung DKV zum 01.04.2017


Die DKV bietet seit Einführung der Unisextarife (21.12.2012) nur noch zwei Tariflinien an. Dabei wird ein Einsteigersegment (Linie BME) und ein Hochleistungsbereich (Linie BMK) unterschieden. Wie gerade bekannt wird, wird die DKV das Tarifsegment der Hochleistungstarife anpassen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Eine Tarif-Variante der Hochleistungstarife wird wohl beitragsstabil bleiben. Wie bei jeder Beitragserhöhung muss zwischen Bestands- und Neukunden unterschieden werden. Für Neukunden liegen noch keine Werte vor, eine Veränderung der Beiträge ist aber zu erwarten. Bisher ist die DKV im Bestand aktiv und versucht die Beitragserhöhung durch aktive Tarifumstellung abzumildern. 

Bisher sind folgende Werte bekannt.


• BMK 0 – ohne Selbstbehalt – keine Beitragserhöhung für Bestandskunden.
• BMK 1 – 400 Euro Selbstbehalt – Ungefähr 50 Euro Erhöhung für Bestandskunden
• BMK 2 - 800 Euro Selbstbehalt – Ungefähr 50 Euro Erhöhung für Bestandskunden
• BMK 3 – 1.600 Euro Selbstbehalt – Ungefähr 70 Euro Erhöhung für Bestandskunden

Diese Werte sind Richtwerte und können teilweise erheblich abweichen oder positiv wie negativ schwanken. Der Selbstbehalt wird wohl nicht verändert. Im Vorgänger-Tarif BM4 wurden 2017 auch die Selbstbehalte verändert. Der Tarif BMK 0 wurde erst 2017 (zum 01.04.2017) erhöht und ist demnach dieses Jahr beitragsstabil. Es handelt sich bei diesen Tarifen um Unisex-Tarife. Es ist noch nicht öffentlich bekannt, ob auch Bisxtarife angepasst werden. 

 

Exkurs für PKV-Kunden: Das Wort Beitragsstabilität ist eine Wortschöpfung, welche an sich keinen Sinn ergibt. Es gibt keine Güter, welche über Jahrzehnte immer den gleichen Preis kosten. Gehälter steigen, Aktienwerte steigen, Technik entwickelt sich, Beiträge in der PKV steigen. Als PKV-Kunde sollten Sie mit jährlich 15 Euro Beitragssteigerungen rechnen. Der beste Weg ist es, dem Versicherer treu zu bleiben, Tarife bei Bedarf zu wechseln und die Steigerungen in die Altersvorsorge einzuplanen. Wenn Ihr Versicherungsvertreter Beitragsstabilität prognostiziert, ist es an der Zeit, den Vertreter zu wechseln

 

Risikozuschläge als Turbo für Beitragssteigerungen


Ausschlaggebend für die Höhe der Beitragsanpassung ist unter anderem die Versicherungsdauer, der gewählte Tarif und die Tatsache, ob Risikozuschläge im Tarif vereinbart sind. Risikozuschläge spielen eine besondere Rolle bei Beitragserhöhungen. Der Versicherer ist berichtigt (VVG, § 203, Abs. 2), den Zuschlag bei einer Beitragserhöhung ebenfalls zu erhöhen. Deswegen wirken Zuschläge beschleunigend, wenn es um Beitragssteigerungen geht. Alle drei Versicherungsjahre sollten Zuschläge durch fachkundige Berater überprüft werden. Der Versicherungsnehmer ist berechtigt (VVV, § 41), den Zuschlag prüfen und ggf. herabsetzen zu lassen. Der Schriftverkehr ist mit unter recht aufwendig und umfangreich. Hartnäckigkeit zahlt sich aber häufig aus.

 

Steuervorteile ausnutzen


Für BMK 1 Kunden kann es lohnenswert sein, in den BMK 0 Tarif zu wechseln. Gerade für Arbeitnehmer mit höheren Steuersätzen lohnt sich der Mehrbeitrag. Durch das Beitragsentlastungsgesetz (BEG) und durch den Arbeitgeberzuschuss sollte der Mehrbeitrag nicht spürbar. Zumal zeitgleich noch 400 Euro Selbstbehalt entfällt und die Beitragsrückerstattung auf 1.500 Euro jährlich steigt.

Mehr dazu in unserem Beitrag: Welche steuerfreien Zuschüsse zur PKV bekomme ich?

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