Tarifwechsel prüfen

Gothaer Versicherung erhöht PKV Beiträge 2026

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Anja Glorius
2. Oktober 2025
Das müssen Sie über die PKV Beitragserhöhung der Gothaer wissen

Viele Versicherte der Gothaer private Krankenversicherung müssen zum 01.01.2026 mit höheren PKV-Beiträgen rechnen. Auch, nachdem die Gothaer mit der Barmenia kürzlich zur Barmenia.Gothaer Finanzholding AG – kurz BarmeniaGothaer – fusionierte, bleibt die PKV-Sparte als Gothaer Krankenversicherung AG bestehen. Bereits überwiegend bekannt sind geplante Beitragsanpassungen für das PKV-Neugeschäft – mögliche Änderungen bei den Bestands- und Bisex-Tarifen folgen erfahrungsgemäß später. Was das für Sie und ihren Tarif bei der Gothaer bedeutet und wie Sie Ihre Beiträge dennoch möglichst stabil halten können, erfahren Sie hier.

Diese Gothaer-Tarife sind 2026 im PKV-Neugeschäft betroffen

Hinweis: Die individuelle Höhe der Beitragsanpassung hängt von Alter, Eintrittsjahr und gewähltem Leistungsumfang ab. Die folgende Übersicht gibt die Vorabinformation wieder, konkrete Prozentwerte je Alterskohorte liefern wir nach, sobald sie offiziell bekannt werden.

Gothaer – Vollkostenversicherung

TarifKinderJugendlicheErwachsene

MAX 1

2 %13 %10–12 %

MAX 2

17 %14 %12-14 %

MediComfort

17 %17 %8 %

MediCompact Plus 240

19 %16 %13-15 %

MediCompact Plus 480

21 %18 %14-16 %

MediCompact Premium 1440

25 %20 %16-17 %

MediCompact Premium 240

19 %16 %14-15 %

MediCompact Premium 480

21 %17 %14-15 %

MediCompact Premium 960

23 %19 %15-16 %
MediHealth Prime30 %25 %11-19 %

MediMPlus

0 %0 %−4 % bis +2 %

MediNatura P

20 %26 %18–19 %

MediStart 1 BO

13 %13 %14 %

MediStart 1 SB

18 %18 %15-16 %

MediVita 250

16 %17 %12–13 %

MediVita 500

20 %17 %15–17 %

MediVita Z 70

25 %25 % 0 %

MediVita Z 90

25 %25 %0 %

Stand: 11.2025

Bestandserhöhungen – Überblick über die aktuellen Anpassungen

Die folgenden Angaben basieren auf realen Bestandsfällen aus unterschiedlichen Alters- und Tarifgruppen. Es handelt sich dabei um partielle Erhöhungsdarstellungen, die einen repräsentativen Einblick, jedoch keinen vollständigen Querschnitt aller Anpassungen geben.

Die tatsächliche Beitragshöhe hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der Vorversicherungszeit, dem Eintrittsalter, individuellen Tarifkombinationen sowie möglichen Risikozuschlägen oder Nachlässen.

Beitragsanpassungen nach Tarifen (PKV)

TarifErhöhung in € (Spanne)Erhöhung in % (Spanne)
MediVita 50085,19 – 135,54 €+11,40 % – +18,85 %
MediVita 25098,91 €+9,60 %
MediStart 1 SB88,34 – 103,26 €+15,80 % – +16,71 %
MediCompact Plus 480110,89 €+12,44 %
MAX 2119,74 – 125,67 €+16,55 % – +17,71 %

Diese Werte zeigen, dass sich die größten Steigerungen insbesondere in den Klassik-Tarifen wie MAX 2 sowie in den älteren MediVita-Varianten zeigen.
Neuere Tarifserien wie MediCompact Plus bewegen sich dagegen im mittleren Anpassungsbereich.

Hinweis zur Pflegepflichtversicherung (PVN / PPV)
Auch die Beiträge der privaten Pflegepflichtversicherung wurden branchenweit angepasst.
Im Durchschnitt liegen die Erhöhungen zwischen 5 % und 30 %, was einem durchschnittlichen Mehrbeitrag von rund 24 € monatlich entspricht.
Diese Anpassung gilt unabhängig vom gewählten Haupttarif und wurde durch den PKV-Verband einheitlich für alle Versicherer festgelegt.

Warum erhöht die Gothaer 2026 die PKV-Beiträge?

Die privaten Krankenversicherungen dürfen über Beitragsanpassungen nicht frei entscheiden. Vielmehr dürfen sie die Beiträge erst dann erhöhen, wenn sogenannte „auslösende Faktoren“, also gesetzlich definierte Schwellenwerte, dauerhaft überschritten werden. Diese betreffen vor allem Abweichungen von den prognostizierten Leistungsausgaben und der angenommenen Sterblichkeit. 

Standardmäßig liegt der Schwellenwert für Beitragsanpassungen bei 10 Prozent. Je nach Tarifbedingungen kann aber auch die reduzierte Grenze von 5 Prozent herangezogen werden. Hier muss die Versicherung die Prämie in den betreffenden Tarifen überprüfen und – falls erforderlich – anpassen. Die Entscheidung, ob ein Tarif bei 5 oder 10 Prozent überprüft bzw. ggf. erhöht wird, erklärt übrigens, warum PKV-Beitragserhöhungen manchmal gebündelt auftreten und in einzelnen Jahren deutlich höher ausfallen können.

Darum kommt es zu Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung

  • medizinische Inflation (teure Medikamente, neue Therapien)
  • steigende Lebenserwartung und damit längere Versicherungs- und Leistungsdauer
  • niedriges Zinsniveau bzw. Rechnungszins bewirken folglich geringere Kapitalerträge aus den Alterungsrückstellungen

Anhand der folgenden Grafik mit der Beitragsentwicklung bei der Gothaer in den letzten Jahren, lässt sich ablesen, dass PKV-Beiträge nur eine Richtung kennen: nach oben. Das liegt allein schon in der Inflation begründet, die es in den vergangenen Jahren auf Rekordwerte schaffte. Für einige Versicherte bei der Gothaer steht 2026 eine Beitragserhöhung an – teilweise in Folge oder die nächste innerhalb weniger Jahre:

Quelle: psp-online

Warum kommt es zu Beitragssprüngen bzw. wie funktioniert der Bündelungseffekt?

  • Liegt der bei der Prüfung festgestellte Anpassungsbedarf in einem Jahr unter 5 Prozent (bei Tarifen mit dieser Vorgabe), darf dieser normalerweise nicht erhöht werden. Bleiben zwei Jahre hintereinander unverändert und beträgt der Bedarf im dritten Jahr z. B. 6 Prozent, dann darf bzw. muss die Gothaer diesen Tarif anpassen. Die Anpassung muss die in den Vorjahren „vermiedene“ Steigerung ausgleichen, weshalb eine einmalige Erhöhung zweistellig ausfallen kann („Bündelungseffekt“). 
  • Ein Beispiel: 4 % + 4 % + 6 % ergeben kumuliert rund +14 %. 

Wann besteht eine Pflicht zur Beitragsanpassung?

  • Der Gesetzgeber regelt, dass eine Beitragsanpassung spätestens bei einer Abweichung im Betrachtungsjahr um 10 Prozent erfolgen muss – falls vereinbart, kann in Tarifen der vertragliche 5 %-„Trigger“ gelten. Zusätzlich muss die Abweichung als nicht vorübergehend eingeschätzt werden. Dann muss die Gothaer reagieren und die Beiträge anpassen.

Was können Gothaer-Versicherte jetzt tun?

Eine Beitragserhöhung müssen Sie nicht einfach hinnehmen – schon gar nicht über mehrere Jahre in Folge. Abhängig vom gewählten Tarif und der Versicherung gibt es mehrere Optionen.

1) Interner PKV-Tarifwechsel nach § 204 VVG

Ein interner PKV-Tarifwechsel nach § 204 VVG ist nicht nur der pragmatischste Weg, sondern aus unserer Sicht auch der erfolgversprechendste. Da man bei diesem Wechsel in einen anderen Tarif bei der Gothaer nicht die Krankenversicherung wechselt, ergeben sich wichtige Kontinuitätsvorteile: 

  • Altersrückstellungen bleiben vollständig erhalten 
  • die Versicherungsdauer läuft weiter 
  • bereits erworbene leistungsfreie Jahre bzw. vertragliche Rechte bleiben bestehen
  • eine Gesundheitsprüfung ist nur für Mehrleistungen erforderlich

Solange die Leistungen im neuen Tarif gleich sind, wird keine Gesundheitsprüfung nötig. Erst für Mehrleistungen bzw. Leistungsverbesserungen kann die Gothaer Risikozuschläge erheben oder Leistungen ausschließen. Versicherte können im Prinzip zu allen Tarifserien der Gothaer wechseln, häufig auch in geschlossene Tarife, die für Neukunden nicht mehr wählbar sind.

Die Vorteile des PKV-Tarifwechsels im Überblick

  • Die Beiträge können durchschnittlich um 43 % ohne Anbieterwechsel und ohne neue Abschlusskosten gesenkt werden
  • Die Altersrückstellungen bleiben vollständig erhalten, die Versicherungsdauer und erworbenen Rechte wie Wartezeiten bestehen weiterhin
  • Bei gleichwertigen Leistungen entfällt die Gesundheitsprüfung (bei Mehrleistungen werden auch nur diese geprüft)
  • Zugang zu geschlossenen Alt-Tarifen möglich
  • Feines Leistungs-Tuning möglich in den Bereichen stationär, ambulant, Zahn, Selbstbehalt etc.
  • Jederzeit zum Monatsersten des Folgemonats möglich
  • Bei einem Wechsel mit KVOptimal.de: Transparenz durch saubere Gegenüberstellung „Alt vs. Neu“ mit klarer Netto-Ersparnis

Wichtig zu wissen: Für Mehrleistungen kann eine Gesundheitsprüfung bzw. ein Zusatzbeitrag erforderlich werden. Risikozuschläge wegen Leistungsverbesserungen können mit einem Mehrleistungsausschluss abgewendet werden. Leistungskürzungen sollten jedoch immer sorgfältig abgewogen werden. Am besten priorisiert man vorab sauber nach Must-haves und Nice-to-haves. 

Ein PKV-Tarifwechsel innerhalb der Gothaer ist häufig der beste Weg, um Beiträge zu senken und Leistungen sinnvoll zu ordnen.

2) Selbstbehalt anpassen

Auch ein höherer Selbstbehalt senkt den Monatsbeitrag sofort spürbar. Diese Maßnahme ist für alle ideal, die selten krank sind bzw. Leistungen einreichen und kleinere Arztrechnungen problemlos selbst zahlen können. 

Dennoch ist auch der Selbstbehalt nicht ohne Fallstricke und für alle gleichermaßen geeignet. Ein höherer Selbstbehalt rechnet sich nur, wenn die zu erwartenden Eigenkosten unter der jährlichen Beitragsersparnis bleiben. Angestellte sollten außerdem einkalkulieren, dass ein niedrigerer PKV-Beitrag zwar auch den Arbeitgeberzuschuss reduziert, sie aber den nun höheren Selbstbehalt allein tragen. Auch steuerlich gibt es etwas zu beachten, damit man nicht am Ende draufzahlt: Während die PKV-Beiträge steuerlich absetzbar sind, ist es der Selbstbehalt häufig nicht. 

Vorteile bei der Erhöhung des Selbstbehalts

  • sofortige Beitragssenkung 
  • einfache Umsetzung

Hinweis: Bei Angestellten verringert sich der AG-Zuschuss, weshalb Sie den Selbstbehalt nur dann erhöhen sollten, wenn die erwarteten Eigenkosten < Ersparnis p. a. betragen.

Unser Tipp:  Lassen Sie sich 1–2 Szenarien (mit/ohne Einreichen von Rechnungen) durchrechnen, um über eine Erhöhung des Selbstbehalts zu entscheiden.

3) Leistungen gezielt justieren

Ganz ohne Wechsel lassen sich die Leistungen Ihres PKV-Tarifes im bestimmten Umfang optimieren. Das läuft weniger auf Verzicht heraus, sondern darauf, einen Gesundheitsschutz zu gestalten, der zu Ihrem „Nutzungsprofil“ passt. Während manche Leistungsbereiche wie freie Arztwahl vs. Primärarztprinzip, Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Heilpraktikerleistungen nicht für alle wichtig sind und entfallen können, gibt es andere wie Hospiz- und Palliativleistungen, Rehabilitationsmaßnahmen, Anschlussheilbehandlung sowie implantologische Leistungen beim Zahnersatz, die im Basisschutz unbedingt erhalten bleiben sollten.

4) Beitragsentlastungstarif (BET) nutzen

Der Beitragsentlastungstarif ist eine Art zusätzliche Altersvorsorge. Hier zahlen Sie einen Zusatzbeitrag, der Ihre Beitragshöhe im Ruhestand reduziert. Für Angestellte ist ein BET-Tarif besonders attraktiv, da die Beiträge meist wie der PKV-Beitrag bis zur Höchstgrenze vom Arbeitgeber zur Hälfte bezuschusst wird. Zudem ist er grundsätzlich steuerlich absetzbar, was die effektive Mehrbelastung durch den BET-Tarif deutlich günstiger macht. 

Vorteile des Zusatzbeitrags BET

  • garantierte Entlastung im Rentenalter
  • AG-Zuschuss möglich
  • steuerlich begünstigt

Wichtig: Sie sollten die passende (finanzierbare) Höhe finden und darauf achten, dass der Vertrag flexible Regeln zur Anpassung/Beendigung und ggf. zur Beitragsbefreiung bei bestimmten Ereignissen bietet.

Unser Tipp: Lassen Sie sich das Szenario mit BET-Tarif samt Zuschuss/Steuern im Vergleich zur erwarteten Ruhestandsprämie durchrechnen.

5) Den Wechsel Ihrer privaten Krankenversicherung sorgfältig prüfen

Hier ist höchste Sorgfalt gefragt! Der Wechsel der privaten Krankenversicherung ist durchaus heikel. Ein Vertrag, der auf ein Leben lang ausgerichtet ist und in den Altersrückstellungen und Zuschläge für geringere Beiträge im Alter eingezahlt werden, kann im Falle einer Kündigung sehr schnell zu deutlichen finanziellen Nachteilen führen.

Grundsätzlich kann ein Anbieterwechsel in der PKV sinnvoll sein, weil die Leistungen bei einem anderen Versicherer besser passen. Gerade für Versicherte mit erst wenigen Versicherungsjahren kann eine Kündigung und der Wechsel des Versicherers eine Option sein.

Der Fakt, dass eine Gesundheitsprüfung mögliche Risikozuschläge und Ausschlüsse mit sich bringen kann und Alterungsrückstellungen nur teilweise – wenn überhaupt – übertragen  werden können, macht den PKV-Wechsel für viele, wenn nicht sogar die Mehrheit jedoch unattraktiv.

Unser Tipp: Erst interne Optionen ausschöpfen, dann neutral zwei bis drei Angebote vergleichen mit Fokus auf Netto-Gesamtkosten, Übertragungswerten (Altersrückstellungen), Leistungsdetails und Stabilität.

Möchten Sie Ihre PKV kündigen? Hier ein Musterschreiben

Risiken bei einer Kündigung und Wechsel der PKV

  • Gesundheitsprüfung kann zu Zuschlägen und Leistungsausschlüssen führen
  • Altersrückstellungen können nur teilweise oder gar nicht mitgenommen werden

6) Erhöhung formal prüfen lassen

In den vergangenen Jahren wurde über unwirksame Beitragserhöhungen in der PKV medial viel berichtet. Tatsächlich können formelle Fehler eine Beitragserhöhung unwirksam machen bzw. Nachberechnungen und Rückerstattungen zur Folge haben. Darauf können Sie achten:

  • Die Erhöhung muss durch die Krankenkasse förmlich und inhaltlich korrekt begründet sein
  • Fristen aus dem Schreiben des Versicherers beachten, Unterlagen vollständig prüfen lassen.
  • Häufig ist eine juristische Vertretung nötig, um eine Rückforderung zu erhalten. In Anbetracht der Kosten des Rechtsweges sollte jedoch abgewogen werden, ob sich der finanzielle Aufwand lohnt.

Kostenloser Quick-Check Ihrer privaten Krankenversicherung zur Gothaer-Beitragserhöhung

Die angekündigten PKV-Beitragsanpassungen bei der Gothaer sorgen bei vielen Versicherten für Ärger bis hin zu finanzieller Not: Soll ich bleiben, wechseln oder den Selbstbehalt anpassen?

Als Entscheidungshilfe nutzen Sie gern unsere kompakte Checkliste zur Gothaer Beitragserhöhung.

Checkliste: Gothaer-Beitragserhöhung – Ihr persönlicher PKV-Quick-Check

So verwenden Sie die PKV-Checkliste

  1. Oben Name, Beitrag (EUR/Monat), Versicherungsdauer (Jahre), Alter eintragen.
  2. Die 9 Aussagen mit Ja/Nein abhaken – bei Bedarf kurze Notizen ergänzen.
  3. Ergebnis prüfen: ≥ 3× „Ja“ → Formular absenden.

Was passiert danach?

  • Wir prüfen Ihre Situation individuell:
    • interne Tarifalternativen (inkl. geschlossener Alt-Tarife),
    • sinnvolle Selbstbehalts-/Leistungsanpassungen,
    • Beitragsentlastungstarif,
    • ggf. externe Angebote (mit Übertragungswert)
    • und die formale Wirksamkeit der Erhöhung.
  • Sie erhalten eine klare Handlungsempfehlung mit Zahlen, Fristen und dem nächsten Schritt.

Unser Tipp: Laden Sie zusätzlich das Erhöhungsschreiben und die letzte Beitragsübersicht Ihrer Krankenversicherung hoch – das beschleunigt die Prüfung.

FAQ – Gothaer Beitragserhöhung 2026 

Kommt 2026 eine Beitragserhöhung bei der Gothaer?

Da die Gothaer private Krankenversicherung wie alle anderen Anbieter jedes Jahr alle Tarife auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen muss, werden auch 2026 in einzelnen Tarifen Anpassungen notwendig. Ausschlaggebend für Beitragserhöhungen sind auslösende Faktoren, also wenn gesetzlich definierte Schwellenwerte z. B. bei der Lebenserwartung oder bei den Leistungsausgaben im bestimmten Maße übertroffen werden.

Was kann ich tun, wenn ich die höhere Prämie kurzfristig nicht zahlen kann?

Es gibt verschiedene Optionen, kurzfristig auf eine Beitragserhöhung zu reagieren. Der interne Tarifwechsel in einen günstigeren Tarif bei der Gothaer oder eine Tarifoptimierung ohne Wechsel durch eine Erhöhung des Selbstbehalts gehören dazu. Sie können meist unkompliziert und schnell realisiert werden.

Kann ich intern wechseln – auch ohne Gesundheitsprüfung?

Ja, das geht. Voraussetzung ist, dass die Gothaer einen passenden Tarif für einen internen Wechsel bietet und dass dieser Leistungen auf gleichem Niveau bietet. Eine Gesundheitsprüfung wird in der Regel nur dann nötig, wenn der neue Tarif mehr Leistungen bietet. In dem Fall wird auch nur für diesen Teil geprüft – alternativ lassen sich diese Leistungen ggf. ausschließen.

Kann ich den Selbstbehalt mitten im Jahr anpassen?

Der Selbstbehalt lässt sich meist flexibel auch unterjährig anpassen, wobei eine Erhöhung unkomplizierter umsetzbar ist als eine Reduzierung. Der beste Zeitpunkt ist der Jahresbeginn, der – für diese Frage tatsächlich zeitlich vorteilhaft – auch mit der Beitragserhöhung 2026 bei der Gothaer zusammenfällt.

Wie gehe ich konkret vor, damit bei der Reaktion auf die Erhöhung nichts schiefgeht?

Die erfahrungsgemäß größte Ersparnis bringt ein interner Tarifwechsel.

Wie läuft ein interner Tarifwechsel konkret mit Tarifwechselprofis ab?

1. Ist-Analyse: aktueller Tarif, Beitrag, Selbstbehalt, Leistungsnutzung, Beitragsrückerstattung, AG-Zuschuss.
2. Zielbild festlegen: Beitrag senken, Leistungsniveau halten (gleichwertig) oder gezielt justieren.
3. Recherche & Vergleich: offene und geschlossene Alt-Tarife prüfen; gleichwertige Varianten bevorzugen (meist ohne Gesundheitsprüfung).
4. Detail-Check: GOÄ/Honorare, Reha/AHB, Hilfsmittel, Psychotherapie, Zahn, Transport; Fallstricke (Wartezeiten, Summenlimits) ausschließen.
5. Umsetzung & Fristen: Wechsel erklären lassen, Nachträge prüfen, Arbeitgeber/Beihilfe informieren.
Hinweis: Bei Mehrleistungen kann eine Risikoprüfung bzw. ein Zuschlag anfallen; bei gleichwertigen Leistungen gibt es in der Regel keine Gesundheitsprüfung (§ 204 VVG).

Lohnt es sich, für die Beitragsrückerstattung (BRE) keine Rechnungen einzureichen?

Das kommt darauf an. Mit der Option Beitragsrückerstattung wettet man ja im Prinzip darauf, besonders gesund durch ein Jahr zu kommen. Ein Unfall und plötzliche ernsthafte Erkrankungen können hier einen Strich durch die Rechnung machen, da die Beitragsrückerstattung dann nicht mehr ausgezahlt wird, sobald in einem Jahr Rechnungen eingereicht werden (Ausnahmen: Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen). Rechnungen zurückzuhalten, lohnt sich daher meist nur bei kleineren Beträgen, zumal die Beitragsrückerstattung in der Steuererklärung angegeben werden müssen und mit den gezahlten steuermindernden Beiträgen verrechnet werden.

Kann ich prüfen lassen, ob die Erhöhung formal korrekt ist?

Bei Formfehlern sind Nachberechnungen bzw. Rückerstattungen möglich. Zur Prüfung kann man im ersten Schritt die Änderungsmitteilung des Versicherers sowie die Einhaltung von Fristen prüfen. Für den Rechtsweg ist eine juristische Vertretung unbedingt erforderlich. Er sollte wegen der hohen Kosten jedoch sorgfältig abgewogen werden.

Können bestehende Risikozuschläge später reduziert oder gestrichen werden?

Unter Umständen ja. Es kann z. B. bei bestimmten und nachweislich überwundenen und erfolgreich therapierten Gesundheitsrisiken wie Rückenleiden durchaus sinnvoll sein, eine Reduzierung bzw. Entfernung des Risikozuschlags zu beantragen.

Gibt es eine Frist oder ein Zeitfenster speziell für den internen Tarifwechsel?

Der interne Tarifwechsel ist laut § 204 Versicherungsvertragsgesetz in der Regel zum Ersten des Folgemonats möglich.

Ist eine Rückkehr in die GKV für mich eine Option – und unter welchen Voraussetzungen?

Der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist unter folgenden Bedingungen möglich:
– zu Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung
– beim Eintritt ins Berufsleben, beispielsweise nach dem Studium
– beim Wechsel in ein Angestelltenverhältnis 
– wenn durch Jobwechsel, Teilzeittätigkeit etc. das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt
– Für Versicherte ab 55 Jahre gilt zusätzlich: Sie können nur wechseln, wenn sie in den vergangenen fünf Jahren mindestens zweieinhalb Jahre gesetzlich versichert waren.

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