Privatversicherte der Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung (R+V) können 2023 wieder von einer Beitragserhöhung betroffen sein. Damit reagiert das Unternehmen wie bereits in den Vorjahren auf die wirtschaftlichen und globalen Entwicklungen. Denn die Kosten des Gesundheitssektors steigen und belasten beide Systeme – private wie auch gesetzliche Krankenversicherung. Nur wenn Versicherer wie die Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung ihre Beiträge den Entwicklungen anpassen, können sie die Gesundheitsversorgung ihrer Versicherten langfristig sicherstellen und ihnen den Zugang zur modernen Medizin offenhalten. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Tarife 2023 eine Beitragsanpassung bei der R+V erhalten und wie Sie darauf reagieren können.

Inhalt

Beitragsanpassung: In welchen PKV-Tarifen führt die R+V 2023 eine Beitragserhöhung oder Tariferhöhung durch?

Tariferhöhungen werden durchgeführt, wenn die jährliche Beitragskalkulation der Versicherer eine Abweichung von mindestens 5% ergibt. Ab 10% Differenz sind die Unternehmen sogar gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Prämien anzupassen. Es handelt sich somit nicht um eine Laune der Krankenversicherer. Dieser Prozess wird streng überwacht und muss von einem unabhängigen Treuhänder bestätigt werden.

Bei der R+V können sowohl Bestandstarife wie auch Tarife der neuen Welt, in denen Neukunden versichert sind, erhöht werden. Außerdem können Kombitarife oder nur einzelne Leistungsbausteine betroffen sein:

Kompakttarife

Ambulante Tarife

Stationäre Tarife

Dentale Tarife (Zahn)

Die R+V erhöht schon wieder meinen Beitrag! Muss ich mir Sorgen machen?

Beitragsanpassungen sind nicht nur ärgerlich. Sie wecken auch Unsicherheit bei Privatversicherten. Denn sie sorgen sich, ob sie ihre Prämie bei den ständigen Erhöhungen im Alter noch bezahlen können. Wir möchten Sie beruhigen. Tarifanpassungen sind in der privaten Krankenversicherung völlig normal. Um herauszufinden, ob Ihr Versicherer seine Prämien überdurchschnittlich hoch anpasst, müssen Sie die Beitragsentwicklung über eine lange Laufzeit betrachten. Liegt die durchschnittliche Erhöhung bei etwa 3,5% im Jahr, entwickelt sich alles wie vorgesehen. Denn dies entspricht einer Verdoppelung der Prämie nach rund 20 Versicherungsjahren.

Außerdem ist die private Krankenversicherung mit verschiedenen Sicherungsmechanismen ausgestattet. Diese sollen Sie davor schützen, im Rentenalter zu hohe Beiträge entrichten zu müssen:

  • Im Alter werden Ihre angesparten Altersrückstellungen dazu genutzt, um die Prämie zu stabilisieren.
  • Ab dem 60. Lebensjahr entfällt der Beitragszuschlag über 10% für Ihre gesonderten Altersrückstellungen – die PKV wird für Sie günstiger
  • Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt einen Zuschuss zur Krankenversicherung für Rentner (2022: 7,95% der ausbezahlten Altersrente)
  • Jeder Privatversicherte kann in den günstigen Standard- oder Basistarif wechseln, dessen Leistungsumfang und Prämienhöhe sich an der GKV orientiert
  • Bei finanziellen Engpässen springt der Notlagentarif ein, der Sie vor einer Überschuldung bewahrt und Ihnen Zeit zur Lösungssuche verschafft
  • Sie können optionale Beitragsentlastungstarife abschließen, um zusätzlich Rückstellungen für das Alter zu sparen
  • Ist die PKV zu teuer geworden, kann ein interner Tarifwechsel Abhilfe schaffen. Möglich sind Beitragssenkungen von bis zu 42%!

Unser Fazit: Tariferhöhungen sind noch kein Grund, sich zu sorgen. Liegt die durchschnittliche Anpassung über eine lange Laufzeit bei etwa 3,5%, entwickelt sich Ihre private Krankenversicherung wie erwartet. Außerdem ist die PKV mit verschiedenen Sicherungsmechanismen ausgestattet. Der GRV-Zuschuss, Altersrückstellungen und Beitragsentlastungstarife schützen Sie vor unbezahlbaren Prämien im Alter. Und der Standard- oder Basistarif wie auch der interne Tarifwechsel, wenn die Krankenversicherung zu teuer geworden ist.

Welche Ursachen hat die PKV Beitragserhöhung bei der R+V?

Es gibt 4 Ursachen, auf die eine Beitragserhöhung der privaten Krankenversicherung zurückzuführen ist:

  • Bessere Arbeitsbedingungen, gute medizinische Versorgung, soziale Aspekte – all diese Faktoren sorgen dafür, dass wir länger leben. Und damit mehr Kosten für die PKV verursachen.
  • Die Altersrückstellungen in der Krankenversicherung werden heute kaum noch verzinst. Anpassungen sind notwendig, um die Prämie im Alter stabil zu halten.
  • Moderne Behandlungsmethoden und der medizinische Fortschritt können heutzutage viele Krankheiten heilen. Dadurch steigen aber auch die Kosten für die medizinische Versorgung.
  • Im Allgemeinen wird die Gesundheitsversorgung immer teurer. Zurückzuführen ist dies auf steigende Nebenkosten, höhere Löhne und Mehrausgaben für Technik und Ausstattung.

Insbesondere die steigenden Kosten für die medizinische Versorgung und der Niedrigzins belasten die PKV. Am Beispiel der Verzinsung der Altersrückstellungen wird deutlich, weshalb Anpassungen unerlässlich sind: Früher wurden die Sparbeträge mit 3,5% verzinst. Heute betragen die Zinsen nur noch 1%. Damit die Krankenversicherung im Rentenalter bezahlbar bleibt, müssen die Versicherer handeln.

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Diese Fehler sollten Sie bei einer Beitragsanpassung vermeiden!

Erhalten Sie die Mitteilung zur Beitragsanpassung, wird Ihnen Ihr Versicherer ein Angebot für den Wechsel in einen anderen Tarif unterbreiten. Auch wenn der PKV-Tarifwechsel grundsätzlich eine gute Möglichkeit ist, um auf Beitragserhöhungen zu reagieren, raten wir Ihnen von diesem pauschalen Tarifwechsel ab. Denn dabei handelt es sich um standardisierte Angebote, die nicht auf Ihren persönlichen Bedarf zugeschnitten sind. Es ist ratsamer, sich durch einen Experten beraten zu lassen und mögliche Alternativen zu prüfen.

Außerdem sollten Sie nicht übereilt eine Frustkündigung der R+V Krankenversicherung aussprechen. Denn dieser Schritt kann schwerwiegende Folgen für Sie haben. Kündigen Sie Ihre private Krankenversicherung, verlieren Sie einen Großteil Ihrer bereits gebildeten Altersrückstellungen. Dadurch wird die PKV im Alter teurer. Zudem sind die bei der Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung vereinbarten Leistungen unwiderruflich verloren. Schließen Sie einen neuen Vertrag ab, haben Sie keine Garantie, dass Sie denselben Versicherungsschutz wieder erhalten.

Bei Neuabschluss der PKV müssen Sie eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Leiden Sie an Vorerkrankungen, können erhebliche Nachteile entstehen. Der Versicherer darf einen Risikozuschlag verlangen, der Ihre Prämie verteuert. Und Leistungen ausschließen oder sogar den Antrag ablehnen!

Die Kündigung der PKV ist nur in Ausnahmefällen eine gute Idee. Wenn überhaupt, empfehlen wir diesen Schritt (nach eingehender Prüfung) nur unter den folgenden Voraussetzungen:

  • Ein interner Tarifwechsel bringt nicht die gewünschte Beitragsersparnis oder ist mit zu vielen Leistungseinbußen verbunden
  • Sie sind maximal 55 Jahre alt
  • Ihr Vertrag bei der R+V besteht nicht länger als 10 Jahre

So können Sie auf die Beitragsanpassung der R+V PKV reagieren

Erhöht der Versicherer die Prämie, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen, um darauf zu reagieren. Sie können Ihren tariflich vereinbarten Selbstbehalt erhöhen, um die Prämie zu senken. Im Krankheitsfall können daraus aber erhebliche Mehrkosten resultieren. Unserer Erfahrung nach ist der interne PKV-Tarifwechsel nach §204 VVG meist die beste und langfristig erfolgreichste Option.

Vorteile des internen Tarifwechsels bei der R+V:

  • Prämie lässt sich um bis zu 42% senken
  • Das Leistungsniveau Ihres Vertrages kann erhalten bleiben
  • Sie verlieren keine Altersrückstellungen
  • Der Versicherer verzichtet auf eine Gesundheitsprüfung, solange der neue Vertrag keine Leistungsverbesserungen beinhaltet

Generell haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Vertrag zu kündigen und den Versicherer zu wechseln. Aufgrund der vielen Nachteile raten wir Ihnen aber, vor diesem Schritt einen Tarifwechsel zu prüfen.

PKV kündigen und Anbieter wechseln Tarifwechsel bei der R+V PKV
Aktuellerer Vertrag kann Leistungsverbesserungen enthaltenGünstigere Prämie bei gleichbleibendem Versicherungsschutz möglich
Unter Umständen günstigere Prämie bei anderem AnbieterKeine Gesundheitsprüfung, keine Wartezeiten und kein Verlust von Altersrückstellungen
Wartezeiten und Leistungseinschränkungen bei VertragsabschlussTarifwechsel ist für Versicherer nicht zwangsweise lukrativ, daher oft Verzögerungstaktik durch den Anbieter
Gesundheitsprüfung notwendigGroße Auswahl an Tarifkombinationen erfordert fachliche Unterstützung, um eine geeignete Alternative zu finden

Beitragserhöhungen der R+V in den letzten Jahren:

Beitragserhöhungen der R+V zum 01.01.2020 (kvoptimal.de)

R+V Beitragserhöhung in der PKV 2021 (kvoptimal.de)

PKV Beitragserhöhung der R+V 2022 (kvoptimal.de)

Erhöhungen weiterer privater Krankenversicherer für 2023: