Sicher in die eigenen vier Wände: Ein eigenes Haus zu bauen ist für die meisten Menschen nicht nur eine einmalige Erfahrung, sondern auch eine spannende Zeit, in der es zu manchen Höhen und Tiefen kommen kann. Damit Sie mit den „Tiefen“ nicht allzu viel Berührungspunkte haben, können Sie sich gegen viele Risiken, die während der Bauphase auftreten können, absichern.

Prinzipiell entstehen die ersten Gefahren, sobald Sie ein eigenes Grundstück haben, denn damit beginnt im Winter beispielsweise die Pflicht, die Gehwege zu räumen, um Passanten oder Postboten einen sicheren Gehweg zu ermöglichen (am Grundstück entlang). Sobald das erste Loch auf Ihrem Baugrundstück ausgehoben wurde, haften Sie als Besitzer des Grundstücks, das niemand auf Ihrem Bauland zu Schaden kommt. Dies betrifft auch Sie selbst auch Ihre eigene Gesundheit kann auf einer Baustelle gefährdet sein. Allein in diesem kurzen Absatz bzw. nach dem ersten Spatenstich verbergen sich bereits Risiken, die durch drei verschiedene Versicherungen aufgefangen werden.

Welche Versicherungen benötigt man zum ersten Spatenstich?

Kurz und knapp: Mit welchen Versicherungen können Sie sich in der Bauphase absichern:


  • Private Unfallversicherung Falls Sie bei der Besichtigung selbst von der Leiter fallen.
  • Bauherrenhaftpflicht Diese deckt beispielsweise Schäden ab, falls ein Gerüst auf das Nachbarhaus fällt, Ziegel auf ein geparktes Auto, oder falls Kinder in die Baugrube fallen. Das bekannte Schild „Eltern haften für Ihre Kinder“ hilft Ihnen in den allermeisten Fällen nicht weiter, da Sie als Baustellenbetreiber der Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssten und den Zutritt für o. g. Kinder zu verhindern.
  • Feuer Rohbauversicherung. Diese deckt Brände, Blitzschläge und teils Explosionen ab, welche Gebäudeteile aber auch Baumaterial zerstören könnten.
  • Bauleistungsversicherung. Welche für Schäden durch Vandalismus, Sturm, aber auch fahrlässiges Verhalten der Bauarbeiter eintritt.
  • Private Haftpflichtversicherung Generell einer der sinnvollsten Versicherung, bietet Sie aber auch speziell für Eigenheimbesitzer wichtige Vorteile, beispielsweise wenn ein offenkundig morscher Baum umstürzt oder Sie Ihrer Pflicht (im Winter) zum Räumen der Gehwege vor und zu Ihrem Haus nicht nachkommen und eine Person auf dem glatten Weg zu Schaden kommt. Diese Schäden werden auch von der privaten Haftpflicht übernommen.
Für die bisher beschriebenen Risiken sind wie erwähnt drei Versicherungen als Schutz vor finanziellem und gesundheitlichen Schaden relevant, der damit ersparte Stress in der Phase des Hausbaus ist natürlich kaum zu bemessen.

Exemplarisch nenne ich an dieser Stelle ein Risiko je Versicherung:

Risiko 1

Ihre zukünftige Nachbarin stürzt auf dem Bürgersteig aufgrund von Schnee vor Ihrem Grundstück. Sie selbst können zwar noch gar nicht im Haus leben, aber Sie sind verpflichtet, die Gehwege freizuhalten. Kommen Sie dem nicht nach, haften Sie für Schäden: Die Räumpflicht gilt werktags zwischen 7 – 20 Uhr und am Wochenende 8 – 20 Uhr. Bei häufig auftretendem Schneefall müssen Sie mehrmals räumen.

Lösung: Private Haftpflichtversicherung, am besten ein Familientarif, der auch deliktunfähige Kinder einschließt. In diesem Fall, dem „Nicht-Räumen von Schnee“, handeln Sie fahrlässig, dieses Verhalten ist bei der privaten Haftpflichtversicherung oft eingeschlossen. Sprechen Sie uns an, falls Sie bei Ihrer Versicherung unsicher sind.

Risiko 2

Die Kinder der Nachbarn Büchsen einen unbeobachteten Augenblick aus, welcher ausreicht in die Baugrube zu stürzen und sich den Arm zu brechen. Hier haften Sie für die Schäden, die daraus resultieren.

Lösung: Bauherrenhaftpflichtversicherung. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt weit mehr als den geschilderten Fall ab. Diese Haftpflicht kommt für eine breite Palette an Schäden auf, die rund um den Hausbau passieren können. Beispielsweise Baumaterial, was auf den Gehweg oder die Straße fällt und Schäden verursacht, ein Gerüst, das umkippt und auf Nachbars Gartenhaus landet, aber auch Schäden an Personen, die auf der Baustelle „spielen“ wollten. Hier gilt es zu beachten, dass Sie diese Schäden nicht dadurch abwenden, dass Sie ein Holzpflock mit dem Schild „Eltern haften für Ihre Kinder“ aufstellen. Dieses Schild hat genau genommen sehr wenig Relevanz für Ihre Unternehmung. Denn Ihre Aufgabe gemäß Verkehrssicherungspflicht beinhaltet auch den Punkt, dass den besagten Kindern der Zutritt auf die Baustelle verwehrt wird. Jeder, der Kinder hat, weiß das nichts aufregender ist als eine Baustelle mit Baggern und Sand. Der Versuch, Kinder von einer Baustelle nachhaltig fernzuhalten, scheitert in den meisten Fällen kläglich.

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Die Datenschutzrichtlinien und Erstinformation habe ich zur Kenntnis genommen.

Risiko 3

Sie selbst kommen abends zur Baustelle, wollen die Baugrube besichtigen und „dachten“, dass sie eigentlich 3 Meter weiter hinten beginnt. Nun liegen Sie selbst in der Grube und haben einen komplizierten Bruch oder Schlimmeres.

Lösung: Private Unfallversicherung. Hier muss aber in der Tat geprüft werden, was in Ihrer Police, sofern bereits vorhanden, abgesichert ist. Es gibt unzählige Punkte, die bei einer Berechnung der Unfallversicherung eingeschlossen oder aber auch „weggelassen“ werden können. Es empfiehlt sich hier regelmäßig den Bedarf anzupassen und auch die Leistungen jeweils zu justieren. Natürlich überprüfen wir vorhandene Policen unserer Kunden kostenfrei.

Aller guten Dinge sind drei?

In diesem Fall tatsächlich noch nicht, denn es kommen nach dem ersten Spatenstich weitere Quellen für mögliche Probleme auf den Häuslebauer zu.

Sobald der Bau beginnt, das Fundament steht und Wände hochgezogen werden, besteht ein neues, erhebliches Risiko, und zwar das des Baufortschritts, welcher durch unterschiedlichste Gründe zunichtegemacht wird. Zubehör wird gestohlen, unbefugte Personen innerhalb des Gebäudes richten Schäden an Sturm der Gebäudeteile beschädigt oder ein Feuer bricht aus, der Blitz schläft ein. Diese Auflistung ließe sich noch weiter fortsetzen, aber ich denke es, ist klar, dass die Probleme, die man in diesem Bauabschnitt haben kann, mannigfaltig sein können.

Nun ist es aber so, dass die Versicherungswirtschaft nicht sagt: „Hey, das sichern wir alles in einer soliden Police ab“, sondern es wird tatsächlich gesplittet. In die Feuerrohbauversicherung und die Bauleistungsversicherung.

Dabei ist die Feuerrohbauversicherung eher ein Grundschutz gegen Feuer, Blitz und teils auch Explosionen, die sich auf dem Gelände zutragen können. Sollten Gebäudeteile dadurch beschädigt oder erneuerungsbedürftig sein, werden die Kosten durch die Feuerrohbauversicherung abgefangen. Da diese Kosten erheblich sein können, macht diese Versicherung bei jedem Bauvorhaben Sinn und sollte aus meiner Sicht verpflichtend sein. Zielführend ist es bei der Beantragung auch direkt ein Blick auf die künftige Wohngebäudeversicherung zu werfen, denn oft bieten Wohngebäudeversicherer die Feuerrohbau kostenlos mit an. Hierbei sollten Sie aber nicht nur auf den Punkt, achten welche Wohngebäudeversicherung das macht, sondern auch ob es die Wohngebäudeversicherung ist, bei dem Preis/Leistung ihren Ansprüchen genügt.

Es hilft Ihnen nämlich nichts, wenn Sie bei der ersten besten Versicherung gesagt bekommen, dass dort die Feuerrohbauversicherung kostenlos ist, sollten Sie dort später die Wohngebäude Versicherung platzieren, aber die Wohngebäudeversicherung dann selbst bei gleichen Leistungsniveau 300,00 Euro pro Jahr teurer ist als bei guten Mitbewerbern, die ebenfalls die Feuerrohbauversicherung kostenlos anbieten. Hier müssen Sie den Markt im Ganzen betrachten und nicht zu viel Gewicht auf Werbe-Flyer legen.

Die Bauleistungsversicherung deckt im Verlauf des Bauprojekts weitere Schäden ab, die nicht weniger häufig vorkommen können als die bereits genannten. Beispielsweise Schäden durch einen Sturm, der im noch unfertigen Gebäude teile, beschäftigt aber auch, was vielleicht sogar häufiger vorkommt, mutwillige Beschädigung durch Vandalismus, bei der ggf. bereits verbaute Badezimmer beschädigt werden oder Treppen wieder zerstört werden. Kosten, auf denen Sie ohne Versicherung sitzen bleiben und was ein Badezimmer kostet, ist ja hinlänglich bekannt. Hier sollte man sich generell absichern. Dazu werden auch kosten übernommen, falls Bauarbeiter versehentlich Gebäudeteile wie Fensterscheiben zerstören, natürlich stellt sich die Frage, ob der Bauarbeiter nicht selbst haften muss, aber will man das vor Gericht ausfechten. Es geht in diesem Fall auch einfacher.

Ein Haus zu bauen kann mitunter eine stressreiche Erfahrung sein, Terminverspätungen, schlechtes Wetter, es gibt viele Dinge vor, denen auch Versicherungen nicht schützen können, aber einen großen Teil von Problemen, die mit immensen Kosten verbunden sein können, lassen sich problemlos für die Zeit der Bauphase absichern.

Alles in allem sind das sehr viele Versicherungen, Sie müssen aber berücksichtigen, dass die meisten davon temporär und einmalig abgeschlossen werden. Es mag Ihnen dennoch viel erscheinen, aber stellen Sie sich einmal vor, dass auch nur einer der genannten (und der Unzähligen nicht genannten) Punkte in Ihrer Bauphase zutrifft. Die Kosten für jeden einzelnen Punkt werden vermutlich nicht im Baubudget zu finden sein, weshalb diese Vorkommnisse immer direkt zu Schwierigkeiten werden.

Sie bauen vermutlich nur einmal im Leben ein Haus. Freuen Sie sich an der Zeit, Planen und verändern Sie, aber beschweren Sie sich nicht mit unnötigen Sorgen, die wir hier ganz einfach zum Teil wie die Feuerrohbauversicherung kostenlos ausblenden könnten.

Nur eins tun Sie bitte nicht, wenn Sie ein Haus bauen: Gehen Sie nicht unvorbereitet in diese Phase Ihres Lebens. Hier soll Ihr Leben beginnen und ganz bestimmt nicht in einer Bauruine auf RTL 2 enden. Tun Sie sich und Ihrer Familie den gefallen, gehen Sie die rund 10 Monate auf Nummer sicher!