Welchen LV-Betrag sollte ich absichern und wie wird dieser errechnet?

Bei Verträgen, die wie bei einer Lebensversicherung über mehrere Jahrzehnte reichen, fällt es erstmal schwer, die finale Versicherungssumme bei Vertragslegung festzulegen. Abhängig von der Versicherungsart geht es zum Beispiel darum, mit einer ausreichend hohen Auszahlsumme im Todesfall für die Hinterbliebenen vorzusorgen oder im Alter beziehungsweise bei Renteneintritt ein auskömmliches finanzielles Polster zu erwirtschaften, was die Rentenlücke schließt. Hier erfahren Sie, welche Orientierungshilfen Ihnen bei der Kalkulation des individuellen LV-Betrags helfen und erhalten weitere hilfreiche Tipps und Erfahrungswerte zu den wichtigsten Formen der Lebensversicherung.

 

Warum ist eine qualifizierte Festlegung der Höhe der Versicherungssumme so entscheidend?

Noch vorweg: Die Versicherungssumme bezeichnet den Betrag, der dem Versicherten als Auszahlsumme im Versicherungsfall garantiert wurde. Bei der Risikolebensversicherung ist dieser festgelegt, während bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen neben einem Garantiezins auch Überschussanteile dazukommen können, was die Versicherungssumme hier variabel macht.

Die Versicherungssumme soll im Falle einer reinen Risikolebensversicherung den finanziellen Verlust durch den Tod des Allein- oder Hauptverdieners kompensieren. Sie trägt also maßgeblich zur Absicherung der Hinterbliebenen bei – insbesondere, wenn ein Immobilienkredit aufgenommen wurde und das Haus damit weiter gehalten werden kann. Oder zur Absicherung der Geschäftspartner. Bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung wie einer klassischen Kapitallebensversicherung, einer fondsgebundenen Lebensversicherung, einer Indexpolice oder einer privaten Rentenversicherung dient die Versicherungssumme dazu, entweder als Einmalbetrag oder als monatliche Rente das Leben im Alter zu sichern. Wichtig ist hier der markante Zeitpunkt, bei dem das höhere Einkommen durch die deutlich niedrigere Rente abgelöst wird.

 

Die optimale Versicherungshöhe einer Risikolebensversicherung

Einige Eckpunkte gibt bereits der Lebensversicherer vor. Dazu zählt zum Beispiel die Mindestversicherungssumme, die häufig bei 10.000 Euro liegt, sowie die Höchstsumme, die mehrere Millionen Euro betragen kann. Hier variieren die Spannen je nach Anbieter. Üblich ist auch, dass bei der sogenannten Restschuldversicherung von Darlehen die Versicherungssumme auf die Höhe der Darlehenssumme begrenzt wird.

 

Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Versicherungssumme einer Risikoversicherung:

  • Alter und Gesundheitszustand: Vorerkrankungen, Lebensstil (Raucher etc.)
  • Individuelle Risiken durch gefährliche Berufe oder riskantes Hobbys
  • Individuelle Lebenssituation: Was und wen möchte ich absichern?
  • Bestehende Verbindlichkeiten: Kredite für Immobilien, Küche, Auto etc.
  • Fixkosten
  • Laufzeit der Versicherung 

Für die Festlegung der Beiträge zur Risikolebensversicherung fordert der Versicherer fast immer eine Gesundheitsprüfung, deren Fragebogen auch in jedem Falle wahrheitsgemäß zu beantworten ist. Werden besondere Risikofaktoren ermittelt, wird der Lebensversicherer Risikozuschläge erheben, was sich auch auf die Versicherungssumme auswirkt.

Zu den restlichen Faktoren ist es hilfreich, eine eigene Kalkulation zu Ihrem Bedarf aufzustellen. Hier werden alle laufenden Kosten den monatlichen Einnahmen gegenübergestellt. Diese Liste sollte auch alle Einnahmen und Kosten beinhalten, die durch den Tod eines Partners entfallen, aber auch den Bezug von Witwen- oder Waisenrente berücksichtigen. Nicht unerheblich sind auch die Kosten, die für Kinderbetreuung entstehen, auch weil vielleicht eine Arbeit in Vollzeit unmöglich wird. Eine ungefähre Versicherungssumme erhalten Sie, wenn Sie den monatlichen Bedarf auf ein Jahr hochrechnen und mit der gewünschten Laufzeit multiplizieren.

 

Orientierungshilfen für die optimale Versicherungssumme der Risikolebensversicherung je nach Lebenssituation: 

  • Junge Familien mit kleinen Kindern: Fünffaches Brutto-Jahreseinkommen
  • Alleinerziehende: Fünffaches Brutto-Jahreseinkommen
  • Familie mit älteren Kindern: Dreifaches Brutto-Jahreseinkommen
  • Kinderlose Ehepaare: Dreifaches Brutto-Jahreseinkommen
  • Absicherung des Unternehmens: sämtliche Verbindlichkeiten zzgl. der Kosten für mögliche Einbußen und die Nachfolgersuche

Demnach sollten junge Familien und Alleinerziehende die Versicherungssumme vergleichsweise hoch wählen, da hier oft größere Verbindlichkeiten wie diverse Kredite bestehen und die Ausbildung der noch kleinen Kinder vollständig abgesichert werden muss.

Bsp. Junge Familie mit kleinen Kindern im neuen Haus

50.000 Euro Bruttojahreseinkommen x 5 = 250.000 Euro

zzgl. Kredite im Wert von 225.000 Euro (Haus, Auto) = 475.000 Euro

Familien mit älteren Kindern oder kinderlose Ehepaare kommen meist mit einer geringeren Versicherungssumme aus, da die Risiken und Verbindlichkeiten insgesamt nicht (mehr) so hoch sind und die gegenseitige Absicherung wichtiger wird.

So können Sie Kosten sparen: Grundsätzlich sinkt der Bedarf mit der Zeit, sodass sich der Abschluss einer Risikolebensversicherung mit linear fallender Versicherungssumme empfiehlt. Das heißt, dass die Versicherungssumme und damit auch die Beiträge sich jedes Jahr um einen festgelegten Wert reduzieren.

 

Kann ich die Höhe der Versicherungssumme meiner Risikolebensversicherung nachträglich ändern?

Eine Anpassung der Versicherungssumme, Nachversicherungsgarantie genannt, kann in der Regel über Zusatzleistungen vereinbart werden. Familiennachwuchs, Veränderungen beim Gehalt oder eine Erbschaft sind mögliche Gründe dafür.

 

Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung beziehungsweise Rentenversicherung gewählt werden?

 

Hier gilt es für den Versicherten, die Höhe der individuellen Versorgungslücke zu ermitteln. Die Kalkulation sollte die Differenz ergeben aus den Einnahmen zum Beispiel aus der gesetzlichen Rentenversicherung und anderen Vorsorgeprodukten zu dem veränderten Bedarf mit dem Eintritt in den Ruhestand. Die ermittelte Lücke ist dann der Betrag, den die private Rentenversicherung mit den monatlichen Leistungen decken sollte.

Bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen ist die Kalkulation etwas schwieriger. Einerseits wird die Versicherungssumme im Gegensatz zur privaten Rentenversicherung in der Regel als Einmalzahlung ausgezahlt. Zudem lässt sie sich nicht genau vorhersagen. Bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen wird die Versicherungssumme auch als Ablaufleistung bezeichnet. Es handelt sich um die Summe, die im Todesfall an die Begünstigten, beziehungsweise am Ende der Laufzeit dem Versicherten direkt ausgezahlt wird. Die Ablaufsumme besteht aus einem garantierten und einem nicht garantierten Anteil. Der Versicherte kann nur auf den garantierten Anteil Einfluss nehmen und in seinen Vertrag aufnehmen lassen. Er setzt sich zusammen aus den geleisteten monatlichen Beiträgen abzüglich der Abschlusskosten, die dann mit dem zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geltenden Garantiezinssatz verzinst werden. Über die nicht garantierten Anteile wie Überschussbeteiligungen und den Schlussüberschuss lässt sich ein Wert prognostizieren, der zusammengerechnet die mögliche Versicherungssumme ergibt.

 

Wer berät mich zur Versicherungssumme einer Lebensversicherung?

Gerade bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen, bei denen die Versicherungssumme nicht genau vorhergesagt werden kann, sollte man seine Optionen von professioneller Seite prüfen und beurteilen lassen. Oftmals reicht schon ein erfahrender Blick auf den bisherigen Wirtschaftserfolg der unterschiedlichen LV-Anbieter, um festzustellen, inwiefern höhere Überschüsse – und somit eine höhere Versicherungssumme – wahrscheinlich sind. Unabhängige Versicherungsexperten wie LVoptimal.de unterstützen Sie mit ihrer jahrzehntelangen Expertise beim Abschluss einer bestmöglichen Lebensversicherung. Alternativ können Sie Ihre bestehende Lebensversicherung zu uns in den Bestand übertragen und von unserem komfortablen Betreuungskonzept profitieren – unabhängig davon, ob Sie eine Steigerung Ihrer Rendite oder die Reduzierung von Beitragskosten oder beides wünschen.

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