Tarifwechsel prüfen

Altersgrenzen beim PKV Wechsel

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Bert Kotzan
27. Juni 2024
Altersgrenzen beim PKV Wechsel

Wiederholte Beitragssteigerungen, endlose Diskussionen bei der Kostenübernahme, steigende Beitragskosten im Alter. Nicht wenige Privatversicherte kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich fragen: Wäre es bei einer anderen Versicherung vielleicht besser? Unsere professionelle Antwort lautet: Kommt darauf an. Hier nehmen wir die Frage auf, bis wann ein Wechsel zu einer anderen PKV möglich ist, für wen dieser Schritt sinnvoll ist – oder eben nicht – und welche Alternativen es gibt. 

Wechsel der PKV: Das sind die Konditionen 

Für einen Wechsel in die private Krankenversicherung gibt es kein Mindestalter, es kann jedoch je nach PKV ein Höchstalter festgelegt sein, das erfahrungsgemäß zwischen 65 oder 70 Jahren liegt. Die privaten Krankenversicherer prüfen jedoch die Anträge individuell und können auch Menschen, die das Höchstalter reißen, aufnehmen, z. B. mit der Auflage von Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen.  

Grundsätzlich gilt jedoch, dass Ihr PKV-Beitrag umso geringer ausfällt, je jünger Sie bei Vertragsbeginn sind. Je frühzeitiger Versicherte in die PKV wechseln, je günstiger sind also die Beiträge. Wobei die Beitragshöhe vor allem auch vom individuellen Gesundheitszustand und den Risiken abhängt. 

Wie sieht es aber aus, wenn man bereits privat krankenversichert ist und sich Unzufriedenheit mit dem Tarif und der privaten Krankenversicherung breit macht? Eine Krankenversicherung ist prinzipiell ein Geschäft fürs Leben. So zahlt man gemäß des Eintrittsalters ab jungen Jahren die sogenannten Altersrückstellungen ein, die die Beiträge im Alter möglichst stabil halten. Privatversicherte zahlen also zunächst mehr Beiträge als sie durch laufende Behandlungen verursachen. Im Alter, wenn rein statistisch die Behandlungskosten steigen, fangen die angesparten Altersrückstellungen die Mehrkosten mit auf, sodass die PKV möglichst nicht teurer werden muss. 

Wann sich der Wechsel der privaten Krankenversicherung lohnt 

Für wen sich der Wechsel der privaten Krankenversicherung lohnt, muss immer individuell betrachtet werden. Wichtig ist, nicht vorschnell das Unternehmen zu wechseln, da mit einem Wechsel der PKV einige Risiken und finanzielle Einbußen verbunden sein können.  

Für diese Gruppe kann der Wechsel der PKV eine Überlegung wert sein: 

  • Sie sind finanziell gut gestellt, gesund und relativ jung. 
  • Ihr Versicherungsvertrag hat eine kurze Laufzeit von ungefähr 5 Jahren. 
  • Sie sind in einem eher negativ bewerteten PKV-Tarif versichert, dessen Beiträge z. B. überdurchschnittlich häufig und stark erhöht wurden und bei dem der Versicherer keine Tarifalternativen anbietet. 

Für diese Gruppe ist ein Wechsel der PKV keine gute Option: 

  • Versicherte mit inzwischen erworbenen Vorerkrankungen. Bei einem Wechsel wird eine erneute Gesundheitsprüfung durchgeführt, die in der Regel zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führt. Die neue Versicherung wird dann teurer als erhofft. Beim bisherigen Versicherer wirken sich neue Erkrankungen nur aus, wenn bei einem Wechsel in einen anderen Tarif (interner Tarifwechsel) umfangreichere Leistungen geboten werden. Nur für diese wird es eine erneute Gesundheitsprüfung geben – und damit ggf. Risikozuschläge. Oder Sie schließen die Mehrleistungen aus und profitieren dann vollständig von günstigeren Beiträgen. 
  • Langjährig Versicherte ab 5 bis 10 Jahren und länger verlieren mit einem Wechsel der PKV ganz oder teilweise ihre wertvollen Altersrückstellungen. Wer einen PKV-Vertrag vor dem 1. Januar 2009 geschlossen hat, kann keine Alterungsrückstellungen zu einer neuen Versicherung mitnehmen. Diese müssen dann beim neuen Versicherer erst wieder aufgebaut werden, was sich wiederum direkt auf die Beitragshöhe auswirkt. 

Die Lösung # 1 für Wechselwillige: Der Wechsel in eine andere PKV 

Wenn Sie zur ersten Gruppe gehören, kann für Sie der Wechsel in eine andere private Krankenversicherung sinnvoll sein. Aus unserer Praxis können wir berichten, dass das auf weniger Menschen zutrifft als man es sich vorstellt.  

Um einen geeigneten und wirklich besseren Anbieter zu finden, sollte man sich gut informieren. Die Versicherungsunternehmen selbst sind dazu verpflichtet, bei Anfragen über die Beitragsentwicklung und spätere Wechselmöglichkeiten zu informieren. So kann beispielsweise Einsicht genommen werden in die Beitragsentwicklung von passenden Tarifen während der letzten zehn Jahre. Dies sollte man unbedingt wahrnehmen – oder die Meinung und volle Marktübersicht von ungebundenen Versicherungsexperten wie den Profis von KVoptimal.de nutzen. 

Haben Sie noch Fragen?

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern. Jetzt kostenfrei informieren.

 Die Lösung # 2 für Wechselwillige: Der interne Tarifwechsel  

Unsere langjährige Praxiserfahrung bestätigt es immer wieder. Für die meisten Ratsuchenden ist der interne Tarifwechsel die optimale Lösung bei zu hohen PKV-Beiträgen oder Unzufriedenheiten mit Tarif und Versicherer. Möglich macht diesen der verbraucherfreundliche § 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz). Demnach haben alle Privatversicherten das Recht, ohne erneute Gesundheitsprüfung und mit voller Anrechnung der Alterungsrückstellung in einen anderen Tarif ihres bisherigen Versicherers zu wechseln. Die meisten privaten Krankenversicherungen erweitern ihr Tarif-Portfolio stätig und bringen immer neue (günstigere) Tarife heraus. 

Etwas einschränkend sei hinzugefügt, dass eine Gesundheitsprüfung dann erforderlich sein kann, wenn der neue Tarif umfangreichere Leistungen bietet. Hier hat man dann meist die Wahl, Risikozuschläge zu zahlen oder Leistungsausschlüsse hinzunehmen. Vorteilhaft ist, dass im Gegensatz zum Wechsel der PKV die Altersrückstellungen vollständig erhalten bleiben. 

Mehr zu Altersrückstellungen beim internen Tarifwechsel lesen Sie hier: 

https://kvoptimal.de/blog/private-krankenversicherung/kein-verlust-der-altersrueckstellungen-bei-tarifwechsel

Mit einem internen Tarifwechsel können langjährig Versicherte aus einem geschlossenen und durch die ungünstige Altersstruktur häufig teuren Tarif in einen neuen, offenen und günstigeren Tarif wechseln. 

Die Lösung # 3 für Wechselwillige: Zurück in die GKV? 

Für den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung gelten strenge Vorschriften, womit das Hin- und Herwechseln zwischen den Systemen – gerade im Alter – verhindert werden soll. Wer älter als 55 Jahre ist und als Angestellte oder Angestellter oberhalb der geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient (2024 liegt diese bei 69.300 Euro brutto bzw. monatlich 5.775 Euro) hat schlechte Karten. Selbst wenn Versicherte aufgrund eines neuen Arbeitsverhältnisses eigentlich versicherungspflichtig würden.  

Übrigens: Auch die Beiträge in der GKV steigen. Sogar im Durchschnitt stärker als in der PKV. Nach Angaben des PKV-Verbands sind die Beiträge zwischen 2012 und 2022 in der GKV im Durchschnitt um 3,3 Prozent jährlich gestiegen. Bei den privaten Krankenversicherungen betrug die Steigerung im selben Zeitraum hingegen nur 2,6 Prozent. 

Wer berät mich zum Wechsel der PKV? 

Ob ein PKV-Wechsel für Sie die beste Option ist, um Ihre PKV-Tarife zu senken oder stabil zu halten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine gründliche Prüfung und Analyse zeigt beispielsweise auf, in welcher Höhe Altersrückstellungen mitgenommen werden können und ob bzw. in welcher Höhe Risikozuschläge für mittlerweile erworbene Krankheiten ggf. beim neuen Anbieter zusätzlich anfallen. Lohnt sich der PKV-Wechsel oder bietet Ihre alte PKV nicht doch einen passenden Tarif, in den Sie unkompliziert und ohne Gesundheitsprüfung und Verlust der Altersrückstellungen wechseln könnten? Expertenrat einzuholen ist bei Lebensentscheidungen wie der Wahl der privaten Krankenversicherung immer eine gute Option. 

Wir unterstützen Sie gern dabei, einen PKV-Tarif zu finden, der optimal auf Sie zugeschnitten und finanzierbar ist. Unser kompetentes Team aus Versicherungsexperten und Tarifwechselspezialistinnen berät Sie gern zu Ihren Optionen. 

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