Auch KSK zahlt Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung

Hauptberufliche Journalisten, Musiker, Schauspieler, Bildhauer, Drehbuchregisseure, Dramaturgen haben mindestens zwei Dinge gemeinsam. Sie zählen zu den selbständigen Künstlern und Publizisten und können sich daher über die Künstlersozialkasse, kurz KSK, versichern. Anders als etwa selbstständige Handwerker, die ihre Aufwendungen für die Sozialversicherungen allein aufbringen müssen, hat oben genannte Gruppe gegenüber der KSK einen Anspruch auf einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung und Pflegeversicherung, den sie bei der KSK schriftlich beantragen müssen. Wer sich in der KSK privat krankenversichern kann und wie hoch der KSK-Zuschuss zur privaten Krankenkasse ausfällt, lesen Sie in diesem Beitrag.

Auch KSK zahlt Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung

 

Gemäß dem Künstlersozialversicherungsgesetz, genauer § 10 KSVG, erhalten selbstständige Künstler und Publizisten, die von der Krankenversicherungspflicht befreit sind, die freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind oder privaten krankenversichert sind, einen Beitragszuschuss zu ihrer Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Um diesen KSK-Zuschuss zu erhalten, muss sich der Versicherte unbedingt von der Versicherungspflicht der GKV befreien lassen.

 

Antrag zur Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherung zugunsten einer privaten Krankenversicherung

 

Weitere Informationen zur Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung finden Sie auf den Seiten der KSK.

 

Das Gesetz sieht zwei Möglichkeiten für selbstständige Künstler und Publizisten vor, sich von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreien zu lassen. Das sind einmal die Berufsanfänger und Höherverdienende. Berufsanfänger können mit Eintritt in die KSK wählen, ob sie sich privat oder gesetzlich kranken- bzw. pflegeversichern lassen wollen. Ausnahmsweise haben sie nach Ablauf einer dreijährigen Frist die Möglichkeit, sich noch einmal umzuentscheiden und in die GKV zu wechseln. Danach ist der Wechsel in die PKV allerdings wie bei dem Wechsel von Gutverdienern, die die Beitragsbemessungsgrenze übertreffen, unwiderruflich.

 

Höhe des KSK-Zuschusses zur PKV

 

Vergleichbar mit der Regelung für pflichtversicherungsbefreite Angestellte in der PKV richtet sich die Höhe des Zuschusses in erster Linie nach den Beiträgen für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Gedeckelt wird der Zuschuss durch die Höchstgrenze, also den Betrag, den die KSK bei Versicherungspflicht (in der GKV) maximal übernimmt. 2018 liegt der Zuschuss analog zum Arbeitgeberzuschuss zur PKV bei 7,3 Prozent vom Einkommen. Außerdem zahlt die KSK immer nur höchstens die Hälfte der tatsächlichen Versicherungsprämie.

 

Beispiel Höhe KSK-Zuschuss zur PKV

Monatliches Einkommen (Gewinn): 1.800 Euro

Monatlicher PKV-Beitrag: 300 Euro

KSK-Zuschuss (= 7,3 % von 1.800 Euro): 122,46 Euro

Maximalzuschuss (= 50 % von PKV-Beitrag): 150 Euro

 

Entsprechend erhält dieser Versicherte von der KSK 122,46 Euro als monatlichen Zuschuss zu seinen PKV-Beiträgen. Sobald der Versicherte mehr verdient, erhält er auch einen höheren Zuschuss, der dann auf 150 Euro begrenzt ist.

 

Die erforderlichen Gelder für die KSK-Zuschüsse werden aus Bundesmitteln und aus der Abgabe von Unternehmen, den sogenannten Verwertern, finanziert. Diese Künstlersozialabgabe schwankt und wird jährlich neu festgelegt. 2018 liegt sie bei 4,2 Prozent. Sobald ein Unternehmen beispielsweise Grafikdesigner oder Texter beschäftigt, müssen sie diese erbrachten Leistungen an die KSK melden und einen zusätzlichen Beitrag zahlen.

 

Bei Selbstständigen unterliegt das Arbeitseinkommen häufig größeren Schwankungen. In einem Jahr ist das Auftragsbuch voll und im folgenden Jahr ist Flaute. Dennoch bleiben die monatlichen PKV-Beiträge fällig, was zwischenzeitlich zu einer finanziellen Belastung werden kann. Um die eigenen PKV-Beiträge zu senken, können Sie jederzeit – und das betrifft alle Privatversicherten gleichermaßen – prüfen lassen, ob sich ein interner Tarifwechsel für Sie lohnt. Mit einem Wechsel in einen günstigeren, neuen Tarif bei Ihrem bisherigen Versicherer können Sie oftmals spürbar Geld sparen ohne auf Leistungen wie zum Beispiel die Altersrückstellungen verzichten zu müssen. Unabhängige Versicherungsexperten wie KVoptimal.de beraten Sie hier kompetent, unverbindlich und kostenfrei.

Die KSK

 

Bei der 1983 gegründeten KSK handelt es sich eigentlich um keine Versicherung. Sie erhält zwar die Beiträge und die Künstlersozialabgaben von Unternehmen, leistet aber nicht selbst, sondern leitet diese Gelder zu den jeweiligen Versicherungsträgern, also Krankenkassen, Rentenversicherung etc. weiter. Die KSK ist eine eigenständige Abteilung der Bundesverwaltung, die das Vorliegen der Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) prüft und die Beiträge sowie Künstlersozialabgaben einzieht und an die jeweiligen gesetzlichen Kranken-  und Rentenkassen weiterleitet.

 

Fazit

Berufsanfänger und Besserverdienende, die unter die Gruppe der hauptamtlich selbstständigen Künstler und Publizisten fallen und damit KSK-pflichtversichert sind, haben die Wahl, in die gesetzliche oder private Krankenkasse einzutreten. Hier erhalten sie im Gegensatz zu anderen Selbstständigen, die ihre PKV-Beiträge allein aufbringen müssen, Zuschüsse, die sich an der Höhe der Arbeitgeberzuschüsse für Angestellte orientieren.

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