Wenn Angestellte so viel verdienen, dass sie sich privat versichern dürfen, gibt es einiges zu beachten. Auch, wenn sie schon privat versichert sind und die für sie relevante Beitragsbemessungsgrenze mit den Jahren steigt,hat das Folgen.
Oft verwechselt werden diese beiden Begriffe: Jahresarbeitsentgeltgrenze und Beitragsbemessungsgrenze. Was ist der Unterschied? Und: Wie nehmen sie Einfluss auf die PKV-Beiträge?
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Was ist die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung?
Tatsächlich müssen wir vom Plural sprechen. Denn es gibt verschiedene Beitragsbemessungsgrenzen, deren neue Höhen immer im Herbst jeden Jahres für das Folgejahr bekannt gegebenen werden. Gekoppelt sind sie an die Bruttolöhne bzw. an deren aktueller Steigerungsrate. Ohne Anpassungen würden Besserverdienende sich immer weniger an der Finanzierung der Sozialversicherung beteiligen – gleichzeitig sinkt ihr Absicherungsniveau.
Für die private Krankenversicherung (PKV) gibt es keine eigene Beitragsbemessungsgrenze, da sich die Beiträge nicht nach dem Einkommen, sondern vor allem nach dem individuellen Tarif, dem Gesundheitszustand und dem Eintrittsalter richten.
Für Privatversicherte gilt die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung.
2026 lag sie bei 69.750 € jährlichem Bruttoeinkommen beziehungsweise 5.812,50 € im Monat.
Die Beitragsbemessungsgrenze markiert das maximale Bruttoeinkommen, bis zu dem Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben werden.
Die GKV-Beitragsbemessungsgrenze und ihre Auswirkung auf die PKV-Beitragshöhe
Für gesetzlich Versicherte richtet sich die Höhe ihrer Krankversicherungsbeiträge nach deren Einkommenshöhe. Übersteigt der Lohn jedoch einen bestimmten Wert, wird er auch nur bis zu dieser Höhe berücksichtigt. Dieser Wert wird in der PKV als Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet.
Was hat das nun mit den Privatversicherten zu tun? Eigentlich eine Kennzahl für die gesetzliche Krankenversicherung, orientiert bzw. bemisst sich an der Beitragsbemessungsgrenze auch der maximale Zuschuss, den Arbeitgeber zur privaten Krankenversicherung zahlen. Dieser entspricht im Normalfall der Hälfte des Beitrags oder eben bei einem hohen Einkommen dem Höchstbeitrag:
Info: Höhe maximaler Arbeitgeberzuschuss zur PKV 2026
508,59 € monatlich für die private Krankenversicherung
104,63 € für die private Pflegeversicherung zzgl. ggf. Zuschlag für Kinderlose
613,22 € gesamter maximaler Arbeitgeberzuschuss
Übertreffen Versicherte mit ihrem Gehalt die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, können Sie sich über die maximale finanzielle Unterstützung durch ihren Arbeitgeber freuen: Sie haben den maximalen Arbeitgeberzuschuss erreicht.
Beispiel: Beitragsbemessungsgrenze und Arbeitgeberzuschuss

Die Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze für 2026 im Überblick
| Beitragsbemessungsgrenze Kranken und Pflegeversicherung | 69.750 €/Jahr bzw. 5.812,50 €/Monat |
| Jahresarbeitsentgeltgrenze (auch: Versicherungspflichtgrenze GKV) | |
| Allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze | 77.400 €/Jahr bzw. 6.450 €/Monat |
| Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze | 69.750 €/Jahr bzw. 5.812,50 €/Monat |
Quelle: gesetzliche Krankenversicherung Sozialversicherungsgrößen 2026
Für die meisten gilt die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Die besondere, reduzierte Einkommensgrenze gilt für alle, die bereits vor 2003 privat krankenversichert sind. Genau ab dem Zeitpunkt, als die Beitragsbemessungsgrenze und die JAEG nicht mehr gleich waren. Die besondere JAEG liegt seitdem etwas tiefer und ist für die langjährig Versicherten ein Bestandsschutz, ohne den viele versicherungspflichtig wären.
Wie hoch ist der maximale Arbeitgeberzuschuss zur PKV?
Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss zu den Kosten für ihre private Krankenversicherung. Dieser beträgt 50 % der Beitragskosten, höchstens jedoch den gesetzlich festgelegten maximalen Arbeitgeberzuschuss, der auch für gesetzlich Versicherte gilt. Dieser wird jährlich entsprechend der Lohnentwicklung angepasst und beträgt 2026 508,59 €.

Der maximale Arbeitgeberzuschuss 2026 liegt bei 508,59 €
Checkliste: So nutzen Arbeitnehmer den Zuschuss ihres Arbeitgebers maximal:
Was passiert, wenn ich die Beitragsbemessungsgrenze überschreite?
Steigt das Einkommen über die Beitragsbemessungsgrenze (2026 sind das 5.812,50 € im Monat), zahlen Versicherte auf den übersteigenden Betrag keine weiteren Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung mehr, was netto sofort spürbar mehr Geld übrig lässt. Der Nachteil: Die späteren Rentenansprüche wachsen ebenfalls nicht proportional zum tatsächlichen Einkommen weiter, da sich die gesetzliche Rente ebenfalls an der Bemessungsgrenze orientiert. Wer gut verdient, sollte also privat vorsorgen.
Die Jahresarbeitsentgeltgrenze und ihre Auswirkung auf die PKV-Beitragshöhe
Auf diese Sozialgröße schielen sicher die meisten Versicherten, weil sie Grundlegendes entscheidet. Diese Kennzahl hat gleich zwei Namen, wobei deren andere Bezeichnung Versicherungspflichtgrenze vielleicht sofort etwas aufschlussreicher ist. Sie markiert nämlich die Einkommenshöhe, ab wann sich auch angestellte Versicherte privat krankenversichern dürfen, weil sie versicherungsfrei werden.
Ab welchem Gehalt kann ich in die private Krankenversicherung wechseln?
In den letzten Jahren ist auffällig, dass die beiden Werte Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze immer weiter auseinanderdriften. Dies hat zur Folge, dass gesetzlich versicherte Angestellte immer mehr verdienen müssen, um sich (weiterhin) frei zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung entscheiden zu können.
Wer die Versicherungspflichtgrenze in diesem Jahr stabil überschreitet, für den ist ein Wechsel in die PKV wird möglich. Jetzt haben versicherte die große Auswahl aus verschiedenen privaten Krankenversicherungen, die jeweils mehrere hundert Tarifoptionen im Portfolio haben können. Sie können sich entweder mit viel Zeit und Geduld selbst so gut es geht einen Überblick verschaffen – oder Sie holen sich professionelle Hilfe von Versicherungsexperten und Tarifoptimieren an die Seite.
Was passiert, wenn mein Einkommen unter die Einkommensgrenze für die PKV fällt?
Fällt das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze (2026 liegt diese bei 77.400 € brutto im Jahr bzw. 6.450 € im Monat), tritt grundsätzlich wieder Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherungein. Automatisch passiert dabei aber meistens nichts – der Wechsel muss meist aktiv angestoßen werden. Oft fällt es erst dem Arbeitgeber bei der Meldung auf. Wer bereits privat versichert ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig in der PKV bleiben, statt zurückzuwechseln. Ältere Versicherte ab 55 Jahren haben in der Regel gar nicht die Option, sie bleiben in der PKV.
Info: Was ist der Unterschied zwischen Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze?
Weil sie oft verwechselt werden, ist es wichtig, die beiden Kennzahlen Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze voneinander gut zu unterscheiden.
Die Beitragsbemessungsgrenze deckelt die Beitragsberechnung und ist relevant für die Krankenversicherung, Rente, Pflege, Arbeitslosenversicherung, während die Jahresarbeitsentgeltgrenze nur für die Krankenversicherung gilt und darüber entscheidet, ob überhaupt eine Pflichtmitgliedschaft in der GKV besteht.
Die JAEG liegt höher als die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung – man kann also durchaus über der BBG der KV liegen, ohne bereits die Versicherungspflichtgrenze zu überschreiten.
Beide Grenzen betreffen die Sozialversicherung, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen:
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Krankenversicherung
Legt fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge zur Krankenversicherung erhoben werden. Das Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei.
Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, bestimmt, ab welchem Einkommen Beschäftigte aus der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht herausfallen und sich stattdessen privat versichern dürfen. Sie betrifft also nicht die Beitragshöhe, sondern die grundsätzliche Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV.
Grenzwertig: Beitragsbemessung vs. Versicherungspflicht
Wer berät mich zur PKV zum Thema Beitragsbemessungsgrenze?
Auch, wenn es durch die Entwicklung der Rechengrößen in der Sozialversicherung immer schwieriger wird, versicherungsfrei zu bleiben bzw. zu werden und in die PKV zu wechseln, überschreiten jedes Jahr viele Menschen die neue Jahresarbeitsentgeltgrenze. Oder sie profitieren von steigenden Beitragsbemessungsgrenzen bzw. davon abhängenden Arbeitgeberzuschüssen. Je nachdem, welche Grenze gerissen wurde, ergeben sich neue Optionen.
Unabhängig davon, ob Sie frisch versicherungsfrei geworden, in die private Krankenversicherung wechseln wollen und einen passenden Tarif suchen. Oder ob Sie ganz allgemein unzufrieden mit Ihrer Beitragshöhe sind, sich vielleicht ärgern, dass es immer teurer bzw. sich fragen, ob es nicht irgendwie günstiger geht.
Wir helfen und beraten Sie gern. Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung und unser umfangreiches Marktwissen, das wir auf dem aktuellen Stand halten, können Sie auf uns zählen, wenn es darum geht, einen passenden neuen PKV-Tarif zu finden oder optimal und ungebunden beraten zu werden. Gern begleiten wir Sie durch den gesamten Vertragsprozess.



