Immer mehr Menschen sind chronisch krank. In den Top Ten der chronischen Erkrankungen stehen Rückenleiden, Depression, Migräne oder Diabetes ganz oben. Privatversicherte mit diesen oder anderen dauerhaft auftretenden Krankheiten gelten als chronisch krank. Für Betroffene hat dies in der Regel zur Folge, dass sie häufiger zum Arzt müssen und auch im größeren Umfang Heilmittel und Medikamente oder aufwändigere Behandlungen in Anspruch nehmen müssen als andere Versicherte. Da chronisch Kranke verhältnismäßig teuer für die privaten Krankenkassen sind, gelten für sie besondere Bedingungen. Was chronisch Kranke zum Thema private Krankenversicherung wissen müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Chronisch krank und privat versichert

Krankenkassen sprechen von einer chronischen Krankheit, wenn Mitglieder über einen Zeitraum von einem Jahr aufgrund derselben Erkrankung in ärztlicher Behandlung sind. Demgegenüber bezeichnet akut krank eine Erkrankung, die nur wenige Tage beziehungsweise bis zu maximal zwei Wochen dauert. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in den Versicherungsbedingungen wider, die immer auch abhängig davon sind, ob die chronische Erkrankung vor dem Versicherungsabschluss oder erst danach diagnostiziert wurde.

 

Können chronisch Kranke eine PKV abschließen?

Ist die chronische Krankheit wie zum Beispiel Asthma oder Diabetes schon länger bekannt, muss diese bei der Gesundheitsprüfung angegeben werden. Eine Gesundheitsprüfung ist vor allem bei Neuabschlüssen, aber auch bei Wechseln in Tarife mit einem größeren Leistungsspektrum Pflicht. In der privaten Krankenversicherung wird der Beitrag unter anderem aufgrund des Risikos kalkuliert. Darin fließen auch diese Vorerkrankungen ein. Demzufolge kann der PKV-Versicherer abhängig von der Art und dem Schweregrad der chronischen Erkrankung Risikozuschläge und eher seltener Leistungsausschlüsse verlangen oder sogar die Aufnahme verweigern. Außer für Beamte bei der Erstversicherung besteht nämlich in der PKV keine Aufnahmepflicht wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Hat man demnach nur eine vergleichsweise leichte chronische Erkrankung wie eine Allergie (Heuschnupfen etc.) sollte dies kein Grund für eine Ablehnung sein, sondern nur Risikozuschläge mit sich bringen.

 

Was passiert, wenn ich als PKV-Versicherter chronisch krank werde?

Manifestiert sich die chronische Erkrankung erst, wenn man bereits Mitglied in einer privaten Krankenversicherung ist, darf dem betroffenen Privatversicherten deswegen nicht gekündigt werden. Chronisch Kranke müssen auch nicht für die zusätzlichen Behandlungskosten aufkommen. Vielmehr trägt mit Vertragsbeginn und absolvierter Gesundheitsprüfung die private Krankenversicherung allein das volle Risiko für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder für zukünftige Krankheiten. Das gilt auch für Krankheiten, die sich aus einer bestehenden zu einer chronischen entwickeln.

 

Eine Ausnahme bilden hier Schummeleien bei der Gesundheitsprüfung. Werden chronische Erkrankungen im Rahmen der Gesundheitsprüfung bewusst falsch beantwortet oder verschwiegen, dann muss der Versicherte wegen der Verletzung der Obliegenheitspflicht oder wegen Betruges mit Risikozuschlägen oder sogar mit der Kündigung rechnen.

 

Chronisch Kranke können nicht mehr so einfach in einen anderen Tarif wechseln. Grundsätzlich kann ein interner Tarifwechsel zu erheblichen Beitragssenkungen führen. Am besten ist es, Sie sprechen mit Ihrem PKV-Versicherer oder mit einem unabhängigen Versicherungsberater wie KVoptimal.de zu Ihren Tarifalternativen als chronisch Kranker. Ihre unverbindliche Anfrage für ein kostenfreies PKV-Gutachten mit allen Tarifoptionen können Sie hier stellen.

 

Steigen meine PKV-Beiträge, wenn ich chronisch krank werde?

Die einfache Antwort: Nein. Ihr PKV-Beitrag darf von Ihrer privaten Versicherung nicht erhöht werden, weil Sie chronisch krank wurden. Beitragserhöhungen hängen von ganz unterschiedlichen Faktoren ab und können nie für einzelne Mitglieder, sondern immer für das gesamte Tarifkollektiv, also alle Versicherten im selben Tarif, erfolgen. Für Beitragserhöhungen sind vor allem neue Behandlungsmethoden, neue Medikamente, aber auch veränderte gesetzliche und steuerliche Rahmenbedingungen sowie der anhaltende Niedrigzins verantwortlich, der sich auf die erforderliche Rendite der privaten Versicherungsunternehmen auswirkt.