Tarifwechsel prüfen

Die wesentlichen Nachteile der privaten Krankenversicherung

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Susanne Schimke
28. Januar 2026

Zu jedem Topf ein Deckel. Wie bei allem im Leben ist auch die private Krankenversicherung (PKV) nicht für alle geeignet. Das beginnt schon damit, dass es gar nicht allen offensteht, sich privat zu versichern. Vor allem Verbeamtete, deren Angehörige, selbstständig Tätige und Gutverdienende haben die Wahl, die für viele ein Privileg bedeutet. Wir diskutieren hier wesentliche Aspekte zum Thema, wer an welcher Stelle ggf. Nachteile bei der PKV hat. 

Die Beitragshöhe: Wenn günstig plötzlich teuer wird

Die PKV-Beiträge steigen mit der Zeit. Im letzten Jahr erhöhten sich die Beiträge im Schnitt um 18 Prozent. Wer einen stabilen Versicherer und Tarif gewählt hat, bei dem sollten die Beiträge jedoch im Rahmen steigen und im Schnitt immer unter den Steigerungen der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Im langjährigen Vergleich der Beitragsentwicklung zeigt sich nämlich, dass die Beiträge in der Gesetzlichen seit 2005 um 3,8 Prozent jährlich gestiegen sind, während Privatversicherte im gleichen Zeitraum eine Beitragssteigerung von nur 3,1 Prozent jährlich hinnehmen mussten.  

Zum Problem können Lockvogelangebote für junge und gesunde Versicherte werden. Um Versicherte zu gewinnen, schrecken einige private Krankenversicherungen nicht davor zurück, diese mit besonders niedrigen Beiträgen in den Anfangsjahren zu locken. Finanziert werden diese vielfach über geringere Leistungen bzw. über größere Beitragssprünge: Da auch diese Versicherer davon abhängig sind, wirtschaftlich zu arbeiten – und das Tarifkollektiv füreinander aufkommen muss –, ist hier zu erwarten, dass die Beiträge ab einem bestimmten Zeitpunkt überdurchschnittlich steigen. 

Übrigens: Die PKV-Beiträge steigen nicht automatisch mit dem Alter, sondern durch externe Einflüsse wie gestiegene Behandlungskosten, Inflation, demografischer Wandel und Niedrigzinsen. 

Vorkasse & Abrechnung: Wenn Bürokratie Zeit raubt

Gehen Privatpatienten zum Arzt, müssen sie Rechnungen zunächst selbst bezahlen und dann bei ihrer Krankenversicherung einreichen, die sie nach der Prüfung laut den Tarifbedingungen vollständig oder teilweise erstattet. Das Prinzip der Kostenerstattung funktioniert für die besonders gut, die gesund sind und ein-, zweimal im Jahr ihre Rechnungen gebündelt einreichen können und insgesamt wenig Aufwand haben. Andere, die eine intensivere ärztliche Begleitung benötigen oder Verbeamtete, die ihre Rechnungen jeweils an Beihilfe und PKV schicken müssen, müssen mehr Zeit für Bürokratie aufwenden.  

Das bietet einigen Raum für Ärger. Typische Fallstricke hängen mit verspäteter Rückerstattung oder Streitigkeiten bei der Kostenübernahme zusammen.

Unser Tipp: Um dem Risiko zu entgehen, dass die Versicherung nicht alles zahlt, sollte man bei größeren Posten vorab eine Anfrage zur Kostenübernahme stellen.

Leistungen: Wenn sie am Ende nicht immer besser sind

Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung mit ihrer Grundversorgung ist der Leistungsumfang in der PKV nicht festgeschrieben. Das heißt, dass jeder Tarif andere Leistungen bietet und Schwerpunkte anders setzt. Ob Heilpraktikerleitungen, Psychotherapie, Zahnersatz, Einzelzimmer erstattet werden bzw. was tatsächlich geboten wird – und was nicht – entnehmen Privatversicherte den Versicherungsbedingungen. Im Kleingedruckten können sich z. B. nicht selten Leistungsausschlüsse und Wartezeiten verbergen. 

Passend zum Thema Nachteile in der PKV lesen Sie hier:
Sind geschlossene Tarife in der PKV wirklich nur von Nachteil?

Die Vorteile und Nachteile der PKV auf einen Blick

NACHTEILE DER PKV  VORTEILE DER PKV  
Risikozuschläge bei Vorerkrankungen möglich Individuell frei wählbare Leistungen wie freie Arztwahl, Zahnbehandlungen oder Krankentagegeld 
Gesundheitsprüfung ist für die Aufnahme in die private Krankenversicherung erforderlich Leistungen können flexibel kombiniert und jederzeit ergänzt werden. 
Bürokratischer Aufwand: Rechnungen müssen ggf. zunächst selbst bezahlt werden Finanzielle Beteiligung an den erwirtschafteten Überschüssen des Versicherungsunternehmens: z. B. als Teil der Altersrückstellungen 
Keine Familienversicherung: Jedes Familienmitglied muss einen separatenVertrag schließen Option Beitragsrückerstattung  
Ein Wechsel zurück zur GKV ist ab 55 Jahren nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich Vielfach (vor allem für den Einstieg) günstiger als in der GKV   
Bei einem Anbieter-Wechsel gehen Altersrückstellungen zumindest teilweise verloren Option Selbstbehalt um Beiträge zu reduzieren 
 Beiträge werden unabhängig vom Einkommen kalkuliert 
 Speziell auf einzelne Berufsgruppen wie Verbeamtete, ärztliches Personal, Studierende abgestimmte wählbar  
 Leistungen sind vertraglich fest vereinbart und unabhängig von gesetzlichen Reformen (Kürzungen) 
 Bevorzugte Behandlung, wie kürzere Wartezeiten 
 Nicht ausgeschöpfter Arbeitgeberzuschuss kann für Angehörige genutzt werden 

Gesundheitsprüfung: Wenn die Gesundheit zur Eintrittskarte wird

Alle Interessierten müssen vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Was aufwendig klingt, ist letztlich „nur“ ein Fragebogen, bei dem Details zur medizinischen Vorgeschichte abgefragt werden. Das ist dann die Basis zur Kalkulation der Beitragshöhe. Die Tücke des Gesundheitsfragebogens besteht darin, dass wegen Vorerkrankungen wie Asthma, Zöliakie, Bluthochdruck, CED etc. ein Risikozuschlag oder nicht selten auch eine Ablehnung die Folge sein kann. 

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Private Krankenversicherung für Menschen mit Behinderung

Kinder, Ehepartner, Familie: Wenn alle einen Vertrag brauchen

Für viele ist dieser Nachteil der privaten Krankenversicherung der Knackpunkt: Es gibt keine kostenlose Familienversicherung wie in der GKV. Das bedeutet, dass alle Familienmitglieder einen separaten Vertrag benötigen und nicht einfach kostenfrei mitversichert werden können.  

Für junge Familien, mit mehreren Kindern und der Partnerin oder dem Partner in Elternzeit, kann das eine größere Einsparung bedeuten. Tatsächlich sind Kindertarife in der PKV vielfach günstiger als man denkt. Dadurch, dass ein nicht ausgeschöpfter Arbeitgeberzuschuss bei Angestellten auch für die Kinder und Familienmitglieder ausgegeben werden kann, verringern sich diese noch.

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Rückkehr in die gesetzliche Versicherung: Wenn es eine Einbahnstraße ist

Im Falle von Arbeitslosigkeit, sinkendem Einkommen oder als Ruheständler wechseln? Ein Zurück in die GKV ist gerade für Ältere ab 55 Jahren nur bedingt möglich. Das soll verhindern, dass Menschen in jungen Jahren günstig privat versichert sind und im Alter dann zurück zur Gesetzlichen wechseln, die für viele dann günstiger sein kann. Es gibt eine paar Ausnahmen, in den ein Wechsel zurück in die Gesetzliche über Umwege ggf. möglich ist. Andererseits: Die Angst, dass die Beiträge im Alter nicht mehr bezahlbar sein könnten, ist für die meisten nicht berechtigt. Dafür sorgen beispielsweise die über die Jahre eingezahlten Altersrückstellungen, der gesetzliche Zuschlag oder Zuschläge zur Rentenversicherung, die die Beiträge im Alter stabil halten und vielfach senken. 

Fazit: Die wesentlichen Nachteile der PKV

Für wen die PKV geeignet ist und für wen nicht, hängt u. a. von einem stabilen Einkommen, dem Eintrittsalter, der familiären Situation, vom Gesundheitszustand und nicht zuletzt vom gewählten Versicherer und dem Tarif ab. Für manche bedeutet der Wechsel in die PKV nur eine kurzfristige Ersparnis. Um eine Entscheidung mit Weitblick zu treffen, braucht es angesichts der riesigen Auswahl aus bis zu 600 Tarifen allein bei einem Anbieter professionelle Hilfe.  

Mit unserer langjährigen Expertise helfen wir Ihnen dabei herauszufinden, ob der Beitritt in die private Krankenversicherung sinnvoll ist bzw. wann die gesetzliche Krankenversicherung ratsamer wäre. Wir finden die geeigneten PKV-Tarife für Sie mit einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis und nachhaltig günstigen Beiträgen. Wir begleiten Sie auch gern beim internen Tarifwechsel, mit dem Sie einfach und unkompliziert jederzeit in einen noch geeigneteren Tarif bei Ihrem bisherigen Anbieter wechseln können. 

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