Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, mehr Leistungen, höhere Zuzahlungen und nicht zuletzt frühere Termine beim Facharzt – es gibt viele Gründe, warum die private Krankenversicherung von vielen als die bessere Option für die eigene Gesundheit favorisiert wird. Ärzte haben bei privat versicherten Patienten durch höhere Honorare tatsächlich mehr Spielraum in der Behandlung, ob sie deshalb auch eine bessere medizinische Versorgung erhalten ist allerdings umstritten. In unserem Beitrag zeigen wir übersichtlich auf, für wen sich der Wechsel in die PKV grundsätzlich lohnt, wer überhaupt in die PKV darf und welche Versicherten einen Wechsel in die PKV genauer prüfen sollten.

 

Wann kann man überhaupt in die PKV wechseln?

Privat krankenversichern können sich nicht alle. Grundsätzlich ist die private Krankenversicherung (PKV) in Deutschland Gutverdienern, Beamten, Freiberuflern und Selbstständigen vorbehalten. Angestellte mit einem Einkommen, das unter der jährlich neu festgesetzten Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. auch Versicherungspflichtgrenze liegt (Stand 2019: 5.062,50 Euro monatlich bzw. 60.750 Euro jährlich), sind automatisch pflichtversichert in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Übrigens besteht seit 2009 eine allgemeine Pflicht für alle, eine Krankenversicherung abzuschließen.

Gut aufgehoben? Für wen sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung besonders lohnt

 

Gutverdiener in der PKV

Kommt darauf an. Entscheidend ist, dass die Versicherungspflichtgrenze nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft und das auch auf Jahre – am besten bis zur Rente – sicher übertroffen wird. Da die PKV-Beiträge nicht einkommensabhängig wie in der GKV sind, sondern von Faktoren wie dem Gesundheitszustand, Eintrittsalter und Leistungsumfang abhängen, sind sie meist deutlich günstiger. Durch Beitragsrückerstattungen oder Selbstbehalte können junge, gesunde Versicherte zusätzlich sparen. Aber Achtung: Während junge Gutverdiener sich die Beiträge anfangs sicher leisten können, kann sich mit der Familiengründung, und hierbei Elternzeit und Teilzeit mit Phasen mit einem geringeren Einkommen sowie mit den Beträgen für die Versicherungen der Kinder, die finanzielle Situation schnell ändern.

 

Beamte in der PKV

Kein Ja ist so sicher wie dieses. Im Prinzip ist die private Krankenversicherung wie für die Beamten gemacht. Beamte und ihre Familienangehörigen erhalten die sogenannte Beihilfe von ihrem Dienstherrn, die im Krankheitsfall einen Zuschuss zur medizinischen Versorgung in Höhe von 50 bis 70 Prozent übernimmt. Für die restlichen Kosten versichern sich Beamte in der PKV zu günstigen Konditionen in speziellen, maßgeschneiderten Tarifen.

Übrigens: Beamte, die freiwillig zur gesetzlichen Pflegeversicherung gehen, müssten den vollen Beitrag allein tragen, da die Beihilfe nur für die PKV bezahlt.

 

Freiberufler und Selbstständige in der PKV

Auch hier kommt es darauf an. Obwohl in der gesetzlichen Krankenversicherung seit Anfang 2019 geringere Mindestbemessungsgrenzen gelten, demnach vor allem geringer verdienende Selbstständige und Freiberufler entlastet werden, bietet die PKV im Durchschnitt die günstigeren Tarife an – vorausgesetzt der Versicherte ist jung und gesund. Das ist besonders interessant, da bei Selbstständigen der Arbeitgeberanteil entfällt und der gesamte Beitrag allein aufgebracht werden muss.

 

Der ideale Privatversicherte

  • Jünger als 40 Jahre
  • Verbeamtet
  • Guter Gesundheitszustand
  • Ohne besonderes Berufsrisiko
  • Familienplanung steht bereits
  • Einkommen ist so hoch, dass komfortables Sparen möglich ist / sicheres Vermögen bei Renteneintritt

 

Wer sollte einen Wechsel in die PKV genauer prüfen?

  • Existenzgründer, auch in den Anfangsjahren, deren Aufbau des Geschäfts noch nicht abgeschlossen und ausreichend abgesichert ist
  • Versicherte, bei denen die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist: jedes Familienmitglied ist separat zu versichern, eine kostenlose Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht
  • Versicherte mit besonderen Gesundheitsrisiken (z. B. Diabetes, Asthma, bestimmten Allergien, akuten / chronischen Rückenleiden) einem gefährlichen Hobby (Extremsport) oder beruflichen Risiken, da hier Risikozuschläge berechnet werden können, Leistungsausschlüsse gefordert werden können oder sogar eine Ablehnung erfolgt

 

Es ist ratsam, den passenden Tarif für sich und seine Familie in der privaten Krankenversicherung zu finden. Dieser sollte zu den Lebensumständen des Versicherten passen und langfristig tragfähig sein. Spezialisierte Versicherungsexperten beraten Sie vorab individuell zu Ihren Optionen. Dabei geht es zum Beispiel um die Themen Zuzahlungen, Selbstbehalte, empfehlenswerte Zusatzversicherungen wie das Krankentagegeld oder für alternative Heilbehandlungen sowie die Absicherung von Familienmitgliedern. KVoptimal.de berät Sie mit seiner jahrzehntelangen Expertise nicht nur kompetent, sondern unabhängig in allen Fragen rund um die private Krankenversicherung und – wenn Sie bereits privat versichert sind – zum unkomplizierten internen PKV-Tarifwechsel.

 

Fazit

Zur Frage, für wen die PKV sich wirklich lohnt, gibt es eine einfache Formel: Je jünger und gesünder der Versicherte ist, desto geringer ist der PKV-Beitrag. Insbesondere jüngere Besserverdienende bis um die 40 Jahre und vor allem Beamte müssen eigentlich nicht lange überlegen, ob sie sich privat oder gesetzlich krankenversichern wollen. Kommen Kinder ins Spiel, gibt es gesundheitliche Risiken, ist die berufliche Zukunft nicht besonders sicher oder das Einkommen dauerhaft schwankend, sollten die Kosten für die Beiträge genauestens kalkuliert werden und eine unabhängige Versicherungsberatung zu den individuellen Optionen hinzugezogen werden.

1 1 1 1 1 Rating 5.00 (6 Votes)