"Hilfe, ich muss  meinen PKV Beitrag reduzieren!"

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, dass die PKV-Beiträge stärker steigen würden als bei der gesetzlichen Versicherung, ist dem nicht so. Laut einer Erhebung des Bundesgesundheitsministeriums in Kooperation mit dem PKV – Verband der privaten Krankenversicherung, sieht man, dass gesetzlich Versicherte sogar höhere Beitragssteigerungen für ihre Krankenversicherungen hinnehmen mussten.

Mit einer jährlichen Steigerung von 3,28 Prozent in den letzten zehn Jahren liegt die GKV vor der PKV mit nur 3,05 Prozent (s. Grafik). Allerdings sind viele Privatversicherte angesichts der teilweise zweistelligen Beitragserhöhungen allein in den letzten beiden Jahren nicht mehr in der Lage, ihre Beiträge zu bezahlen – ganz zu schweigen von den erwartbaren Erhöhungen bis zur Rente. Es gibt jedoch ein paar sehr gute Möglichkeiten, den eigenen PKV-Beitrag zu reduzieren und ihn bezahlbar zu halten. Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick mit den 5 schnellsten Wegen aus dem Beitragsminus.

Warum der Beitrag steigt

2017 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland erstmals auf den gigantischen Wert von einer Milliarde Euro PRO TAG gestiegen. Zu den Gesundheitskosten zählt man unter anderem Ausgaben für Medikamente, Behandlungen, Forschungs- und Entwicklungskosten, Aufwendungen für Pflege oder für die berufliche Wiedereingliederung. Die Steigerung bedeutet einen Anstieg gegenüber 2016 um 4,9 Prozent auf 374,2 Milliarden Euro als Jahreswert.

Als Grund für die Preissteigerung der Gesundheitskosten wird vor allem das dritte Pflegestärkungsgesetz verantwortlich gemacht, das zum Jahresanfang in Kraft trat und mehr Menschen an Pflegeleistungen teilhaben lässt. Bereits 2016, also noch vor der letzten Pflegereform, lagen die Gesundheitsausgaben pro Einwohner über 4.000 Euro im Jahr (s. Grafik).

Gesundheitsausgaben_je_Einwohner
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„Hilfe, ich muss meinen PKV Beitrag reduzieren!“

Der Mix aus Preissteigerungen, Mehraufwendungen und auch inflationsbedingten Teuerungen der Gesundheitskosten muss bezahlt werden – durch den Staat, durch Unternehmen und natürlich durch Beitragssteigerungen. Das heißt, dass alle Versicherten auch zukünftig mit kontinuierlichen Beitragssteigerungen rechnen müssen. Wir zeigen Ihnen hier die fünf besten Optionen, damit Sie Ihren PKV Beitrag reduzieren können.

1. Weg: Vom internen Tarifwechsel in günstigere Tarife profitieren

Den Anfang in unserer Rundumschau macht sinnvollerweise der Weg mit dem größten Einsparpotential. Hinter einem internen Tarifwechsel steckt einfach nur der Wechsel in einen anderen Tarif bei seinem Versicherungsanbieter. Dass solch ein Wechsel rechtlich möglich ist, kostenfrei ist und ohne Verlust der Altersrückstellungen oder der anderen erworbenen Rechte einhergeht, weiß nicht jeder Versicherte. Dabei ist das Tarifwechselrecht im § 204 Versicherungsvertragsgesetz seit 2009 verankert.

Angesichts der sogenannten Vergreisung von alten, geschlossenen Tarifen, wurde das unkomplizierte Tarifwechselrecht zum Schutz vor Beitragserhöhungen durch den Wechsel in neuere und günstigere Alternativtarife eingeführt. Auch können Versicherte damit in einen leistungsstärkeren Tarif wechseln und ihre angesammelten Altersrückstellungen vollständig mitnehmen. Schöner Nebeneffekt: Der Wechsel in einen besseren Tarif umfasst meist auch mehr Leistungen, sodass die Versicherten zum Beispiel in den Genuss alternativer Heilmethoden oder der Unterbringung im Einzelzimmer kommen ohne dazu zu zahlen.

 

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Die meisten wollen jedoch mit einem internen Tarifwechsel ihren PKV Beitrag reduzieren. Ein Blick in unsere Praxis als unabhängige Versicherungsexperten zeigt, dass versicherungsabhängig eine Ersparnis von bis zu 74 Prozent möglich ist und ein Durchschnitt von 43 Prozent auch zuverlässig erreicht werden kann. KVoptimal.de prüft für Sie, ob sich ein interner Tarifwechsel rechnet und stellt Ihnen Ihre Tarifoptionen in einem unverbindlichen und kostenlosen PKV-Gutachten zusammen.

Für eine unabhängige Beratung spricht auch, dass Ihre private Krankenversicherung kein großes Interesse daran hat, Sie in einen gleichwertigen und günstigeren Tarif zu vermitteln. Ihr Anbieter muss Sie zwar parallel zur Ankündigung der Beitragssteigerung auf Ihr Tarifwechselrecht hinweisen, Versicherten ab 60 Jahren sogar Tarifalternativen vorschlagen, aber mehr Unterstützung dürfen Sie nicht erwarten. Im Gegenteil hört man immer wieder von privaten Krankenversicherern, die Wechselanfragen ihrer Mitglieder ignorierten, Informationen (und die guten Tarife) vorenthielten oder mit höheren Beiträgen drohten.

2. Weg: Risikozuschläge prüfen und aufheben lassen

Mit der detaillierten Gesundheitsprüfung wurden vor Versicherungsbeginn mögliche Risiken ausgemacht, die wiederum Risikozuschläge mit sich brachten. Litten Sie an Rückenschmerzen aufgrund einer körperlastigen Arbeit oder hat Ihnen Ihr Heuschnupfen in der Anfangsphase besonders zu schaffen gemacht, war dies sicherlich gerechtfertigt. Manche Risiken können mittlerweile aber passé sein. Daher lohnt es sich, alte Risikozuschläge prüfen zu lassen und eine Senkung oder sogar Aufhebung des Zuschlags zu erwirken. Denn Rückenschmerzen können häufig erfolgreich durch gezielte Behandlungen oder regelmäßigen Sport und Heuschnupfen erfolgreich durch eine Immunisierung therapiert werden.

3. Weg: Selbstbehalt erhöhen

Genauso wie bei der Teilkasko beim Kfz kann auch bei der privaten Krankenversicherung ein Selbstbehalt vereinbart werden. Auch hier gilt: Je höher der Selbstbehalt, desto geringer die monatlichen PKV-Beiträge. Ist der Versicherte nicht krank, spart er ordentlich Geld ein. Tritt der Leistungsfall ein, muss er den vereinbarten Betrag der jährlichen Behandlungskosten selbst bezahlen, ehe die Versicherung für die weiteren Kosten aufkommt.

Es gibt verschiedene Modelle. So kann sich die Selbstbeteiligung auf alle Bereiche beziehen oder nur einzelne Teilbereiche wie ambulante Leistungen, Zahnbehandlungen oder Klinikaufenthalte umfassen. Eine weitere Option ist der prozentuale Selbstbehalt mit Deckelung. Übrigens: Ein guter Tarif zeichnet sich damit aus, dass er Vorsorgeuntersuchungen von Selbstbehalten ausnimmt.

Der Selbstbehalt kann sich gerade für Freiberufler und Unternehmer rechnen, denn oft liegt die Ersparnis bei der Prämie über der Selbstbeteiligung. Hier sind zwei Dinge wichtig: Häufig lässt sich der Selbstbehalt nicht ohne Gesundheitsprüfung wieder verringern. Und anders als bei den Monatsbeiträgen leistet der Arbeitgeber für den Selbstbehalt keinen Zuschuss.

4. Weg: Wechsel in den PKV-Sozialtarife

Die Sozialtarife wurden eingeführt, um langjährig Versicherten einen preiswerten Tarif zu bieten, den sie sich auch mit einer geringeren Rente leisten können. Aktuell gibt es zwei Sozialtarife. Im Basistarif sind grob gesagt nur diejenigen Leistungen versichert, die auch die GKV bietet. Dafür darf der Beitrag auch den Höchstbeitrag in der GKV nicht überschreiten. Aktuell liegt dieser bei 694,73 Euro (Stand 2018). Der Basistarif steht allen Privatversicherten offen, deren Vertrag seit 2009 besteht. Menschen mit älteren Verträgen können in den Standardtarif wechseln, der den Vorteil bietet, dass die Versicherten Ihre Altersrückstellungen hier voll geltend machen können und meist nicht den Höchstbetrag der GKV, der auch hier angesetzt wird, sondern weniger, bezahlen.

 

5. Weg: Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse

Gerade für ältere Privatversicherte scheint der Wechsel zurück in die GKV mit ihren niedrigen Beiträgen im Alter die beste Wahl. Auch daher erlaubt der Gesetzgeber den Wechsel von der PKV in die GKV in aller Regel nur bis zum 55. Lebensjahr – und auch dann nur unter bestimmten Bedingungen. Wer wenig verdient oder arbeitslos wird, ist häufig günstiger in der GKV versichert. Über das Reduzieren des Gehalts unter die Beitragsbemessungsgrenze z. B. durch Teilzeit, über Arbeitslosigkeit oder den Wechsel in ein Angestelltenverhältnis kann der Wechsel zur GKV unter Umständen vorgenommen werden.

 

Wo Sie Hilfe bekommen

Für den Laien ist allein das komplexe Tarifgeflecht eines PKV-Anbieters kaum zu durchschauen, geschweige denn, wenn es darum geht, Leistungen mehrerer privater Krankenkassen zu vergleichen. Sie haben im ersten Schritt immer die Möglichkeit, Ihren Tarifwechselwunsch gegenüber Ihrer Versicherung zum Ausdruck zu bringen. Finden Sie die Antwort beziehungsweise die Lösungsvorschläge unzureichend, können Sie sich an unabhängige Versicherungsexperten wie KVoptimal.de wenden, die Ihnen mit jahrzehntelanger Expertise und dem vollen Marktüberblick eine realistische Einschätzung geben und Sie kompetent beraten.

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