Ein bisschen Taschengeld für Klinikaufenthalte. So in etwa muss man sich eine Krankenhaustagegeld-Versicherung vorstellen. Was erst einmal salopp daher gesagt klingt, hat als Versicherung für viele durchaus ihre Berechtigung. Denn mit dem Krankenhaustagegeld haben Versicherte eine Sorge weniger, wenn sie im Krankenhaus liegen. Der gezahlte Tagessatz kann für die Zuzahlungen verwendet werden, die die gesetzliche Krankenversicherung verlangt. Oder die Kosten decken, die durch den Klinikaufenthalt entstehen wie Fahrtkosten, Putzfee, Kinderbetreuung etc. Für wen sich das Extra-Budget für den Aufenthalt im Krankenhaus besonders lohnt und wofür Sie es verwenden können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Noch eine Versicherung? Wofür das Krankenhaustagegeld gut ist

Die Krankenhaustagegeldversicherung gehört zu den privaten Krankenzusatzversicherungen. Sie tritt dann ein, wenn Sie aus medizinisch notwendigen Gründen mit mindestens einer Übernachtung stationär behandelt werden müssen. So leistet die Versicherung z. B. nicht bei schönheitschirurgischen Eingriffen. Sonst zahlt sie im Leistungsfall einen vorab vereinbarten Betrag (Tagessatz) für jeden Tag in der Klinikohne zeitliche Begrenzung.

Aber ist denn eine Krankenhaustagegeldversicherung sinnvoll? Eine stationäre Behandlung kann viele Kosten verursachen, die nicht immer sofort präsent sind: Neben den Kosten, die für den Krankenhausaufenthalt selbst anfallen, muss häufig auch Ihre Arbeitskraft zu Hause ersetzt werden.

Dafür kann das Krankenhaustagegeld verwendet werden (Auswahl):

Kosten, die für den Krankenhausaufenthalt selbst anfallen

  • Zuzahlungen: Gesetzlich Versicherte müssen bei stationären Klinikaufent­halten einen Eigenanteilbzw. eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag für max. 28 Tage im Jahr leisten.
  • Telefon- und Internetkosten: Gebühren für Telefon, Fernseher oder WLAN können mit dem Tagessatz aus der Krankenhaustagegeld finanziert werden.

Kosten, die für Angehörige und Haushalt anfallen

  • Verdienstausfall, vor allem bei Selbstständigen
  • Fahrtkosten: Während Ihre Fahrtkosten meist von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung zumindest bezuschusst werden, müssen Angehörige dafür selbst aufkommen oder das Krankenhaustagegeld dafürin Anspruch nehmen.
  • Haushaltshilfe: Gerade bei etwas längeren Klinikaufenthalten kann es nötig werden, vorübergehend eine Haushaltshilfe zu beschäftigen und mit dem Krankenhaustagegeld (anteilig) zu bezahlen.
  • Betreuungskosten: Babysitter oder andere Betreuungsangebote können Familien dabei helfen, die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen zu meistern.
  • Haustierpension: Hundesitter und Tierpensionen kümmern sich professionell um Hund und Katze.

Das Beste am Krankenhaustagegeld ist wohl, dass allein der Versicherte entscheidet, wofür es ausgegeben werden soll.

Für wen ist die Krankenhaustagegeldversicherung geeignet?

Selbstständige und Krankenhaustagegeld

Selbstständige sind von Klinikaufenthalten meist besonders betroffen. Zu ihren gesundheitlichen Problemen kommt, dass sie das ausgefallene Honorar und ggf. die Kosten für eine Vertretung aufbringen bzw. absichern müssen. Ein Baustein kann hier Krankenhaustagegeld mit einem entsprechend hohen Tagessatz sein.

Gesetzlich Versicherte und Krankenhaustagegeld

Kassenpatienten müssen für Krankenhausaufenthalte eine Zuzahlung leisten. Diese fällt unabhängig vom Einkommen und der Erkrankung an und beträgt pauschal 10 Euro am Tag. Die Eigenleistung ist gedeckelt auf maximal 28 Tage pro Jahr. Sind Versicherte bezogen auf ein ganzes Jahr länger als vier Wochen im Krankenhaus, müssen sie für die darüber hinausgehenden Tage nichts mehr bezahlen. Mehrere Klinikaufenthalte werden dabei addiert und Aufenthalte zur Entbindung nicht einberechnet.

Auch mit der Zuzahlung kommt die gesetzliche Krankenversicherung nur für die Regelleistungen der Unterbringung auf. Fahrtkosten für Angehörige sowie notwendige Haushaltshilfen, Kinderbetreuungen etc. werden nicht erstattet.

Gesetzlich Versicherte können Krankenhaustagegeld als private Zusatzversicherung abschließen.

Privatversicherte und Krankenhaustagegeld

Bei Privatversicherten entfällt die Zuzahlung. Die 10 Euro pro Tag müssen nur gesetzlich Versicherte zahlen. Privatversicherte können Krankenhaustagegeld z. B. als einen stationären Baustein zu ihrer Krankenvollversicherung abschließen.

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Beamte und Krankenhaustagegeld

Ob Beamte wie gesetzlich Versicherte eine Zuzahlung zu Klinikaufenthalten leisten müssen, ist abhängig von der jeweils gültigen Beihilfeordnung der Länder oder vom Bund. Beamte können über sogenannte Beihilfeergänzungstarife die Lücken der Beihilfe und der privaten Krankenversicherung schließen, also auch falls notwendig ein Krankenhaustagegeld vereinbaren.

Chronisch Kranke und Krankenhaustagegeld

Gerade für diesen Personenkreis ist der Abschluss einer Krankenhaustagegeldversicherung zu überlegen. Wenn es also wahrscheinlich oder sogar planbar ist, dass stationäre Klinikaufenthalte regelmäßig nötig werden und wenn die Versicherten nur wenig verdienen.

Mehr zum Krankenhaustagegeld z. B. über den Unterschied zum Krankentagegeld lesen Sie hier Krankenhaustagegeld – Wann wird es gezahlt?

https://kvoptimal.de/blog/private-krankenversicherung/krankenhaustagegeld-wann-wird-es-gezahlt

Wie hoch ist das Krankenhaustagegeld?

Durch eine Krankenhaustagegeldversicherung sollen die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen abgedeckt werden, die damit im Zusammenhang stehen. Abhängig von den persönlichen Wünschen und Bedarfen wird dabei ein individueller Tagessatz vereinbart, der sich in der Regel innerhalb von bestimmten Mindest- und Höchstgrenzen bewegt.

Üblich sind je nach Alter Tagessätze

  • für Erwachsene: mindestens 10 Euro bis maximal 150 Euro.
  • für Kinder und Jugendliche: z. B. maximal 75 Euro.

Wie hoch der Tagessatz gewählt werden sollte, bemisst sich daran, welche Kosten tatsächlich gedeckt werden müssen. Meist ist es nicht ausreichend, nur die GKV-Pauschale von 10 Euro zu versichern. Für Haushaltshilfe, Verdienstausfall (bei Selbstständigen), Fahrtkosten etc. sollte der Tagessatz entsprechend höher gewählt werden.

Der Tagessatz wird unbegrenzt für die Dauer des stationären Aufenthalts gezahlt. Sobald gewiss ist, wie lange der Aufenthalt im Krankenhaus dauert, weist der Versicherer den vereinbarten Betrag an.

Gut zu wissen: Nicht ungewöhnlich ist, dass bei vielen PKV-Anbietern eine Wartezeit von drei Monaten gilt. Das heißt, dass die Krankenhaustagegeldversicherung nicht für Klinikaufenthalte leistet, die innerhalb der ersten drei Monate nach Abschluss der Ver­si­che­rung liegen. Einzige Ausnahme hier ist ein unfallbedingter Klinikaufenthalt.

Kosten Krankenhaustagegeld

Die Police für eine Krankenhaustagegeldversicherung kostet je nach gewähltem Versicherer, Alter und Höhe des vereinbarten Tagessatzes durchschnittlich 10 bis 30 Euro im Monat. Angesichts dieser Kosten lohnt sich eine Gegenüberstellung der Kosten: Wie häufig bin ich im Krankenhaus und mit welchen Kosten muss ich „drumherum“ rechnen? Kann es günstiger sein, lieber in den persönlichen Notgroschen einzuzahlen, um spontan anfallende Kosten selbst zu tragen?

Gut zu wissen: Das vereinbarte Krankenhaustagegeld erhalten Sie ohne Abzüge, es muss also nicht in der Steuererklärung angeben bzw. versteuert werden. Sie können die Beiträge der Krankenhaustagegeldversicherung sogar als sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Anders übrigens als beim Krankentagegeld, das als Lohnersatzleistung unbedingt versteuert werden muss.

Sie fragen sich, ob für Sie eine Krankenhaustagegeldversicherung sinnvoll ist? Geben Sie die Frage einfach an uns weiter. Wir prüfen Ihren Versicherungsstatus, finden relevante Lücken und Einsparpotentiale – und schnüren Ihnen eine passgenaue Absicherung zu fairen Preisen.

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