Krankenhäuser mag eigentlich niemand von uns – und das unabhängig davon, ob es sich um einen geplanten oder ungeplanten stationären Aufenthalt handelt. Zusätzlich zu dieser persönlich unangenehmen Situation, mit der jeder Versicherte erstmal zurechtkommen muss, kommt häufig die Sorge um die zusätzliche finanzielle Belastung bei einem Krankenhausaufenthalt hinzu. Eine private Zusatzversicherung über Krankenhaustagegeld hilft, wenigstens die entstehenden Kosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt, abzudecken beziehungsweise deutlich zu senken. Wir klären auf, wann Ihre PKV Krankenhaustagegeld auszahlt, welche Leistungen das im Allgemeinen umfasst, was die Absicherung von Krankenhaustagegeld kostet und für wen diese sinnvoll ist.

 

Welche Kosten fallen während einer stationären Behandlung an?

Wer für längere Zeit im Krankenhaus liegt, muss nicht nur die pauschalen 10 Euro am Tag Zuzahlung aufbringen, sondern auch mit Mehrkosten für TV- und Telefongebühren, Fahrtkosten für die Angehörigen sowie Ausgaben für Bücher, Zeitschriften etc. oder Besuche in der Cafeteria rechnen. Bei Selbstständigen kommt häufig noch das ausgefallene Honorar hinzu oder Kosten, die mit der Einstellung einer Vertretung entstehen. Bei Familien muss gegebenenfalls eine Haushaltshilfe bezahlt werden, die die Kinderbetreuung und den Haushalt übernimmt.

 

Der Eigenanteil in Höhe von 10 Euro pro Tag fällt nur bei gesetzlich Versicherten ab 18 Jahren an. So ist es im § 39 SGB V geregelt. Diese Art der Zuzahlung ist auf maximal 28 Tage und somit 280 Euro im Jahr begrenzt. Allerdings zählen auch Aufnahme- und Entlassungstage als volle Tage. Privatversicherte müssen in der Regel keine pauschalen Zuzahlungen für den stationären Aufenthalt zahlen.

 

Welche Kosten davon übernimmt das Krankenhaustagegeld?

Das Krankenhaustagegeld ist eine unkomplizierte private Zusatzversicherung. Sie wird ab dem ersten Tag der stationären Aufnahme im Krankenhaus bezahlt. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Versicherte mindestens eine Nacht dort verbringt. Die Höhe der Leistung richtet sich nach der vorab vertraglich vereinbarten individuellen Höhe des Tagessatzes, der für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes gezahlt wird. Dazu werden Aufnahme- und Entlassungstag voll und auch Sonn- und Feiertage gezählt. Unkompliziert ist das Krankenhaustagegeld auch insofern, dass der Versicherte keine Kostennachweise, Rechnungen etc. bei seiner privaten Krankenversicherung einreichen muss. Vielmehr steht das Geld dem Versicherten frei zur Verfügung.

Wer sollte das private Krankenhaustagegeld zusätzlich abschließen?

Wie vor allen Entscheidungen, ob eine Versicherungen nötig und sinnvoll ist, sollte man sich die Frage stellen, was wäre, wenn der Ernstfall eintritt, also eine stationäre Behandlung bevorsteht, und welche Kosten ohne diese zusätzliche Absicherung auf einen zukommen. Bei Aufenthalten im Krankenhaus ist das finanzielle Risiko meist eher über­schaubar, dennoch gibt es viele Versicherte, für die sich dieser Extra­schutz lohnt, was unsere Übersicht mit den am häufigsten abgeschlossenen privaten Zusatzversicherungen zeigt:

Die häufigsten privaten Zusatzversicherungen (Stand: 31.12.2016)

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Quelle: Verband der privaten Krankenversicherung, © Stiftung Warentest

 

Nach den Zahlen vom Verband der privaten Krankenversicherung gehört die Auslandskrankenversicherung zu den sinnvollsten und am häufigsten gewählten privaten Zusatzversicherungen. Sie tritt dann ein, wenn Versicherte außer­halb Deutsch­lands zum Beispiel Urlaub machen und ist schon ab wenigen Euro im Jahr erhältlich.

 

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Die Absicherung mit Krankenhaustagegeld ist zum Beispiel für Familien mit Kindern empfehlenswert, die damit finanziell für Zeiten von Verdienstausfall, insbesondere bei Alleinverdienern, vorsorgen beziehungsweise diesen schmälern können. Aber auch wenn das Elternteil ausfällt, was sich bisher hauptsächlich um den Haushalt kümmerte, lässt sich mit dem Krankenhaustagegeld eine Haushaltshilfe oder die notwendig gewordene Kinderbetreuung bezahlen. Im dritten Fall, wenn also der Nachwuchs krank ist, kann die stationäre Aufnahme einer Bezugsperson für den Klinikaufenthalt eines Kindes bis zum 8. Lebensjahr damit finanziert werden.

 

Für Selbständige, denen bereits bei kürzeren Klinikaufenthalten hohe Verdienstausfälle sowie weitergehende wirtschaftliche Folgen wie der Verlust von Kunden droht, kann ein Krankenhaustagegeld die entscheidende Absicherung darstellen. Aber auch für diejenigen Versicherten wie chronisch Kranke, die wissen, dass ihnen häufiger Krankenhausaufenthalte bevorstehen, lohnt der Abschluss eher. Allerdings verlangt der private Krankenversicherer wie üblich bei Neuabschlüssen eine Gesundheitsprüfung, die damit enden kann, dass der Vertragsabschluss aufgrund eines festgestellten erhöhten Risikos verwehrt wird. Im Prinzip lohnt sich die vergleichsweise private Krankenhaustagegeld-Versicherung für alle Versicherten, die nicht 280 Euro im Jahr aufbringen wollen oder können.

 

Wie schon erwähnt, ist die Auszahlung des Krankenhaustagegeldes strikt an eine stationäre Aufnahme beziehungsweise Behandlung geknüpft. Anders sieht es aus beim Krankengeld oder Krankentagegeld, die jeweils auch außerhalb eines Krankenhausaufenthaltes als Verdienstausgleich ausgezahlt werden.

 

Exkurs: Abgrenzung Krankenhaustagegeld von Krankentagegeld und Krankengeld

Grundsätzlich werden sowohl das Krankengeld als auch das Krankentagegeld unabhängig von einem Klinikaufenthalt bei Arbeitsunfähigkeit bezahlt.

 

Das Krankengeld ist eine einheitlich geltende Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Aufgrund derselben Diagnose kann ein gesetzlich Versicherter bis zu 78 Wochen, also rund 1,5 Jahre, Krankengeld beziehen. Ausbezahlt werden 70 Prozent des Bruttoverdienstes beziehungsweise maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens. Während der Arbeitsunfähigkeit und des Bezugs von Krankengeld sind die Versicherten beitragsfrei versichert.

 

Krankentagegeld ist eine Leistung der privaten Krankenkassen. Auch gesetzlich Versicherte können eventuelle Versorgungslücken mit einer privaten Krankentagegeldversicherung als Zusatzversicherung schließen. Meist gibt es keine zeitlichen Beschränkungen wie beim Krankengeld der GKV und das Krankentagegeld wird solange bezahlt, wie die Arbeitsunfähigkeit andauert. Ähnlich wie beim Krankenhaustagegeld wird der ausgezahlte Tagessatz individuell vereinbart. Doch darf er die 100 Prozent, also das volle Nettoeinkommen, nicht übersteigen.

 

Wie viel kostet die Absicherung von Krankenhaustagegeld?

Die Kosten für eine Absicherung von Krankentagegeld sind verglichen mit anderen Versicherungsverträgen eher gering. Außerdem ist eine individuelle Anpassung der Beiträge fast immer unkompliziert möglich ist, sodass Sie den Vertrag aktiv und Ihren Bedürfnissen entsprechend gestalten können. Festzustellen ist, dass die Beiträge und auf dem Markt kursierenden Versicherungspakete erheblich variieren können und ein Vergleich der Versicherungen sich in jedem Fall lohnt.

 

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Die Beitragshöhe variiert nicht nur nach dieser vereinbarten Auszahlungshöhe, sondern es spielen meist auch andere Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Beruf mit hinein. Zur Höhe des gewählten Tagessatzes muss überlegt werden, welche Kosten gedeckt werden müssen. In aller Regel reicht es nicht aus, einfach die zu zahlende Pauschale von 10 Euro zu versichern. Geht es um Hilfe im Haushalt, Verdienstausfall, Fahrtkosten etc. sollte die Auszahlungssumme entsprechend höher gewählt werden.

 

Bei den meisten privaten Krankenversicherern wird das Krankenhaustagegeld kombiniert mit einer privaten Krankenversicherung oder Unfallversicherung als Baustein angeboten. Im letzteren Fall zahlt die Versicherung nur nach einem Unfall – dann aber für alle Krankenhausaufenthalte, die bis zu drei Jahre nach dem Unfall notwendig werden. Beim Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung findet man das Krankenhaustagegeld häufig in Form einer stationären Zusatzversicherung. Diese umfasst neben dem Krankenhaustagegeld auch andere Leistungen wie Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer oder freie Klinikwahl und versetzt gesetzlich Versicherte in den Status von Privatversicherten.

 

Fazit

Sollte man sich den Luxus von Krankenhaustagegeld gönnen? Für junge und gesunde Versicherte, denen rein statistisch betrachtet seltener ein Klinikaufenthalt bevorsteht, ist die Absicherung mit Krankenhaustagegeld eher zweitrangig. Aber selbst für sie kann sich das Blatt etwa durch einen Unfall ganz schnell wenden und Krankenhaustagegeld zum heimlichen Steckenpferd in der Not werden, wenn es um die Kompensation von zusätzlichen Kosten wie Haushaltshilfe, Verdienstausfall, Fahrtkosten, TV im Zimmer etc. geht. Ohne Frage ist es wichtig und hilfreich, wenn man sich im Genesungsprozess auf sich und den Heilungsprozess und nicht um (finanzielle) Nöte kümmern kann.

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