In Deutschland haben wir ein zweigliedriges Krankenversicherungssystem. Bestehend aus der PKV und der GKV. Knapp 90% der deutschen Einwohner sind in der GKV versichert, und ganze 10% haben das Privileg, in der PKV versichert zu sein. Anders als in der GKV, hat man in der PKV die Möglichkeit, seinen Versicherungsumfang selbst mitzugestalten. Das heißt nicht automatisch, dass man besser abgesichert ist als in der GKV. Grade in Billig-/Einsteigertarifen verbergen sich oft viel Stolpersteine, die dann im Schadensfall sehr teuer werden. Diese sind leider allein nur sehr schwierig, ohne die Hilfe eines Fachberaters aufzudecken. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen im Krankenversicherungsbereich können wir Ihnen hier die wichtigsten Punkte aufzeigen und Ihnen mit dem ein oder anderen Tipp den Weg zu der perfekten Versicherung ebnen.

Welche Leistungen auf keinen Fall fehlen sollten:


1. Heilmittel

Unter einem Heilmittel versteht man ärztlich verordnete Maßnahmen wie z.B Physiotherapie, Ergotherapie, Logotherapie. Besonders wichtig wird hier eine gute Absicherung, wenn es zu einer schweren Erkrankung kommt. Nehmen wir hier mal den Schlaganfall als Beispiel. Statistisch gesehen erleidet jeder 40. Deutsche im Laufe seines Lebens ein Schlaganfall. Ganze 40% der betroffenen haben nach dem Schlaganfall eine chronische Behinderung. Das bedeutet für die betroffene Person, regelmäßige Arztbesuche. Oftmals mehr Mal die Woche. Behandlungen wie z.B bei der Logopädie, um das Sprechen neu zu erlernen oder auch die Ergotherapie, um die motorischen Fähigkeiten wieder zu erlangen, gehören dann zur Tagesordnung.

Wie sichere ich mich hier richtig ab?

Viele Versicherer bieten einen Deckungsschutz von 80-90% an. Sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Doch was passiert bei langfristigen Behandlungen? Regelmäßige kosten kommen auf Sie zu. Wir bleiben mal bei dem Bsp. des Schlaganfalls. Nehmen wir mal an, der Kunde brauch 2 x die Woche Behandlungen Beim Logopäden und 3x die Woche Behandlungen bei Ergotherapeuten. Kosten pro Sitzung für den Logopäden beläuft sich auf 150€ und für den Ergotherapeuten 120€.

Folgenende Kosten würden auf den Kunden zukommen:

150€ x 2 Sitzungen (Logopädie) + 120€ x 3 Sitzungen (Ergotherapie) = 660€. Sollte der Kunde nun einen Tarif mit 80% Deckungsschutz abgesichert haben, entstehen regelmäßige Kosten von 132€ pro Woche, da der Versicherer nur 80% der Gesamtkosten übernimmt. Monatlich würde eine zusätzliche Belastung von 528€ entstehen. Im Jahr sind es ganze 6.336€.

Worauf Sie noch unbedingt achten sollten

Wichtig ist, dass der Versicherer keine weiteren Einschränkungen wie „gemäß Heilmittelliste“ oder Heilmittel „gemäß Bundesbeihilfeverordnung“ in den Versicherungsbedingungen stehe hat. Bei der Heilmittelliste beschränkt der Versicherer Sie auf den Bezug der Leistungen, die er Ihnen anbietet. Viele Versicherer Leisten dann für alternativen zur Liste nur anteilig oder in den meisten Fällen sogar gar nicht. Die meisten aufgelisteten Leistungen sind heute schon nicht mehr auf dem neuesten Stand und werden von den Versicherern auch nicht dem Medizinischen Fortschritt angepasst. Ähnlich sieht es auch bei der Bundesbeihilfeverordnung aus. Die Bundesbeihilfeverordnung orientiert sich von den Leistungen an der GKV und beschränkt die Versicherten auf die in der Beihilfeverordnung stehenden Heilmittel. Zusätzlicher Nachteil der Bundesbeihilfeverordnung ist, dass dieser auch wie die GKV auch noch bestehende Leistungen kürzt.

Grade im Hinblick auf den sich immer schneller entwickelnden medizinischen Fortschritt und die dazukommenden Behandlungsmöglichkeiten raten wir von einer solchen Einschränkung durch den Versicherer ab.

Hier sehen wir ein positives Beispiel (Bayrische Beamten KK Tarif GesundVARIO 400):

Nun kommen wir zu dem nächsten wichtigen Leistungsbereich...

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Die Datenschutzrichtlinien und Erstinformation habe ich zur Kenntnis genommen.

2. Hilfsmittel

Zu den Hilfsmitteln zählen Prothesen, Orthesen, Krankenfahrstühle, aber auch Blindenhunde oder Beatmungsgeräte. Grade die Unterversicherung in diesem Bereich kann im Schadensfall ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Wie hoch sollte die Erstattung sein?

Wir empfehlen immer 100% bei Hilfsmittel. Wieso? Grade bei den Hilfsmitteln kann es extrem teuer werden. Da kann eine Prothese mal schnell bis zu 50.000€ kosten. Bei 80% Erstattung würde das einen Eigenanteil von 10.000€ bedeuten.

Eher einen offenen oder geschlossenen Katalog?

Ein geschlossener Hilfsmittelkatalog beschränkt Sie auf die Angebote des Versicherers. Sollte der Versicherer als nur einen handbetrieben Rollstuhl im Katalog stehen haben, erhalten Sie auch nur die Erstattung für diesen. Der offene Hilfsmittelkatalog hingegen beschränkt die mitversicherten Leistungen nicht und bietet ihnen die Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, welches Hilfsmittel es sein soll.

Sind Begrenzungen auf konkrete Beiträge Sinnvoll?

Das Problem bei Begrenzungen ist, dass die Summen in den meisten Fällen schon aktuell nicht für ein Hilfsmittel mit besserer Ausführung ausreichen. Dazu kommt auch noch die unschöne Tatsache, dass durch die Inflation die Kaufkraft der Summe immer geringer wird. Diese Summen werden vom Versicherer auch nie aktualisiert.

Hier sehen wir ein positives Beispiel (Hallesche Tarif NK. Select XL Bonus):

100% Erstattung, offener Hilfsmittelkatalog, keine Begrenzungen auf Eurobeitragen.


Und nun zu unserem letzten wichtigen Leistungsbereich...

3. Psychotherapie

Rund 18 Millionen erwachsenen Menschen in Deutschland leiden an psychischen Krankheiten. Das entspricht knapp einem Drittel (27,8 Prozent) der erwachsenen Bevölkerung. Frauen (jede dritte) sind häufiger als Männer (jeder vierte bis fünfte) betroffen. Ob es ein plötzlicher Todesfall innerhalb der Familie ist, eine schmerzhafte Trennung oder zu viel Stress auf der Arbeit – das sind alles Ereignisse, die uns alle Treffen können und mit denen man nicht immer allein klarkommt. Muss man auch nicht.

Welche Höhe der Erstattung empfehlen wir?

Wir empfehlen min. 90%, besser wären noch 100%. Alles unter 90% wird auf Dauer bei länger andauernden Behandlungen den Geldbeuteln bluten lassen.

Ist eine begrenzte Behandlungsanzahl zu empfehlen?

Nein. Grade bei schwereren psychischen Erkrankungen kann man Dauer der Behandlung und die Anzahl der Sitzung nur sehr schwer prognostizieren. Sollten Sie Ihre Sitzungszahl nur bis 30 Sitzung abgesichert haben, kommen Sie für jede weitere Sitzung im vollen Umfang auf.

Hier sehen wir ein positives Beispiel (Süddeutsche Krankenversicherung Tarif AM10):

Fazit

Die Entscheidung, welcher der richtige Tarif ist, sollte nicht ausschließlich anhand des Preises ausgemacht werden. Wie Sie evtl. festgestellt haben, kann ein unüberlegt gewählter Tarif gravierende Folgen nach sich ziehen. Grundsätzlich sind neben der oben erwähnten Leistungsbereiche noch viele weitere Punkte, die ebenfalls wichtige Bestandteile einer guten Absicherung in der PKV sind. Der Wechsel in die PKV sollte auf jeden Fall bedacht getroffen werden. Wir empfehlen die Beratung durch einen Experten.