Über diese privaten Krankenversicherer wird sich am meisten beschwert

In ihrer jährlichen Beschwerdestatistik veröffentlicht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (BaFin) unter anderem aktuelle Daten für den Bereich private Krankenversicherung. So hat die Aufsicht für 2016 insgesamt 969 Beschwerden über private Krankenversicherer bearbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet es einen Zuwachs von rund sieben Prozent. Tendenziell sind die Beschwerdequoten bei der BaFin gesunken, da der PKV-Ombudsmann mittlerweile immer besser als alternative Schlichtungsstelle für die private Krankenversicherung Anerkennung erfährt. Gut schneiden Debeka, Barmenia, BBKK, Signal und Hansemerkur ab (alle unter dem Durchschnitt von 2,5 Beschwerden je 100.000 Versicherte). Weit abgeschlagen hingegen mit der höchsten Beschwerdequote (10,33 Beschwerden pro 100.000 Versicherte) liegt die Axa. Mehr Ergebnisse aus der BaFin Beschwerdestatistik für 2016 und zum PKV-Ombudsmann erfahren Sie in diesem Beitrag.

Über diese privaten Krankenversicherer wird sich am meisten beschwert – die Ergebnisse der BaFin-Beschwerdestatistik für 2016

Obwohl die Beschwerdequote gestiegen ist, muss festgestellt werden, dass sie sich im Vergleich zu 2012 fast halbiert hat und der Wert 2004 noch annähernd vier Mal so hoch war.

Der Rückgang der Beschwerden kann ein Indiz dafür sein, dass die Versicherer ihren Service und ihre Leistungen verbessert haben. Das wäre sehr erfreulich. In jedem Falle kann festgestellt werden, dass zumindest ein Teil des Rückgangs auf die steigende Akzeptanz des Ombudsmanns Private Kranken- und Pflegeversicherung zurückzuführen ist. Laut dem Tätigkeitsbericht gingen hier über das Jahr 2016 knapp 6.100 Beschwerden ein.

 

In der aktuellen BaFin Beschwerdestatistik führt die Aufsicht insgesamt 30 private Krankenversicherer auf, über die es Reklamationen gab. Für alle anderen PKV-Anbieter sind keine Beschwerden eingegangen.

In Relation zum Gesamtbestand ergibt sich eine verschwindend geringe Beschwerdequote. Durchschnittlich hatte die BaFin 2016 etwa 2,5 Beschwerden pro 100.000 PKV-Versicherte zu bearbeiten.

Neben der Axa, der Halleschen und der Central lagen auch die Continentale Krankenversicherung a.G., der DKV Deutschen Krankenversicherung AG und der Huk-Coburg Krankenversicherungs-AG als großer Anbieter mit einem Versichertenbestand von mehr als 100.000 relativ deutlich über dem Schnitt:

(Quelle:Jahresbericht 2016 der BaFin )

Hilfe bei Streitigkeiten vom unabhängigen PKV-Ombudsmann

Der PKV Ombudsmann ist der außergerichtliche Streitschlichter für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Versicherte können den Ombudsmann einschalten, wenn Meinungsverschiedenheiten mit ihrem privaten Versicherer auftreten. Zu der Beschwerde nimmt der Ombudsmann dann neutral und unabhängig Stellung. Meist handelt es sich um eine Beratung oder das Ausräumen von Missverständnissen. Gelingt eine Streitschlichtung nicht, kann er die betreffende private Krankenversicherung sogar zu Leistungen von bis zu 10.000 Euro auffordern. Allerdings ist der Schlichterspruch des PKV Ombudsmanns nicht bindend.

 (Quelle: VersicherungsJournal.de

Im Tätigkeitsbericht des Ombudsmanns für das Jahr 2016 stehen 6.084 Anträge auf Schlichtung, von denen rund ein Viertel abgelehnt wurden, weil der Ombudsmann nicht zuständig war oder die Beschwerde vorab nicht bei der privaten Krankenversicherung geltend gemacht wurde. Die bearbeiteten Beschwerden verteilen sich auf alle Bereiche der PKV wie Krankenvollversicherung, Zusatzversicherung, Krankentagegeld, Pflegepflichtversicherung und Auslandskrankenversicherung.

 

Zahlen über berechtigt geführte Beschwerden der PKV-Kunden werden weder von der BaFin, noch vom Ombudsmann genannt. Ebenso gibt die BaFin in ihrer Beschwerdestatistik keine Auskunft über die Gründe der Beschwerden. Hier gibt der Ombudsmann jedoch Einblicke.

Für den Bereich mit den häufigsten Beschwerden (81 Prozent), die Krankenkostenvollversicherung, sind neben Gebührenstreitigkeiten folgend die Beschwerdequoten in den einzelnen Themen aufgeführt:

 

(Quelle:Jahresbericht 2016 der BaFin ) 

Was kann die BaFin bei einem berechtigten Beschwerdefall tun? Die BaFin kann beim Versicherer Druck machen und bessere Leistungen für die Kunden herausholen. Nach eigener Aussage hätten viele angemahnte Versicherungsunternehmen nach einer Aufforderung ihre bisherige Vorgehensweise geändert.

 

Was können Sie tun, wenn Sie nicht mit dem Ausgang Ihrer Beschwerde sind oder Ihre PKV-Tarife senken wollen? KVoptimal.de hat jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Tarifoptimierung. Als unabhängige Beratung erstellen wir für Sie ein unverbindliches und kostenfreies PKV-Gutachten mit allen Tarifoptionen. Meist lässt sich mit einem internen PKV-Tarifwechsel die Prämie zum Teil deutlich reduzieren – bei gleichen oder verbesserten Leistungen.

 

Begrenzte Aussagekraft der BaFin Beschwerdestatistik

Der Erheber selbst, die Bafin, weist daraufhin, dass die Beschwerdestatistik 2016 der BaFin über die Qualität einzelner Unternehmen nicht umfassend beschreiben kann. Zum einen liegt es daran, dass die Beschwerdezahl in Relation zum Versichertenbestand mit dem Stand des Vorjahresendes gesetzt wird. Gerade stark expandierende Versicherer, zu denen auch die neu gegründeten privaten Krankenversicherungen gezählt werden müssen, werden benachteiligt, da sich der kontinuierlich erhöhte Bestand nicht in der Statistik wiederfindet und die Versicherungen in den Beschwerdequoten schlechter dastehen. Zudem werden Versicherer ohne Beschwerden gar nicht aufgeführt.

 

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