Tarifwechsel prüfen

Unisex Tarife für eine gerechtere PKV

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Susanne Schimke
7. Januar 2026

Ausgangspunkt für die Einführung von Unisex-Tarifen war der Europäische Gerichtshof (EuGH), der beschied, dass unterschiedliche Beiträge für die private Krankenversicherung für Männer und Frauen diskriminierend seien. Unisextarife sollen zu mehr Gerechtigkeit führen. Nach mehr als zehn Jahren seit der Einführung lohnt eine Bewertung, ob Unisextarife das gehalten haben, was man sich davon erhoffte.

Bisextarife: So war das Tarifsystem in der PKV bisher

Vor der Einführung von Unisex-Tarifen wurden Beiträge in der PKV geschlechtsabhängig kalkuliert, was bei ansonsten gleichen Voraussetzungen zu unterschiedlichen Beiträgen für Männer und Frauen führte – bei gleichen Leistungen. Mit dem Ergebnis, dass Frauen deutlich mehr für ihren Krankenversicherungsschutz bezahlten als Männer! Um sich das vorzustellen: Die Beiträge der weiblichen Versicherten lagen bis zu 15 bis 20 Prozent höher als die von männlichen Privatversicherten. 

Die Argumentation für die geschlechtsabhängig unterschiedliche Risikoverteilung ergab sich aus mehreren Faktoren. Angeführt wurde die unterschiedlich hohe Lebenserwartung von Männern und Frauen und die damit verbundene durchschnittliche längere Versicherungszeit bzw. Inanspruchnahme von Leistungen im Alter und als Pflegebedürftig. Rein statistisch gesehen, zählten dazu auch die häufigeren Arztbesuche. Die Kosten rund um die Schwangerschaft werden nicht berücksichtigt, sie werden bereits von beiden Geschlechtern getragen.

Die damals abgeschlossenen Bisex-Versicherungen konnten unter den bestehenden Bedingungen weitergeführt werden – sie haben Bestandsschutz. Niemand musste wechseln, alle in einem Bisex-Tarif Versicherten konnten und können immer noch jederzeit in einen Unisex-Tarif wechseln. Ihr flexibles Tarifwechselrecht laut § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist dafür die rechtliche Grundlage – übrigens ist ein interner Tarifwechsel für alle Privatversicherten mit einer Krankenvollversicherung möglich. Der umgekehrte Wechsel, also von Unisex zurück nach Bisex, ist hingegen nicht möglich. Auch können sie nach einem Wechsel von einem Bisex- in einen Unisex-Tarif nicht mehr den Standardtarif wählen.

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So funktioniert das PKV-System mit den Unisex-Tarifen

Die privaten Krankenversicherer hatten eine Übergangszeit, um die Gleichbehandlungsrichtlinie der EU umzusetzen und Unisex-Tarife einzuführen. Sie endete am 20. Dezember 2012.  Seitdem zahlen Privatversicherte unabhängig welchen Geschlechts für gleiche Leistungen den gleichen Beitrag. Das Geschlecht darf kein Tarifkriterium mehr sein neben Eintrittsalter, Beruf, Vorerkrankungen etc. Alle neu abgeschlossenen Versicherungsverträge sind seither Unisex-Tarife.

In der direkten Folge der Tarifangleichung war zu beobachten, dass viele Männer mit höheren (Einstiegs-)Prämien für ihre private Krankenversicherung rechnen mussten. Insbesondere war das bei der Pflegezusatzversicherung nachzuvollziehen. Für Frauen wurde sie im Schnitt günstiger, für Männer teurer. Auch für die meisten Männer in der PKV wirkte es sich im Rückblick nicht unbedingt nachteilig aus, da die Beitragsanpassungen bei Unisex-Tarifen bislang deutlich zurückhaltender als bei Bisex-Tarifen ausfielen. Galt bisher, dass Unisex-Tarife für Männer noch teurer als alte Bisex-Tarife sind – und ein Wechsel nicht lohnt – ändert sich das in den letzten Jahren. Denn nicht selten sind Unisex-Tarife auch für Männer günstiger und ein interner Tarifwechsel kann sich für sie lohnen.

Mehr lesen: Wie unterscheiden sich Bi- und Unisex-Tarife in der PKV?

Fazit: Wie gerecht ist die PKV nach der Einführung von Unisex-Tarifen? 

Die Einführung der Unisextarife hat dazu geführt, dass Männer und Frauen für gleiche Leistungen das Gleiche bezahlen. Männer werden gewissermaßen an den Kosten beteiligt, die Frauen durch ihre höhere Lebenserwartung „verursachen“. Um einigen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Geschlechtergerechtigkeit funktioniert in beide Richtungen. So zahlen Frauen im Gegenzug mehr für Kfz-Versicherungen. Sie tragen also das Risiko der Männer mit, die statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt sind. 

Ob es sich lohnt, von einem alten Bisex-Tarif in einen neueren Unisex-Tarif zu wechseln, ist immer im Einzelfall zu betrachten. Es hängt vom Gesundheitszustand ab, vom Versicherer und seinem individuellen Tarifangebot. Wir verfügen über eine langjährige Expertise in Versicherungsfragen und bei der Tarifoptimierung. Wir beraten Sie gern dazu, welche Tarife für Sie geeignet sind.  

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