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Was kostet ein großes Blutbild für Privatversicherte? 

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Susanne Schimke
10. Juli 2026

Das Blutbild gehört zum Standard von Gesundheitschecks und ärztlichen Diagnosen. Doch wenn Privatversicherte einfach zur Vorsorge gehen, erleben sie manchmal eine unangenehme Überraschung, wenn sie dafür bezahlen sollen. Laboruntersuchungen sind nicht immer und in allen PKV-Tarifen enthalten.

Die Frage lautet: Für wen zahlt die private Krankenversicherung (PKV) – und wer bleibt auf bis zu 200 € Eigenanteil sitzen? Das Stichwort heißt medizinische Notwendigkeit.

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Wann wird das kleine und wann das große Blutbild angeordnet? 

Das kleine Blutbild wird häufig als Routine- oder Vorsorgeuntersuchung im Rahmen von allgemeinen Check-ups, vor Operationen oder bei unklaren Beschwerden wie Müdigkeit oder Leistungsschwäche angeordnet. Besteht (daraufhin) der Verdacht auf spezifische, tieferliegende Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen, Allergien etc. oder soll der Verlauf chronischer Krankheiten kontrolliert werden, kann das erweiterte große Blutbild bei der Diagnose helfen. 

Das große Blutbild umfasst die Basisblutwerte des kleinen Blutbildes und das sogenannte Differentialblutbild 

Großes Blutbild = kleines Blutbild + Differentialblutbild 

Für das kleine Blutbild werden nur die Anteile von roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen ermittelt. Konkret werden dafür Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, MCV, MCH und MCHC gemessen bzw. berechnet, untersucht und beurteilt. Eine für Alter und Geschlecht unterdurchschnittliche Zahl an Erythrozyten (rote Blutkörperchen) weist z. B. auf eine Anämie hin, erhöhte Leukozyten (weiße Blutkörperchen) können Symptom sein z. B. für einen Infekt.

Quelle: LADR (https://www.ladr.de/fuer-patientinnen/organfunktionen-ganz-einfach/knochenmark-blutbildung)

Das Differentialblutbild unterscheidet (differenziert) die verschiedenen Formen der weißen Blutkörperchen, womit Infektionskrankheiten, Entzündungen, Leukämie (Blutkrebs) oder Allergien näher diagnostiziert werden können. 

Quelle: LADR (https://www.ladr.de/fuer-patientinnen/organfunktionen-ganz-einfach/knochenmark-blutbildung)

Das testet das große Blutbild nicht

Das große Blutbild gibt keine Rückschlüsse auf die Funktion der Organe. Für Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte und auch die ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen sind separate Laboranalysenerforderlich, die auf Wunsch bzw. bei Bedarf gemacht werden. Das gilt auch für Tumormarker. Sie werden erst dann gemessen, wenn ein Verdacht auf eine Tumorerkrankung besteht oder bei Krebspatienten zur Krankheitsüberwachung. 

Blutbild: Diese Kosten entstehen 

Das große Blutbild gehört zu den am häufigsten angeforderten Laborleistungen. Der Piks in die Vene und die überwiegend automatisch maschinelle Untersuchung des Blutes im Labor sind günstige Posten auf der Blutbild-Rechnung. Die Auswertung und Beratung durch Arzt oder Ärztin machen den Löwenanteil aus. 

Info: Was kostet ein großes Blutbild Privatversicherte?

  • Blutentnahme:  ca. 4 bis 6 € 
  • Laboruntersuchung:   ca. 5 bis 12 € 
  • ärztliche Leistungen (Diagnostik, Beratung) 

sowie ggf. Zuschläge: ca. 100 bis 200 € 

Für ein großes Blutbild fallen abhängig von Labor, Umfang, Steigerungsfaktor und Region (!) Kosten zwischen 100 und 200 € an. Zum Vergleich: Ein kleines Blutbild kostet zwischen 40 und 100 €.

Tipp: Wer eine Laborrechnung über 100 bis 200 € selbst trägt, statt sie einzureichen, kann sich unter Umständen die Beitragsrückerstattung sichern – ein Vergleich lohnt sich.

Wie viel kostet ein Blutbild für Veganerinnen und Veganer? 

Wie viel ein Blutbild für vegan Lebende kostet, hängt von der Anzahl der untersuchten Nährstoffe ab. Empfohlen werden vor allem diese Werte: Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Kalzium, Zink, Vitamin B2, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Zink, Vitamin B9 (Folsäure) und Jod, die nicht mit dem großen Blutbild abgedeckt werden. Für die Laboruntersuchung von einem Wert muss jeweils mit etwa 15 bis 20 € gerechnet werden. Sofern kein akuter Verdacht auf einen Mangel besteht und nur der Kontrolle dient, muss der Bluttest meist selbst gezahlt werden – nicht selten leisten besonders umfangreiche PKV-Tarife allerdings auch für freiwillige Vorsorgetests. Weisen bestimmte Symptome auf einen Nährstoffmangel hin, werden die Kosten für das Blutbild meist von der privaten Krankenversicherung übernommen, weil er medizinisch notwendig ist.  

Eine vegane Ernährung versorgt den Körper mit allen nötigen Nährstoffen – wenn sie ausgewogen ist. Gerade diejenigen, die auf eine rein pflanzliche Ernährungsweise umgestellt haben, sollten ihre Blutwerte und damit die Nährstoffversorgung im Blick behalten und mit einem Blutbild testen lassen. 

Wird ein großes Blutbild von der privaten Krankenkasse bezahlt? 

Die private Krankenversicherung – wie auch die gesetzliche Krankenkasse – übernimmt die Kosten für ein großes Blutbild, wenn es medizinisch notwendig ist. 

Besteht ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung oder machen sich bereits körperliche Beschwerden bemerkbar, trägt die PKV die gesamten Kosten für ein großes Blutbild. 

Darüber hinaus beinhalten viele PKV-Tarife Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups: Je nach Vertrag kann ein großes Blutbild eingeschlossen sein. Formulierungen in den Vertragsunterlagen wie Vorsorge-Baustein oder Budget für Vorsorgeuntersuchungen geben Hinweise darauf, dass die Kosten auch ohne medizinische Notwendigkeit im bestimmten Rahmen übernommen werden. 

Ob die private Krankenversicherung die Kosten für ein großes Blutbild als präventive Untersuchung erstattet, hängt vom konkreten Tarif ab.  

Ein Blutbild ohne medizinischen Grund als reine Wunschleistung muss in der Regel selbst bezahlt werden. Wer sich unsicher ist, klärt in der Praxis, ob das Blutbild medizinisch notwendig ist oder beim Versicherer, welche Leistungen auch ohne Auffälligkeiten erstattet oder bezuschusst werden können. Leistungsstarke Premiumtarife übernehmen oft auch spezielle Analysen wie Vitamin-D-, Bitamin-B12- oder Ferritintests, die z. B. für vegane Privatversicherte wichtig werden können. 

Ist ein großes Blutbild einmal im Jahr kostenlos? 

Kostenlos ist ein großes Blutbild dann, wenn es medizinisch notwendig ist, also bei unklaren Beschwerden oder bestehenden Krankheiten, die Kontrolle bedürfen. Dann werden die Kosten für eine Blutuntersuchung übernommen. Ohne medizinischen Grund werden Blutbilder im Rahmen von Vorsorgeleistungen und Check-ups erstattet. Einsteigertarife in der PKV orientieren sich oft an den Modi der gesetzlichen Krankenkassen, die bis einschließlich 34 Jahre einen Check-up vorsehen und danach alle drei Jahre. Privatversicherte haben abhängig von ihrem Tarif ggf. bestimmte Vorsorgeleistungen oder Budgets, die sie dafür nutzen können. 

Eine gezielte Beratung zu starken Tarifen bei Vorsorgeleistungen hilft dabei, geeignete Versicherer und Tarife zu finden. 

Türöffnerversicherung für gesetzlich Versicherte: Eine Krankenzusatzversicherung mit z. B. 500 € pro Jahr für private Vorsorgeuntersuchungen und vielem mehr.

Vegan essen, rauchen, Alzheimer? – Sie sollten ihr Blutbild checken lassen 

Veganerinnen und Veganer 

Wer sich vegan ernährt, sollte besonders auf Vitamin B12 achten, da es praktisch ausschließlich aus tierischen Quellen oder Supplementen stammt und ein Mangel neurologische Symptome verursachen kann. Empfehlenswert ist eine regelmäßige Blutbild-Kontrolle von B12, Ferritin, Vitamin D und dem Omega-3-Index – am besten einmal jährlich oder bei Symptomen wie Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen. Zu Beginn des veganen Lebens zur Kontrolle häufiger. Eine begleitende Supplementierung von Vitamin B12 gilt in der veganen Ernährung als Standardempfehlung.

Raucherinnen und Raucher 

Rauchen schädigt nachweislich die Gefäße, erhöht das Thromboserisiko und verändert das Blutbild. Regelmäßige Blutbilder sind wichtig, um frühzeitig Veränderungen wie Lungenschäden oder Gefäßveränderungen festzustellen. 

Menschen mit familiärer Vorbelastung oder Sorge vor Alzheimer und Krebs 

Bei einer familiären Vorbelastung z. B. für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Alzheimer, Krebs oder Fettstoffwechselstörungen reicht ein Standard-Blutbild oft nicht aus. In der Praxis bzw. im Labor kann das Blut gezielt auf vererbbare Risikofaktoren wie erhöhtes LDL-Cholesterin, HbA1c (Langzeitblutzucker) oder genetische Marker untersucht werden, um das persönliche Krankheitsrisiko präzise einzuschätzen.

Info: Wie sinnvoll sind Vitaminchecks (Blutchecks)?

Viele Menschen sind bereits gesundheitsbewusst und wissen, welche Nährstoffe der Körper braucht. Gerade für Vitamine gibt es nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogerien und Supermärkten ein breites Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln. Vielleicht liegt deren Beliebtheit daran begründet, dass Vitamine eng verknüpft werden mit glänzenden Haaren, schöner Haut und ein Mangel mit Müdigkeit und fehlender Energie.

Um sicher zu gehen, werden Laboruntersuchungen des Vitaminspiegels immer beliebter – auch wenn diese Leistung meist nicht von der Versicherung übernommen wird.  

Fakt ist jedoch: Die Ernährung sollte durchdacht sein, um den Vitaminbedarf/Nährstoffbedarf umfänglich decken zu können. Ein Vitamincheck ist ohne medizinischen Grund oder begründetem Verdacht in aller Regel nicht nötig. 

Welche anderen Laborkosten werden von der PKV übernommen? 

Neben dem großen und kleinen Blutbild gibt es weitere Laborwerte, die ebenfalls wichtige Hinweise auf die Gesundheit liefern können. Diese werden jedoch nicht automatisch im Blutbild bestimmt, sondern bei Bedarf zusätzlich untersucht.  

Welche dieser Werte sinnvoll sind, hängt von individuellen Beschwerden, Vorerkrankungen oder Risikofaktoren ab. 

Laborwerte, die bei medizinischer Notwendigkeit erstattet werden

Wert Zeigt an … 
Blutzucker: Glukose, HbA1c Blutzuckergedächtnis = Langzeitblutzuckerwert Der Blutzuckerwert zeigt, wie gut der Körper Zucker aus der Nahrung verarbeitet. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Diabetes.  
Cholesterin und Blutfette: Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride Lipoprotein (a) (Herzinfarkt-Früherkennung) Sie geben Hinweise auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  
Leberwerte: GOT (AST), GPT (ALT) und Gamma-GT Diese Laborwerte zeigen, ob die Leber normal arbeitet oder möglicherweise belastet ist.  
Nierenwerte: Kreatinin und Harnstoff  Die Werte geben Auskunft darüber, wie gut die Nieren das Blut filtern und Stoffwechselprodukte ausscheiden.  
Eisen und Ferritin   Diese Werte helfen, einen Eisenmangel frühzeitig zu erkennen, der häufig mit Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen einhergeht.  
Schilddrüsenwerte: TSH sowie die Hormone T3 und T4  Die Werte zeigen, ob die Schilddrüse normal arbeitet. Veränderungen können sich unter anderem auf Energielevel, Gewicht oder Herzfrequenz auswirken.  

Auch weitere spezielle Laborleistungen wie der PSA-Test (Prostatakrebs-Vorsorge) oder der HPV-Test werden von den meisten PKV-Tarifen ebenfalls übernommen. 

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