Für den öffentlichen Dienst gibt es keine speziellen Tarife in der privaten Krankenvollversicherung (PKV). Grundsätzlich zahlen sie den regulären Arbeitnehmeranteil von ihrem Beitrag laut dem kalkulierten individuellen Gesundheitsrisiko.
In der PKV werden Beiträge nicht einkommensabhängig wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhoben, sondern abhängig von Gesundheitszustand, Alter und den gewählten Leistungen. Hier eröffnet sich Spielraum, was die private Krankenversicherung im öffentlichen Dienst günstiger oder unnötig teuer werden lässt. Ein sorgfältiger Vergleich von Tarifen und Anbietern macht sich nicht selten schnell bezahlt.
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Jetzt kontakt aufnehmenWer darf in die PKV – wer nicht?
Für Angestellte im öffentlichen Dienst gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für Beschäftigte in der freien Wirtschaft: In die private Krankenversicherung können sie nur wechseln, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet. 2026 liegt diese bei 77.400 € bzw. 6.450 € im Monat.Hierzu zählen vermögenswirksame Leistungen, aber vor allem die im öffentlichen Dienst noch weitverbreiteten tariflichen Leistungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld, die als Jahressonderzahlung bzw. als 13. Gehalt im November ausgezahlt werden.
Angestellte im öffentlichen Dienst dürfen sich privat krankenversichern, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (2026: 77.400 € brutto jährlich bzw. 6.450 € monatlich)
Das kostet die private Krankenversicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst
Die Beitragshöhe in der privaten Krankenversicherung richtet sich für Angestellte im öffentlichen Dienst – wie für andere abhängige Beschäftigungsverhältnisse – nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Alter, dem Gesundheitszustand, dem gewünschten Leistungsumfang sowie ggf. der Kosten für das Krankentagegeld und Zusatzbausteinen wie Einzelzimmer, Zahnersatz, Sehhilfen oder Chefarztbehandlung etc. Häufig zahlen sie weniger als in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die folgende Übersicht bietet einen guten Orientierungsrahmen, jedoch keine verbindlichen Beitragshöhen:

* Es handelt sich um Durchschnittswerte für eine grobe Orientierung. Um konkrete Monatsbeiträge für einzelne Versicherte zu kalkulieren, werden das Alter, individuelle Leistungen und Risiken wie z. B. Rauchen, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Allergien, Therapien in den letzten 10 Jahren zum Zeitpunkt des Vertragsschlussesberücksichtigt. Aussagekräftige Werte erhält man mit einem Tarifvergleich oder einer Beratung durch ungebundene Fachleute, die ohne Provision beraten.
Ist die private Krankenversicherung teurer als die gesetzliche?
Im Allgemeinen nicht, was auch die Statistik vom PKV-Verband nahelegt. Hier wurde die Entwicklung der Beiträge zur GKV und zur PKV innerhalb der letzten zwanzig Jahre gegenübergestellt. Mit 3,9 % steigen die Beiträge für Kassenpatientinnen und -patienten deutlich stärker als die der privat Krankenversicherten. Klar wird auch, dass der Trend bereits länger anhält, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht in dem Maße steigen wie in der gesetzlichen:

Was kostet eine private Krankenversicherung für Angestellte ab 55 Jahren?
Für Angestellte ab 55 Jahren liegen die monatlichen PKV-Bruttobeiträge je nach Tarif typischerweise zwischen 700 und 900 € – da der Arbeitgeber jedoch die Hälfte übernimmt (maximal 508,59 € monatlich, Stand 2026), reduziert sich der Eigenanteil auf etwa 350 bis 450 €. Die genauen Kosten hängen stark vom gewählten Tarif, dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss sowie möglichen Vorerkrankungen ab.
Ältere Privatversicherte zahlen tendenziell höhere Prämien. Zwar werden in jüngeren Jahren Altersrückstellungen gebildet, um den Beitragsanstieg im Alter abzufedern – dennoch können die Beiträge ab einem gewissen Alter deutlich höher ausfallen, besonders wenn Angestellte erst spät in die PKV eingetreten sind und erst wenig Rückstellungen aufgebaut haben.
Wie viel zahlt der Arbeitgeber für eine private Krankenversicherung?
Der Arbeitgeber übernimmt grundsätzlich die Hälfte des PKV-Beitrags, maximal jedoch 508,59 € pro Monat (Stand 2026). Kostet die PKV beispielsweise 600 € im Monat, zahlt der Arbeitgeber 300 €; liegt der Beitrag hingegen bei 1.100 €, ist der Zuschuss auf 508,59 € gedeckelt und die Angestellten tragen die Differenz selbst.
Beispiel 1
Monatsbeitrag: 600 €
Maximaler Arbeitgeberzuschuss: 300 €
Beispiel 2
Monatsbeitrag: 1.100 €
Maximaler Arbeitgeberzuschuss: 508,59 € (= 50 % vom Höchstbeitrag GKV, Stand 2026)
Im Vergleich zu 2025 ist der maximale Zuschuss um 37,28 € gestiegen – damals lag er noch bei 471,32 € monatlich. Die sogenannten Rechengrößen werden jährlich geprüft und ggf. an die Entwicklung der Löhne angepasst.
Was passt besser? Gesetzliche oder private Krankenversicherung für öffentlichen Dienst:
Wer eine Entscheidungshilfe braucht und nicht sicher ist, ob er oder sie in der gesetzlichen bleiben oder in die PKV wechseln soll, findet hier Orientierung:
| Situation | PKV oder GKV? |
| Jung, gesund, keine Vorerkrankungen | PKV ist meist günstiger |
| Niedriges bis mittleres Einkommen, Einkommen unsicher | GKV ist ggf. günstiger, da einkommensabhängig |
| Hohes Einkommen (> 60.000 € Gewinn) | PKV oft günstiger und leistungsstärker |
| Familiengründung geplant (Kinder, Ehegatte ohne Einkommen) | GKV kann günstiger sein wegen der beitragsfreienMitversicherung für Angehörige, aber Kinder können auch in der PKV günstig versichert werden |
Darum ist die PKV für Angestellte so vorteilhaft
- Umfangreichere Leistungen in der PKV und Zugang zu einer bestmöglichen Versorgung
- Individuelle und garantierte Leistungen
- Bevorzugte Behandlung und schnellere Termine
- Einkommensunabhängige Beiträge
- Belohnung für Gesundheit: Beitragsrückerstattung
Für die meisten ist es wichtig, die Wahl zu haben. Als großen Vorteil sehen viele bei der PKV daher, dass sie über die enthaltenen Leistungen mitentscheiden können. An der einen Stelle wünschen sich viele vielleicht mehr Schutz, dafür kann an anderer Stelle gekürzt werden, wenn Leistungen verzichtbar sind.
Welche PKV ist die beste für Angestellte?
Die eine beste private Krankenversicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst gibt es nicht. Ob ein Tarif geeignet ist, hängt von individuellen Bedürfnissen und Prioritäten ab. Faktoren wie Leistungsumfang, Beiträge, Selbstbeteiligung und Zusatzleistungen sollten sorgfältig abgewogen werden. Es ist immer ratsam, verschiedene Tarife zu vergleichen und gegebenenfalls eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um den passenden Schutz zu finden.
Upgrade Privatpatient! So können sich auch gesetzlich versicherte Angestellte umfangreicher krankenversichern
Angestellte ohne entsprechend hohes Einkommen oder Verbeamtung dürfen sich zwar nicht privat krankenversichern, aber sie können private Krankenzusatzversicherungen abschließen und ihre medizinische Basisversorgung der gesetzlichen Krankenkassen ergänzen. Viele private Krankenversicherungen wie die DBV oder die HUK-COBURG bieten für Beschäftigte im öffentlichen Dienst vergünstigte Zusatzversicherungen z.B. für Zahnersatz, Sehhilfen oder Zweibettzimmer an. Warum sind diese Tarife günstiger? Versicherer können solche Rabatte anbieten, weil diese Berufsgruppe ein statistisch geringeres Kündigungs- und Krankheitsrisiko hat.
4 Tipps für die Suche nach einer geeigneten PKV für Angestellte
In Deutschland gibt es über 40 private Krankenversicherungen, die manchmal wiederum mehrere hundert Tarife und Tarifkombinationen im Angebot vorhalten. Diese vier Tipps helfen dabei, gezielt nach geeigneten Angeboten zu filtern:
Tipp #1 Was brauche ich an Leistungen?
Überlegen Sie, welche Leistungen Ihnen (auch zukünftig) wichtig sind. Wählen Sie je Leistungsbereich das Passende aus!
- ambulant: freie Arztwahl, Zugang zu Spezialisten, Sind alternative Heilmethoden wie Heilpraktiker inbegriffen? Mittlere oder hohe Heilmittelübernahme für z. B. Physiotherapie oder Sehhilfen? Wie viele Sitzungen bei Psychotherapie im Jahr? Unbegrenzte Übernahme aller gesetzlich empfohlenen Vorsorge- und Prophylaxemaßnahmen.
- stationär: Einbett- oder Zweibettzimmer, freie Krankenhaus- und Arztwahl, Chefarztbehandlung.
- Zahn: hohe Erstattungssätze: Besser 80, 90 oder 100 % Erstattung für Zahnersatz? Übernahme von hochwertigen Füllungen und professioneller Zahnreinigung, Leistungen für Kieferorthopädie, gibt es Wartezeiten und Höchstbeträge im Jahr (Stichwort: Zahnstaffel)?
- Selbstbeteiligung: Wie hoch darf der jährliche Eigenanteil sein, um auch nach Steuern Beiträge zu sparen?
Lesen Sie hier mehr dazu, wie Sie den Selbstbehalt clever wählen!
Tipp #2 Um wie viel teurer wird es durch Vorerkrankungen? (Stichwort: anonyme Risikovoranfrage)
Private Krankenversicherungen sind nicht zur Annahme verpflichtet und prüfen genau, wer sich bei ihnen versichern kann. Gerade gesundheitlich Vorbelastete sollten frühzeitig klären, ob und inwiefern sie versicherbar sind. Das lässt sich am einfachsten über eine anonyme Risikovoranfrage mit echten Daten, aber ohne Namensnennung bei verschiedenen Anbietern realisieren.
- Bei der Risikovoranfrage werden die Fragen der Gesundheitsprüfung z. B. zu Therapien, OPs, chronischen Erkrankungen, früheren Diagnosen und Lebensgewohnheiten (Rauchen) ausgefüllt und über eine Maklerin oder einen Makler ein Angebot eingefordert. Am Ende wissen Sie, unter welchen Konditionen die angefragten Versicherungen Sie konkret versichern.
Tipp #3 Wie entwickeln sich die Beiträge im Alter? (Stichworte: Beitragssteigerungen & Selbstbehalt)
Die PKV-Beiträge steigen mit dem Alter – im Übrigen auch die in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das liegt nicht daran, dass die Versicherten kränker werden, sondern an Faktoren wie Inflation, Niedrigzins, aber auch an der längeren Lebenserwartung und vor allem an den deutlich gestiegenen Ausgaben für die medizinische Versorgung. Werden gesetzlich vorgegebene Schwellenwerte in der Bilanz oder bei den Sterbewahrscheinlichkeiten übertroffen, müssen die privaten Krankenversicherungen die Beiträge erhöhen. Wer sich die Beitragsentwicklung von in Frage kommenden Versicherern anschaut und auch prüft, wie sich ein Selbstbehalt über die Jahre auswirkt, erhält wertvolle Informationen.
- Wie beitragsstabil sind die einzelnen privaten Krankenversicherungen (siehe Rankings)? Wie hoch sind die Beitragserhöhungen in den letzten Jahren ausgefallen?
- Lassen Sie sich verschiedene Szenarien berechnen: Mit verschiedenen Höhen der Selbstbeteiligung und deren Auswirkungen auf die Gesamtbeiträge.
Tipp #4 Wo kann ich mich objektiv beraten lassen?
Bei der Suche nach dem passenden Tarif gilt es, zahlreiche Faktoren im Blick zu behalten: der Leistungsumfang spielt ebenso eine Rolle wie die langfristige Beitragsstabilität – und nicht zuletzt die persönliche Lebensplanung. Ist Familienzuwachs geplant? Steht womöglich ein Jobwechsel bevor und der Gang in die Selbstständigkeit? Da die Wahl der PKV eine Entscheidung für das gesamte Leben ist, können vorschnelle Vergleiche schnell zu schmerzhaften Versorgungslücken führen. Wer hingegen auf die Expertise ungebundener Versicherungsberatungen setzt, schützt sich langfristig vor unnötigen Kosten – denn PKV-Tarife sind vielschichtig, und was auf den ersten Blick vergleichbar wirkt, kann sich im Detail erheblich unterscheiden.
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