Private Krankenversicherung Kündigen - Wie? Was? Wann?
Wann kann ich meine private Krankenversicherung kündigen?
Was ist eine außerordentliche Kündigung in der privaten Krankenversicherung?
Nur PKV-Verträge mit Versicherungsbeginn ab 2009 sollten gekündigt werden
Welche PKV-Anbieter sind für einen Versichererwechsel zu empfehlen?
Welche Gründe sprechen für einen Anbieterwechsel?
Tipps und Tricks für den PKV-Neuabschluss
Welche PKV-Verträge sollten nicht gekündigt werden?
Welche Kunden sollten den Tarif über einen PKV-Tarifwechsel ändern?

 

Wann kann ich meine private Krankenversicherung kündigen?

Grundsätzlich kann jeder PKV-Vertrag ordentlich mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Kündigung ist, hängt vom jeweiligen Versicherer ab. Versicherer unterscheiden bei der Kündigungsfrist zwischen dem Kalenderjahr (immer bis zum 30.09. des Jahres) und dem Versicherungsjahr. Bei dem Versicherungsjahr wir die Kündigungsfrist immer vom Vertragsbeginn gerechnet.
Beispiele:
Kalenderjahr: Unabhängig vom Versicherungsbeginn muss bis zum 30.09.eines Jahres gekündigt werden. Der Versichererwechsel wird dann zum 01.01. des Folgejahres vollzogen.
Versicherungsjahr: Versicherungsbeginn war am 01.07. des Jahres. Das Versicherungsjahr läuft 12 Monate, endet am 30.06. (Kündigungsfrist drei Monate). Es muss bis zum 31.03. gekündigt werden. Der Versichererwechsel wird dann zum 01.07. vollzogen.
Wenn Sie Fragen zur Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit von PKV-Verträgen haben oder Unterstützung bei einer Vertragskündigung brauchen helfen wir gerne weiter. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Eine Übersicht über die Kündigungstermine der Versichere haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Gesellschaft Laufzeit Kündigungsmodalität
Allianz 2 Kalenderjahr
Alte Oldenburger 2 Versicherungsjahr
ARAG 2 Kalenderjahr
AXA 2 Kalenderjahr
Barmenia 2 Versicherungsjahr
BBKK 2 Versicherungsjahr
Central 2 Kalenderjahr
Concordia 2 Kalenderjahr
Continentale 1 versicherungsjahr
Debeka 1 Versicherungsjahr
Deutscher Ring 2 Kalenderjahr
DKV 2 Kalenderjahr
Gothaer 2 Kalenderjahr
Hallesche 2 Versicherungsjahr
Hanse-Merkur 2 Kalenderjahr
HUK-Coburg 1 Kalenderjahr
Inter 1 Versicherungsjahr
LKH 2 Kalenderjahr
LVM 2 Kalenderjahr
Mecklenburgische 1 Kalenderjahr
Münchener Verein 2 Kalenderjahr
Nürnberger 2 Kalenderjahr
Ottonova 2 Kalenderjahr
PAX 2 Kalenderjahr
Provinzial 2 Kalenderjahr
R+V 2 Kalenderjahr
SDK 2 30.06
Signal 2 Versicherungsjahr
Union 2 Kalenderjahr
Universa 2 Versicherungsjahr
Württembergische 2 Kalenderjahr

 

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Die Datenschutzrichtlinien und Erstinformation habe ich zur Kenntnis genommen.

 

Was ist eine außerordentliche Kündigung in der privaten Krankenversicherung?

Jeder Versicherungsnehmer hat das Recht, bei einer Erhöhung der PKV-Beiträge den PKV-Vertrag innerhalb einer Frist zu Kündigungen. Beitragserhöhungen oder Beitragsanpassungen erfolgen nicht jährlich, sondern in der Regel alle zwei bis drei Jahre. Erhöht ein Versicherer die Beiträge, kann der Vertrag außerhalb der Kündigungsfristen gekündigt werden. Alle Informationen zu den Sonderkündigungsrechten in der PKV finden Sie hier.

 

Allerdings ist es nicht immer ratsam, die private Krankenversicherung zu kündigen. PKV-Verträge sind nach Art der Lebensversicherung kalkuliert. Das bedeutet, auch wenn es sich um eine Krankenversicherung handelt, ist der Charakter einer Kapitalanlage vorhanden. Der entsprechende Hinweis dazu findet sich im §146 VAG, Absatz 1:

Ihre Beiträge werden deshalb nicht vollständig für Gesundheitskosten ausgegeben, sondern zum Teil zurückgelegt und angespart. Diese Ansparungen werden als Alterungsrückstellungen bezeichnet. Der Versicherer legt Rückstellungen an, damit die zu erwartende Kostensteigerung durch Ihre Alterung finanziert sind.
Hinweis: Es wird trotz der Altersrückstellung zu weiteren Beitragserhöhungen auch im Rentenalter kommen.

Nur PKV-Verträge mit Versicherungsbeginn ab 2009 sollten gekündigt werden

Für alle Verträge mit Versicherungsbeginn ab dem 01.01.2009 besteht die Portabilität der Alterungsrückstellungen. Werden Tarife der neuen Tarifwelt aufgrund Versichererwechsel gekündigt, werden die Alterungsrückstellungen zum Großteil zum neuen Versicherer übertragen. Dadurch entsteht ein Kostenvorteil von ca. 4 Euro pro Monat (Faustformel). Das bedeutet, wer 10 Jahre bei einem privaten Versicherer war und den Versicherer wechselt, erhält 40 Euro (10x4) monatlichen Beitragsnachlass beim neuen Versicherer. Wichtig: Je hochwertiger ein Tarif ist, desto mehr Rückstellungen werden gebildet, desto höher der Vorteil. Gerade für Arbeitnehmer mit Arbeitgeberzuschuss zahlen sich gute Tarife dreifach aus.

  • Es werden mehr Rückstellungen gebildet, was für die Zukunft besser ist.
  • Die Leistungen sind besser, was das Leben verlängern kann.
  • Die finanziellen Belastungen sinken, weil weniger Zuzahlung zu leisten sind.

Wer gesund ist, sich nach 2009 versichert hat und unzufrieden mit seinem Versicherer ist kann das PKV-Unternehmen wechseln.

 

Welche PKV-Anbieter sind für einen Versichererwechsel zu empfehlen?

Es gibt über 30 verschiedene Versicherer und jeder Versicherer bietet eigene Leistungsmodelle. Dabei fallen immer wieder Versicherer auf, welche vertragliche Leistungen sehr günstig anbieten. Häufig sind solche Tarife unterkalkuliert und führen in Zukunft zu einer Korrektur der Beiträge (=Beitragserhöhungen). Wichtig: Jeder Versicherer bietet eine günstige Tariflinie und eine hochwertige Tariflinie. Langfristig ist es immer besser zuerst in die hochwertige Tariflinie zu gehen. Sollte später der Tarif innerhalb der Gesellschaft gewechselt werden, entstehen hohe Beitragsreduzierungseffekte.
Versicherer wie die Hallesche, SDK, Universa sollten in Betracht gezogen werden.

Welche Gründe sprechen für einen Anbieterwechsel?

Im Wesentlichen gibt es drei Gründe, um einen PKV-Versicherer zu wechseln. Grundsätzlich gilt, dass ein PKV-Versicherer nur bei guter Gesundheit gewechselt werden kann. Denn bestehenden Erkrankungen führen fast immer zu Zuschlägen.

  • Der Vertrag wird zu teuer:

Ein PKV-Vertrag kann viele nützliche Zusatztarife integrieren. Zum Beispiel bieten viele Versicherer Entlastungstarife für das Rentenalter an. Doch wenn später der Entlastungstarif dazu versichert wird, wird der Gesamtbetrag zu hoch.

  • Die Leistungen sind zu schlecht:

Wer sich neu im PKV-System ist hat noch kein Gefühl für medizinische Leistungen und Erstattungshöhen seines Versicherers. Zusätzlich fallen bestimmte Leistungsbegrenzungen erst auf, wenn Rechnungen eingereicht werden. Häufig ist der Zahnersatzbereich, Heilmittel oder Hilfsmittel mit Zuzahlungen belegt. Wer in diesem Bereich nur 80% versichert hat, wünscht eventuell 100%.

  • Vertragsstörung mit dem Versicherer:

Es gibt Unstimmigkeiten mit dem Versicherer. Es wurde etwas anderes erwartet oder in sonstiger Form wurde das Vertrauensverhältnis gestört.

In diesen Fällen kann es Sinn machen, sich am Markt nach einem neuen Versicherer umzuschauen.

Tipps und Tricks für den PKV-Neuabschluss

Es gibt viele Möglichkeiten PKV-Verträge leistungsstark und günstig zu kalkulieren. Drei Tipps haben wir hier exemplarisch zusammengefasst.

  • Häufig wird der Pflegeversicherungstarif mit gekündigt. Die Leistungen sind bei allen Anbietern für den Tarif PVN identisch. Dahinter verbirgt sich die soziale Pflegeversicherung. Es ist deshalb unwirtschaftlich, die Pflegeversicherung mit zu wechseln.
  • Eventuell können auch Zusatztarife wie Krankenhaustagegeld oder Krankentagegeld beim alten Versicherer bestehen bleiben. Es ist aber ratsam, die Vertragsbedingungen zu lesen, ob nicht irgendwo ein Sonderkündigungsrecht des Versicherers versteckt ist.
  • Viele Versicherer bieten einen Nachlass an, wenn der Jahresbeitrag gezahlt wird. Für Arbeitnehmer ist dieser Vorteil besonders interessant, weil durch den monatlich Arbeitgeberzuschuss der Vorteil auf bis zu 8% Nachlass steigen kann.  

Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten. Steuerliche Vorteile oder die Ausnutzung vom Arbeitgeberzuschuss ergeben weitere Optionen.

Welche PKV-Verträge sollten nicht gekündigt werden?

PKV-Verträge mit Vertragsbeginn bis zum 01.12.2008 oder früher sollten nicht gekündigt werden. Die Portabilität der Alterungsrückstellungen ist für diese Verträge nicht möglich. Deshalb sollten PKV-Kunden bedenken, dass bei einer Vertragskündigung alle Alterungsrückstellungen verloren sind. Doch auch hier gibt es eine gute Lösung. Der Spar-Effekt aus Alterungsrückstellungen gilt auch bei einem Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft. Der §204 VVG regelt, dass jeder PKV-Kunde in einen anderen Tarif bei seinem Versicherer unter Anrechnung der Alterungsrückstellungen wechseln darf.

Bei einem PKV-Tarifwechsel ergeben die Alterungsrückstellungen ebenfalls einen Nachlass auf den neuen Tarif. Als Faustformel gilt auch hier, dass der neue Tarif pro zurückgelegtes Versicherungsjahr um ca. 5 Euro monatlich günstiger ist als für Neukunden. Deshalb haben auch ältere Bestandskunden die Möglichkeit, mehr Leistungen für weniger Geld zu bekommen.
Dazu ein Beispiel der Barmenia:
Unser Kunde ist seit 2010 in einem einfachen Tarif (geringes Leistungsniveau) bei der Barmenia versichert. Anstatt den Versicherer zu wechseln, kann der Kunde auch den Tarif innerhalb der Barmenia wechseln. Ziel des Kunden ist, die Leistungen zu verbessern und moderne Bedingungen (offener Hilfsmittelkatalog, Heilpraktiker, häusliche Krankenpflege, ambulante Transporte, etc.) zu vereinbaren. Als Bestandskunde der Barmenia erhält der Kunde bei einem Tarifwechsel über 42 Euro Nachlass auf den neuen Tarif.
Auf der linken Seite ist der Tarifbeitrag für Neukunden zu sehen, auf der rechten Seite der Tarifbeitrag mit Vorteil aus Alterungsrückstellungen. Der Beitrag ist rund 9% günstiger als für Neukunden.

Welche Kunden sollten den Tarif über einen PKV-Tarifwechsel ändern?

Alle Kunden, welche Verträge vor 2009 abgeschlossen haben oder zu krank für einen PKV-Neuabschluss sind sollten das Tarifwechselrecht nach §204 VVG nutzen. Eine Vertragsprüfung ist kostenfrei über unser Haus möglich und wir erstellen eine spezielle Schwachstellen-Analyse zu Ihrem Vertrag. Versicherer sind darauf geeicht, die Vorteile von neuen Tarifen zu zeigen. Als Bestandskunde ist es für Sie aber ebenso so wichtig, die Nachteile eines neuen Tarifs zu erfahren. Wir helfen gerne weiter.