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Selbstbeteiligung in der PKV clever wählen

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  • Alles zur Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung

  • Klarheit zu Beitrag, Rückerstattung und Arbeitgeberzuschuss

  • Individuelle Strategien für Arbeitnehmer, Selbstständige und Familien

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Tarifwechsel der KVO: 99% Empfehlung bei ProvenExpert
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Was bedeutet Selbstbeteiligung in der PKV?

In der privaten Krankenversicherung versteht man unter Selbstbeteiligung (auch Selbstbehalt oder Eigenanteil) einen Betrag, den Sie zunächst selbst tragen, bevor die Versicherung die Kosten übernimmt. Anders als in der Kfz-Versicherung gilt ein Selbstbehalt immer für ein Kalenderjahr und nicht pro Schaden.

Dabei unterscheidet man üblicherweise: 
  • Absolute Selbstbeteiligung: ein festgelegter Betrag pro Jahr (z. B. 300 €, 600 €)

  • Prozentuale Selbstbeteiligung: Sie tragen einen bestimmten Prozentsatz jeder Rechnung (z. B. 10 %), begrenzt auf eine maximale Summe im Jahr

  • Selbstbeteiligung mit Ausnahmen: Zum Beispiel keinen Selbstbehalt für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen.

Diese Varianten können auch kombiniert auftreten. 

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Welche Arten der Selbstbeteiligung gibt es?

Jährlicher Festbetrag (z.B. 300 €, 600 €, 1.200 €) 

Sie übernehmen alle erstattungsfähigen Kosten im Jahr, bis zu einem festen Grenzwert (z.B. 300, 600, 1.200). Sobald Sie diese Schwelle erreicht haben, übernimmt die PKV weitere Kosten gemäß Tarif. Aus den versicherten Tarifleistungen können weitere Zuzahlungen entstehen.  
 
Beispiel
  • Hanse-Merkur KVS3:

  • Pro Jahr 1.000 € SB, maximal 90 % für Heilmittel.

  • Nach Abzug des Selbstbehaltes werden dann 90 % der Kosten übernommen.

Prozentuale Beteiligung an jeder Rechnung 

Jede Rechnung (ambulant, stationär, Zahn) wird anteilig geteilt – z.B. 10% Ihrer Rechnung 
zahlen Sie selbst, auch bei kleinen Beträgen. 

Kombinationstarife (Mix aus Fest- und Prozentanteil) 

Ein Teil der Kosten ist pauschal gedeckt (z.B. 300 Jahresfestbetrag), und danach gilt eine
prozentuale Beteiligung für darüberhinausgehende Leistungen. 

Vor- und Nachteile der Selbstbeteiligung

Vorteile:  
  • Günstigere Monatsbeiträge: Durch Selbstbeteiligung sinkt der kalkulierte Beitrag.

  • Anreiz zu bewusster Nutzung: Versicherte überlegen eher, ob eine Behandlung nötig ist oder ob Kosten bewusst selbst getragen werden.

Nachteile:
  • Liquiditätsrisiko: Sie müssen aufkommen, wenn Kosten anfallen. Gerade über den Jahreswechsel kann der versicherte Selbstbehalt doppelt auftreten

  • Geringere Beitragsrückerstattung möglich: Weil Sie mehr Rechnungen selbst tragen, kann sich Ihr Anspruch auf Rückerstattung (BRE) verringern.

  • Geringerer Steuervorteil: Wenn Sie weniger Beitrag zahlen, setzen Sie auch weniger Beitrag ab.

  • Weniger Arbeitgeberzuschuss: Der Arbeitgeber beteiligt sich am Beitrag. Nicht am Selbstbehalt. Obwohl er das steuerlich dürfte. Max. 600 € pro Jahr dürfen Arbeitgeber SB-Kosten von Arbeitnehmern übernehmen.

  • Schlechte Tarifwechselmöglichkeiten: Senkungen der Selbstbeteiligung führen fast immer zu einer Gesundheitsprüfung.

Weitere Informationen zur Privaten Krankenversicherung

Wie beeinflusst die Selbstbeteiligung Deinen Beitrag?

Rechenbeispiel

Angenommen, Sie haben zwei Tarife:

VarianteBeitrag ohne SBSelbstbeteiligungBeitrag mit SB
Variante A500€/Monat300€/Jahr440-460€/Jahr
Variante B500€/Monat1.200€/Jahr360-380€/Jahr

Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung kombinieren

Ein kluger Hebel: Rechnungen nicht einreichen, um Ihren Anspruch auf Beitragsrückerstattung (BRE) zu bewahren. Wenn Ihr Tarif BRE vorsieht und Sie wenige medizinische Leistungen beanspruchen, kann sich das lohnen.

  • Wann lohnt sich der Verzicht auf Einreichung?​
    Wenn der potenzielle BRE-Betrag höher ist als die Kosten, die Sie selbst tragen müssten.

  • Wann besser Rechnungen einreichen?​
    Wenn hohe Behandlungen anstehen, die deutlich über dem SB oder dem Rückerstattungswert liegen.

Fallstudie Arbeitnehmer vs. Selbstständige 

  • Als Arbeitnehmer profitieren Sie oft nur anteilig von jeder Beitragsersparnis, sodass eine zu hohe Selbstbeteiligung weniger sinnvoll ist.

  • Selbstständige tragen ohnehin alle Kosten selbst und können daher ein höheres Risiko besser kalkulieren – oft lohnt sich eine höhere SB hier eher.

Vorteile der PKV gegenüber der GKV

Umfangreichere Leistungen in der PKV

Die PKV bietet erstklassige Leistungen wie Ein- oder Zweitbettzimmer im Krankenhaus, Chefarztbehandlung und freie Krankenhaus- sowie Arztwahl. Medikamente und Therapien, die von der GKV nicht abgedeckt werden, sind in der PKV erstattungsfähig.

Individuelle und garantierte Leistungen

In der PKV erhalten Sie maßgeschneiderte Tarife, die nicht gekürzt werden dürfen. Neue Tarife berücksichtigen medizinische Fortschritte und bieten oft einen erweiterten Leistungsumfang. Zusatzleistungen können nach einer Gesundheitsprüfung vereinbart werden.

Bevorzugte Behandlung und schnellere Termine

Privatpatienten genießen oft den Vorteil, bei Fachärzten schneller Termine zu bekommen. Dies bedeutet weniger Wartezeit und schnellere medizinische Versorgung, wenn es darauf ankommt.

Beitragsunabhängigkeit für finanzielle Freiheit

Die Beitragshöhe in der PKV hängt nicht vom Einkommen ab. Gut verdienende oder gesunde Versicherte profitieren von günstigeren Prämien. Klug investiert, ermöglichen diese Ersparnisse eine beitragsfreie Zeit im Alter.

Belohnung für Gesundheit: Beitragsrückerstattung

Viele private Krankenversicherungen bieten Beitragsrückerstattungen, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine Rechnungen eingereicht werden. Ein kluger finanzieller Schachzug für gesundheitsbewusste Versicherte.

Systemunterschiede zur gesetzlichen KV

Anders als die gesetzliche Krankenversicherung bietet die PKV eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Absicherung. Beiträge basieren auf Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, Eintrittsalter und Beruf. Das führt zu fair kalkulierten Beiträgen und optimaler Gesundheitsversorgung.

Für wen ist welche Selbstbeteiligung sinnvoll?

Junge, gesunde Versicherte 

Ein höherer Selbstbehalt kann sinnvoll sein, da Sie wahrscheinlich wenige Arztbesuche haben und Sie profitieren stark durch niedrigere Beiträge. Allerdings sparen Sie auch 

weniger Alterungsrückstellungen an.  

Familien mit Kindern 

Hier kann eine moderate Selbstbeteiligung sinnvoll sein – bei Kindern entstehen oft kleinere Ausgaben, und eine zu hohe SB kann schnell teuer werden. 

Ältere Versicherte oder mit Vorerkrankungen 

Vorsicht bei sehr hohen SB-Werten – das Risiko, viele Kosten selbst tragen zu müssen, steigt. Ein niedrigerer Selbstbehalt oder gar kein SB kann hier besser passen. 
Für ältere Versicherte oder Personen mit bestehenden Vorerkrankungen ist eine niedrige oder keine Selbstbeteiligung oft die sicherste Lösung – insbesondere, solange das Einkommen hoch ist und gesundheitliche Ausgaben absehbar zunehmen. 
Doch gerade im Rentenalter kann ein Tarifwechsel zu einem Selbstbehalt-Tarif eine massive Beitragsersparnis bringen – ohne sofortige Leistungseinbußen, wenn der Tarif 
richtig gewählt ist. 

Beispiel Hallesche PKV – realistisch und praxisnah:

  • Ausgangstarif: NK Select XL Bonus, ohne Selbstbehalt, Beitrag: ca. 1.000 € monatlich

  • Wechsel in Tarif mit Selbstbehalt: NK Select XL 1.200, identische Leistungen, aber 1.200 € Selbstbehalt, Beitrag sinkt um rund ca. 30 %

  • Wechsel in Basistarif mit Selbstbehalt: Primo SB3, stark reduzierte Leistungen + 1.200 € Selbstbehalt → Beitrag reduziert sich um bis zu ca. 60 %

  • Fazit:​ Es kann strategisch klug sein, langfristig einen leistungsstarken PKV-Tarif ohne Selbstbeteiligung zu halten, um dann im Rentenalter gezielt zu wechseln – und so den maximalen finanziellen Vorteil zu sichern. Voraussetzung: Gesundheitliche Lage und Rückstellungen ermöglichen den Wechsel ohne Verlust.

Lassen Sie vor Renteneintritt oder im Ruhestand prüfen, ob ein interner Tarifwechsel nach § 204 VVG sinnvoll und risikofrei möglich ist. Hier lassen sich oft vierstellige Summen jährlich sparen – ohne sofort auf Versorgung verzichten zu müssen.

Strategien zur Wahl der optimalen Selbstbeteiligung

Eigene Gesundheitshistorie analysieren 

Schauen Sie sich an, wie viele Rechnungen in den letzten 3–5 Jahren anfielen – das gibt einen realistischen Richtwert. Aber Achtung: Die Vergangenheit lässt wenig Ausschlüsse darüber zu, wie die Zukunft läuft. 

Beitragsentwicklung und Liquidität berücksichtigen 

Berechnen Sie, ob die Einsparung durch SB realistisch größer ist als das Risiko – auch in 
Jahren mit Krankheit. 

Steuerliche Effekte prüfen 

Die Selbstbeteiligung kostet Sie direkt – sie ist nicht als Sonderausgabe absetzbar 

Tarifwechselmöglichkeiten kennen 

Wenn Ihr Versicherer oder Tarif später günstigere SB-Stufen anbietet, prüfen Sie, ob ein 
interner Wechsel möglich ist (z.B. nach §204 VVG). 

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Häufige Fragen zur PKV-Selbstbeteiligung

Ja, meist durch Tarifwechsel oder Vertragsänderung – oft ist das Reduzieren des SB mit Gesundheitsprüfung verbunden.
Die Selbstbeteiligung richtet sich in der Regel pro Kalenderjahr; pro Rechnung (bei prozentualem SB) anteilig.
Dann zahlen Sie wenig oder gar nichts – und profitieren maximal von der Beitragsersparnis.
Ja – je mehr Rechnungen Sie selbst tragen, desto geringer kann Ihr BRE-Anspruch sein.
Oft weniger, da kinderärztliche Kosten häufiger auftreten; ein niedriger SB oder gar kein SB kann sinnvoller sein.

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