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Sozialtarife in der PKV – Basistarif, Standardtarif & Alternativen

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  • Alles zu Basistarif, Standardtarif und Notlagentarif

  • Klarheit zu Leistungen, Beitrag und Zugangsvoraussetzungen

  • Sinnvolle Alternativen zum Sozialtarif prüfen

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Was sind Sozialtarife in der PKV?

Sozialtarife sind gesetzlich geregelte Sondertarife, die dazu dienen, Versicherten in schwierigen finanziellen Situationen eine erschwingliche Grundabsicherung zu ermöglichen. Sie greifen, wenn reguläre PKV-Verträge untragbar werden, z. B. bei Arbeitslosigkeit, Renteneintritt oder Beitragsproblemen. (§ 152 VAG) ​

 Ziel ist die Sicherstellung eines Mindestschutzes – vergleichbar mit dem Leistungsniveau der GKV – auch in Notlagen.

Der Basistarif in der PKV

Leistungen im Basistarif 

Der Basistarif bietet ein Leistungsniveau, das mit den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vergleichbar ist. Er deckt typische medizinische Basisversorgung ab – Arzt- und Krankenhausbehandlung, Medikamente, Heilmittel etc. 

Beitragshöhe im Basistarif 

Der Beitrag im Basistarif darf höchstens so hoch sein wie der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung. Er liegt oft schon nahe dieser Obergrenze, da viele Versicherer hoch kalkulieren. In Fällen von Hilfebedürftigkeit (z.B. ALGII, Sozialhilfe) kann der Beitrag halbiert werden (§152 Abs. 4 VAG). 

Zugangsvoraussetzungen 

Jeder Versicherte, der in der PKV ist oder aufgenommen werden kann, hat grundsätzlich Anspruch auf den Basistarif – es gilt ein Kontrahierungszwang. Das heißt: Versicherer dürfen Anträge im Basistarif nicht ablehnen, wenn die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.  
 
Auch wer durch eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht den  Versicherungsschutz verliert, darf sich in einem Basistarif versichern. 

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Keine Gesundheitsprüfung oder Leistungsausschlüsse im Basistarif möglich.

  • Sicherheit eines Mindestschutzes auch bei Einkommensverlust oder schuldenbedingtem Beitragsverzug

Nachteile:

  • Eher eingeschränkte Arzt- und Klinikwahl in vielen Fällen (v. a. im Vergleich zu normalen PKV-Tarifen).

  • Kein privater Zusatzschutz möglich, d. h. keine Erweiterungen über den GKV- Standard hinaus.

  • Oft relativ hoher Beitrag im Vergleich zu Standardtarifen, weil keine erheblichen Leistungen mehr möglich sind.

Besonderheit:

Der Tarif wird in vier SB-Stufen angeboten. Ein höherer Selbstbehalt senkt aber nicht den 
Beitrag.

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Der Standardtarif in der PKV

Für wen gilt er? 

Der Standardtarif ist ein Sozialtarif, der nur für Versicherte gilt, die ihren PKV-Vertrag 
vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben (Bestandsschutzregelung). Neuverträge 
nach diesem Zeitpunkt können in der Regel nicht mehr in den Standardtarif wechseln. 

Beitragshöhe 

 
Der Beitrag im Standardtarif darf nicht höher sein als der Höchstbeitrag der GKV, teils 
liegt er darunter. Alterungsrückstellungen aus dem früheren Tarif werden bei Wechsel 
in den Standardtarif in der Regel übernommen. Wer hochwertig versichert war, kann sehr 
günstig im Standardtarif versichert sein. Der Beitrag ist folglich abhängig vom Vor-Versicherungsschutz. 

Leistungen 

Leistungen im Standardtarif orientieren sich größtenteils am GKV-Standard. Analog zum Basistarif. 

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Schon vorhandener Versicherungsschutz, weitgehend GKV-nah

  • Mit Übernahme der Altersrückstellungen oft günstiger als Basistarif für lang Versicherte

Nachteile:

  • Nur noch für Altverträge zugänglich

  • Leistungsumfang meist begrenzter als in guten privaten Tarifen

  • Kein Zusatzschutz möglich über den Standard hinaus

Weitere Informationen zur Privaten Krankenversicherung

Der Notlagentarif – die letzte Rettung

Der Notlagentarif wurde zum 1. August 2013 gesetzlich eingeführt für Privatversicherte, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können.

Er ist nur für akute und Schmerzbehandlungen vorgesehen, Vorsorge und Prävention sind in der Regel ausgeschlossen. Faktisch aber eine vollwertige Krankenversicherung

 Beiträge sind stark reduziert, typischerweise zwischen 100 und 125 Euro pro Monat.

Der reguläre Tarif ruht, bis die Schulden beglichen sind. Die Rückkehr in den ursprünglichen Tarif ist möglich, sobald die Zahlungsrückstände ausgeglichen sind.

Im Notlagentarif werden keine Altersrückstellungen gebildet, aber bestehende Rückstellungen aus dem vorherigen Tarif dürfen zur Minderung des Notlagentarifs eingesetzt werden (mit bis zu 25 % Rabatt möglich).

Damit wird bei einer Rückkehr in den vorherigen Tarif der Beitrag davon höher sein. Was natürlich totaler Quatsch ist, denn dadurch wird die Beitragszahlung wieder erschwert.

Vorteile der PKV gegenüber der GKV

Umfangreichere Leistungen in der PKV

Die PKV bietet erstklassige Leistungen wie Ein- oder Zweitbettzimmer im Krankenhaus, Chefarztbehandlung und freie Krankenhaus- sowie Arztwahl. Medikamente und Therapien, die von der GKV nicht abgedeckt werden, sind in der PKV erstattungsfähig.

Individuelle und garantierte Leistungen

In der PKV erhalten Sie maßgeschneiderte Tarife, die nicht gekürzt werden dürfen. Neue Tarife berücksichtigen medizinische Fortschritte und bieten oft einen erweiterten Leistungsumfang. Zusatzleistungen können nach einer Gesundheitsprüfung vereinbart werden.

Bevorzugte Behandlung und schnellere Termine

Privatpatienten genießen oft den Vorteil, bei Fachärzten schneller Termine zu bekommen. Dies bedeutet weniger Wartezeit und schnellere medizinische Versorgung, wenn es darauf ankommt.

Beitragsunabhängigkeit für finanzielle Freiheit

Die Beitragshöhe in der PKV hängt nicht vom Einkommen ab. Gut verdienende oder gesunde Versicherte profitieren von günstigeren Prämien. Klug investiert, ermöglichen diese Ersparnisse eine beitragsfreie Zeit im Alter.

Belohnung für Gesundheit: Beitragsrückerstattung

Viele private Krankenversicherungen bieten Beitragsrückerstattungen, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine Rechnungen eingereicht werden. Ein kluger finanzieller Schachzug für gesundheitsbewusste Versicherte.

Systemunterschiede zur gesetzlichen KV

Anders als die gesetzliche Krankenversicherung bietet die PKV eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Absicherung. Beiträge basieren auf Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, Eintrittsalter und Beruf. Das führt zu fair kalkulierten Beiträgen und optimaler Gesundheitsversorgung.

Welche Alternativen gibt es zu Sozialtarifen?

Tarifwechsel nach §204 VVG 

Der Wechsel in einen günstigeren Tarif innerhalb des gleichen Versicherers. Die 
Leistungen können dabei gleichbleibend oder reduziert werden – je nach Einsparpotenzial. 

Anpassung der Selbstbeteiligung 

Ein höherer Eigenanteil senkt Beiträge. 
 

Anwartschaft/ Ruhensversicherung in besonderen Fällen 

Eher eine theoretische Lösung, wenn der Schritt in die GKV notwendig war und eine 
Rückkehr in die PKV erfolgen soll. 

Schritt-für-Schritt in den Sozialtarif wechseln

  • Antrag beim Versicherer stellen – schriftlich unter Verweis auf Sozialtarif (Basistarif, ggf. Standardtarif oder Notlagentarif)

  • Nachweise beibringen – z. B. Einkommensnachweise, Bescheide über Arbeitslosengeld oder Rente

  • Unabhängige Beratung nutzen – prüfen, ob ein alternativer Tarif oder internes Sparmodell besser ist

  • Entscheidung & Umsetzung – Versicherer bestätigt Wechsel, ggf. Rückstände klären

  • Achtung: Versicherer boykottieren den Wechsel in den Basistarif. Professionelle Hilfe ist oft notwendig.

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Häufige Fragen zu Sozialtarifen in der PKV

Jeder privat Vollversicherte, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. Eintritt in PKV oder Zahlungsprobleme).
Ja – insbesondere nach Zahlungen offener Beiträge oder wenn sich die finanzielle Lage verbessert.
Der Höchstbeitrag im Basistarif orientiert sich am GKV-Höchstbeitrag (2025: 942,64 €) ​ Im Standardtarif liegt der Beitrag oft darunter, abhängig von Altersrückstellungen und Tarifhistorie.
Sie können in den Notlagentarif überführt werden, der minimalen Schutz bei sehr niedrigem Beitrag bietet.
In der Regel nein – jeder Versicherte (Eltern, Kinder) benötigt einen eigenen Tarif. Sozialtarife gelten meist nur für die Person selbst. Damit wird ein Basistarif für eine ganze Familie extrem teuer. Sozialtarife sollten immer vermieden werden.

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