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Was sind psychische Erkrankungen in der privaten Krankenversicherung (PKV)?

Zuletzt bearbeitet am:

27. Juni 2025

Psychische Erkrankungen sind Gesundheitsstörungen, die das Denken, Fühlen, Verhalten und die Wahrnehmung einer Person beeinträchtigen. Dazu gehören eine Vielzahl von psychischen Störungen wie Depressionen, Angststörungen, Zwangserkrankungen, Schizophrenie und Essstörungen. In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden psychische Erkrankungen besonders berücksichtigt, da sie oft langwierig sind und teure Behandlungen, wie Psychotherapie oder medikamentöse Therapie, erfordern.

Psychische Erkrankungen stellen eine Herausforderung für den Versicherer dar, da die Behandlungskosten für diese Krankheiten mitunter hoch sein können und die Krankheitsverläufe oftmals langwierig sind. Daher wird bei der Aufnahme in die PKV eine Risikoprüfung durchgeführt, bei der bestehende psychische Erkrankungen abgefragt und in die Beitragskalkulation einbezogen werden. In vielen Fällen können diese Erkrankungen zu erhöhten Beiträgen oder Leistungsausschlüssen führen.

Wie werden psychische Erkrankungen in der PKV berücksichtigt?

Die Berücksichtigung psychischer Erkrankungen in der PKV erfolgt hauptsächlich im Rahmen der Gesundheitsprüfung. Versicherte, die an psychischen Erkrankungen leiden oder in der Vergangenheit gelitten haben, müssen diese bei der Antragstellung angeben. Je nach Schwere der Erkrankung und der Häufigkeit von Episoden, kann dies zu unterschiedlichen Auswirkungen auf den Versicherungsbeitrag und den Leistungsumfang führen.

  1. Erhöhte Beiträge: Wenn ein Versicherter psychische Erkrankungen hat oder hatte, kann dies zu einem höheren Beitrag führen. Der Versicherer kalkuliert das erhöhte Risiko, das mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen verbunden ist. Bei besonders schweren Erkrankungen, wie etwa schwerer Depression oder Schizophrenie, kann der Beitrag deutlich höher ausfallen, da diese Krankheiten oft langwierig sind und kontinuierliche Behandlung erfordern.
  2. Leistungsbeschränkungen oder -ausschlüsse: In einigen Fällen kann der Versicherer bestimmte Leistungen im Zusammenhang mit der Behandlung psychischer Erkrankungen ausschließen oder einschränken. Dies bedeutet, dass der Versicherte möglicherweise keine oder nur eingeschränkte Leistungen für psychotherapeutische Behandlungen oder psychiatrische Versorgung erhält.
  3. Wartezeiten: Bei bestimmten psychischen Erkrankungen kann der Versicherer auch Wartezeiten festlegen, bevor eine Behandlung übernommen wird. Insbesondere bei Vorerkrankungen, die als psychische Erkrankung gelten, kann dies den Zugang zu bestimmten Behandlungen oder Medikamenten verzögern.

Die genaue Handhabung und die Auswirkungen auf die Beitragsberechnung hängen vom jeweiligen Versicherer und den Tarifbedingungen ab. Es ist ratsam, sich vor Abschluss einer PKV umfassend über die Bedingungen in Bezug auf psychische Erkrankungen zu informieren.

Wer ist von psychischen Erkrankungen in der PKV betroffen?

In der PKV sind vor allem Versicherte mit bestehenden psychischen Erkrankungen oder einer Vorgeschichte psychischer Erkrankungen betroffen. Dazu gehören:

  1. Personen mit diagnostizierten psychischen Störungen: Wer derzeit an einer psychischen Erkrankung leidet oder in der Vergangenheit eine solche Diagnose erhalten hat, wird bei der Antragstellung in der PKV eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, die diese Vorerkrankungen berücksichtigt.
  2. Personen mit einer familiären Vorgeschichte: Auch Versicherte, die eine familiäre Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen haben, sollten dies bei der Antragstellung angeben. Einige Versicherer fragen nach familiären Krankheitsbildern, um das Risiko besser abschätzen zu können.
  3. Personen, die in der Vergangenheit psychische Probleme hatten: Auch wer in der Vergangenheit psychische Erkrankungen hatte, aber mittlerweile gesund ist, muss diese Angaben im Antragsprozess machen. Es ist wichtig, ehrlich über die Gesundheitsgeschichte zu sein, da eine falsche oder unvollständige Angabe zu Problemen bei der Leistungserbringung führen kann.

Welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung bei psychischen Erkrankungen?

Trotz möglicher erhöhter Beiträge oder Leistungsbeschränkungen bietet die PKV auch Vorteile für Versicherte mit psychischen Erkrankungen:

  1. Bessere Behandlungsmöglichkeiten: Die private Krankenversicherung ermöglicht in vielen Fällen eine schnellere und umfassendere Behandlung psychischer Erkrankungen. Private Krankenversicherer bieten in der Regel bessere Leistungen in Bezug auf psychotherapeutische Behandlung, Zugang zu Fachärzten und stationäre Versorgung.
  2. Schnellerer Zugang zu Therapeuten und Psychiatern: In der PKV haben Versicherte oftmals einen schnelleren Zugang zu Fachärzten und Therapeuten. Wartezeiten auf einen Therapieplatz, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorkommen können, sind in der PKV in der Regel kürzer.
  3. Individualisierte Tarife: Wer an einer psychischen Erkrankung leidet, kann von individuell zugeschnittenen Tarifen profitieren. Einige PKV-Anbieter bieten Tarife an, die speziell für psychische Erkrankungen optimiert sind und die notwendige Versorgung sicherstellen.

Welche Nachteile gibt es bei psychischen Erkrankungen in der PKV?

Neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile, die Versicherte mit psychischen Erkrankungen in der PKV in Kauf nehmen müssen:

  1. Erhöhte Beiträge: Eine der größten Herausforderungen für Versicherte mit psychischen Erkrankungen ist, dass sie aufgrund der Risikoprüfung mit höheren Beiträgen rechnen müssen. Je nach Art und Schwere der Erkrankung können diese Aufschläge erheblich sein.
  2. Leistungseinschränkungen: Einige PKV-Tarife schließen psychische Erkrankungen von der Leistungserstattung aus oder erstatten nur eingeschränkt bestimmte Behandlungen, wie beispielsweise bestimmte Formen der Psychotherapie.
  3. Gesundheitsprüfung: Versicherte mit bestehenden oder vergangenen psychischen Erkrankungen müssen eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, die je nach Fall komplizierter sein kann als bei gesunden Antragstellern. Dies kann dazu führen, dass der Versicherer bestimmte Einschränkungen oder Zuschläge festlegt.

Wie können psychische Erkrankungen in der PKV berücksichtigt werden?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Versicherte mit psychischen Erkrankungen eine geeignete private Krankenversicherung finden können:

  1. Gründliche Beratung: Eine umfassende Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler kann helfen, den passenden Tarif zu finden, der die psychischen Erkrankungen abdeckt, ohne unnötige Leistungsausschlüsse oder überhöhte Beiträge zu verursachen.
  2. Frühzeitiger Abschluss der PKV: Wer bereits in jungen Jahren eine PKV abschließt und psychische Erkrankungen entwickelt, kann von einer günstigeren Beitragsgestaltung profitieren, da bei Vertragsabschluss keine Vorerkrankungen vorliegen.
  3. Wahl eines flexiblen Tarifs: Bei psychischen Erkrankungen kann es von Vorteil sein, einen Tarif zu wählen, der flexible Anpassungsmöglichkeiten bietet und verschiedene Behandlungsoptionen, wie auch Psychotherapie, abdeckt.

Psychische Erkrankungen in der PKV – Chancen und Herausforderungen

Psychische Erkrankungen können in der PKV sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich bringen. Es ist wichtig, sich über die möglichen Leistungsbeschränkungen und Kostensteigerungen im Voraus zu informieren, um den passenden Versicherungsschutz zu finden.

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