Jetzt wird es interessant für alle Arbeitnehmer, denn die neuen Beitragsbemessungsgrenzen für 2023 wurden bekannt gegeben, mit denen der Arbeitgeberzuschuss PKV 2023 errechnet wird. Der neue Wert findet sich dann auf dem Lohnzettel für Januar wieder. Gerade erst am 8. September 2022 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales turnusgemäß den Referentenentwurf zu den maßgeblichen Sozialversicherungsrechengrößen 2023 vorgelegt. Die Daten sind vorläufig, aber nimmt man die Erfahrung der letzten Jahre zugrunde, wird sich daran nichts mehr ändern. Was können wir von der neuen Höhe vom Arbeitgeberzuschuss PKV 2023 ablesen?

Höhe vom (voraussichtlichen) Arbeitgeberzuschuss PKV 2023

max. AG-Zuschuss KV* PV*
2022384,58 €73,77 €
2023 (vorläufig)403,99 €76,06 €

*Die Werte basieren auf einem unveränderten Beitragssatz von 14,6 % und einem (angenommenen) durchschnittlichen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,3 % (2022) 1,6 % (2023)

Nachdem der Arbeitgeberzuschuss im Vorjahr stabil war, wird er 2023 etwas höher und steigt um knapp 20 Euro. Bei dem Arbeitgeberzuschuss zur PKV handelt es sich um einen Maximalwert. Damit wird also festgelegt, bis zu welcher Höhe sich der Arbeitgeber an den PKV-Beiträgen seiner Angestellten beteiligt. Der Arbeitgeberzuschuss wird unabhängig davon angewendet, ob ein Angestellter privat oder gesetzlich versichert ist.

Der Arbeitgeberzuschuss wird je nach Höhe des eigenen PKV-Beitrags ausgezahlt. Für viele Versicherte bedeutet der Zuschuss, dass er sich die Kosten ganz gerecht mit seinem Arbeitgeber fifty-fifty teilt. Unter Fachleuten wird hier von paritätischer Kostenteilung gesprochen, die sich auf die grundlegenden Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung bezieht – und bei gesetzlich Versicherten auch auf die individuell erhobenen Zusatzbeiträge ausgeweitet wird. Von der Kostenteilung lediglich ausgenommen ist der Aufschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung. Dieser muss von den betroffenen Versicherten komplett allein gezahlt werden.

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Wie errechnet sich der Arbeitgeberzuschuss 2023?

Der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung orientiert sich am Zuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung. Diese wiederum errechnet sich jährlich neu aus den SV-Bezugsgrößen mit Verdienstgrenzen und Beitragssätzen. Für den Arbeitgeberzuschuss PKV maßgeblich ist die Beitragsbemessungsgrenze, die sich nach der durchschnittlichen Einkommensentwicklung im jeweils vorangegangenen Jahr, hier also 2021, richtet.

Der geplante Arbeitgeberzuschuss PKV 2023 in Höhe von 403,99 Euro setzt sich folgendermaßen zusammen:

4.987,50= Beitragsbemessungsgrenze 2023: 59.850 Euro/Jahr bzw.
4.987,50 Euro/Monat
4.987,50 x 14,6 % / 214,6 % = allgemeiner Beitragssatz der GKV geteilt durch 2, um Arbeitgeberanteil zu errechnen
364,09 Euro= max. Arbeitgeberzuschuss ohne durchschnittlichen Zusatzbeitrag der GKV
4.987,50 x 1,6 % / 21,6 % = geplanter durchschnittlich erhobener Zusatzbeitrag der GKV in Höhe von 39,90 Euro
403,99 Euro
(364,09 + 39,90 Euro)
= max. Arbeitgeberzuschuss mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag der GKV

Richtig ist, dass der Versicherte immer nur die tatsächliche Hälfte seiner Beiträge vom Arbeitgeber als Zuschuss erhält: Liegt der monatliche PKV-Beitrag unter dem Höchstbeitrag, wird entsprechend auch nur davon die Hälfte bezuschusst. Liegt die monatliche PKV-Prämie z. B. bei Gutverdienenden über dem neuen maximalen Arbeitgeberzuschuss, müssen diese Versicherten diese Differenz allein tragen.

Berechnungsbeispiel Arbeitgeberzuschuss 2023 – langjährig Privatversicherter:

Ein Angestellter, 55 Jahre alt und mit Vorerkrankungen belastet, die entsprechende Risikoaufschläge nach sich zogen, zahlt rund 850 Euro monatlich an PKV-Beiträgen. Hier bekommt der Versicherte nicht etwa die Hälfte als Arbeitgeberzuschuss, also 425 Euro, sondern nur die 403,99 Euro an maximalem Arbeitgeberzuschuss PKV. Die Differenz und seinen Anteil in Höhe von gesamt und 446 Euro muss er übernehmen.

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Berechnungsbeispiel Arbeitgeberzuschuss 2023 – junge Privatversicherte:

Anders sieht es aus bei einer jungen Angestellten, die in einem neuen günstigen Tarif versichert ist. Die PKV-Beiträge für ihren Tarif belaufen sich auf etwa 300 Euro. Sie teilt sich die Prämie, erhält also 150 Euro als Arbeitgeberzuschuss und trägt nur die andere Hälfte.

Erkennen Sie sich wieder? Hier unser Tipp:

Wer Familienangehörige hat, die privat versichert sind, bekommt vom Arbeitgeber auch für deren PKV-Beiträge einen Zuschuss, der allerdings auf die gesamt 403,99 gedeckelt ist. Mit den Zahlen aus unserem Beispiel sind das immerhin rund 254 Euro, die zur Bezahlung von deren PKV-Beiträgen genutzt werden können.

Der Arbeitgeberzuschuss zur PKV ist übrigens steuerfrei und wird nur für die Leistungen einer privaten Krankenvollversicherung gewährt, die der Art nach denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Für eine reine Zusatzversicherung gibt es demnach keinen Zuschuss. Außerdem sind auch Selbstbehalte davon ausgenommen, außer der Arbeitgeber beteiligt sich freiwillig daran.