Zum Jahresende erhöhen die privaten Versicherer jährlich ihre Beiträge. Diese Beitragserhöhungen führen zu einem kollektiven Aufschrei. Warum fast alle Versicherer zeitgleich die Beiträge erhöhen ist unklar. Dennoch gilt es kühlen Kopf zu bewahren. Wir zeigen Ihnen 5 wichtige Punkte, die Sie zu Ihrem PKV Vertrag wissen sollten. Handeln Sie niemals vorschnell und kündigen Sie nicht voreilig den Vertrag.

1. Die private Krankenversicherung ist eine Kapitalanlage

Kapitalanlagen bauen darauf auf, dass etwas angespart wird. Diese Ansparung führt zu Erträgen und ergibt wiederum ein Guthaben. Dabei sind fast alle Kapitalanlagen identisch aufgebaut. Man benötigt eine Sparphase um Guthaben zu erzielen. Exakt so, auch wenn einfach beschrieben, funktionieren auch private Krankenversicherungen. Jede Vertragskündigung führt zu einem kompletten oder teilweisen Verlust des Ansparguthabens.

Kündigen Sie nicht ihren PKV-Vertrag um im PKV-System zu wechseln.

 

Ihr Versicherer erklärt das so:
Rechnungszinsabsenkung: Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase am Kapitalmarkt fallen die Renditen, die private Krankenversicherer zur Verzinsung der Alterungsrückstellungen erwirtschaften können. In der anstehenden Tarifkalkulation muss daher der Rechnungszins abgesenkt werden. Die Differenz zu der zu Beginn des Vertrages angenommenen Verzinsung muss durch die Erhöhung des Beitrags aufgefüllt werden. Diese Erhöhung des Sparanteils sorgt dafür, dass die Alterungsrückstellung weiterhin in der erforderlichen Höhe aufgebaut wird. Die über den Rechnungszins hinausgehende Rendite, die das Unternehmen erwirtschaftet, wird den Versicherungsnehmern zu mindestens 90% gutgeschrieben, so dass letztlich mehr Mittel für die zusätzliche Alterungsrückstellung angespart werden und somit die Beitragsstabilität im Alter erhöht wird.

2. Die private Krankenversicherung ist nicht die gesetzliche Kasse

Auch wenn beide Systeme identische Absichten haben, sind diese Systeme nicht im Ansatz zu vergleichen. Das gesetzliche System wird solidarisch finanziert und die Leistungen sind weitgehend bei allen Kassen identisch. Das private System wird individuell finanziert. Es gibt über 35 verschiedene PKV Versicherer mit über 16.000 verschiedene Tarifvarianten. Jede Tarifvariante hat andere Leistungen. Gleiche Leistungen bei Tarif und Versicherer sind ausgeschlossen. Jeder Tarif beinhaltet eigene Kollektive und Kohorten und deshalb entwickelt sich jeder Tarif beitragstechnisch anderes.

Auch wenn Ihr Tarif teurer wird, können andere Tarife bei Ihrem Versicherer günstiger werden.

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3. Private Krankenversicherungen brauchen unzufriedene Kunden

Die wichtigste Erkenntnis im PKV-Bereich. Diesen Punkt sollten Sie immer im Hinterkopf behalten. Versicherer brauchen Kunden, welche die Verträge stornieren. Nur unzufriedene Kunden stornieren Verträge. Der Grund dafür ist einfach: Siehe Punkt 1 – kündigen Sie Ihren Vertrag, so generiert der Versicherer Stornogewinne aus den Rückstellungen (allgemeine Rückstellungen, besondere Rückstellungen und private Rückstellungen). Unter dem Strich kalkuliert der Versicherer sogar Mindestabgänge ein. Kündigen weniger Kunden als geplant, kann das an hoher Kundenzufriedenheit liegen. Hohe Kundenzufriedenheit führt zu steigenden Beiträgen. Steigende Beiträge führen zu Kundenabgängen und diese stabilisieren die Beiträge. Ein ewiger Kreislauf.

Machen Sie sich bewusst wie eine PKV funktioniert.

 

Ihr Versicherer erklärt das:
Zunehmende Bestandstreue: Zum anderen hat auch ein geringeres Kündigungsverhalten der Kunden Einfluss auf die Alterungsrückstellungen, da jeder gekündigte Vertrag einen Teil seiner angesparten Alterungsrückstellungen den übrigen Versicherten des Tarifes „vererbt“. Kündigen also weniger Kunden als bei Vertragsabschluss prognostiziert, werden weniger Alterungsrückstellungen vererbt und die Versicherten müssen diese geringere Vererbung durch einen größeren Sparanteil selber tragen, d.h. der Beitrag erhöht sich. Durch Veränderungen der gesetzlichen Vorgaben und infolge der hohen Qualität unserer Tarife sind die Kündigungen deutlich zurückgegangen. Das veränderte Kündigungsverhalten wurde bei der Kalkulation der aktuellen Unisex-Tarife (U6-Tarife) bereits berücksichtigt.

4. Private Krankenversicherungen ist keine Option um das Nettogehalt zu erhöhen.

Viele Kunden wechseln in das private System um die Krankenversicherungsbeiträge zu reduzieren. Das ist zwar aus kurzfristiger Sicht meistens richtig, aber Sie bleiben unter Umständen für die nächsten 50 (…) Jahre PKV versichert. Bei Verträgen mit lebenslangen Laufzeiten sind momentane Betrachtungen falsch. Versuchen Sie nicht in den Arbeitsjahren Beiträge auf Biegen und Brechen zu sparen. Dieser Plan rächt sich im Rentenalter.

Planen Sie den PKV-Vertrag mit rund 500 Euro monatlich in Ihre Altersvorsorge ein.

 

5. Sie sind nicht privat krankenversichert – Sie sind Selbstzahler

Wenn Sie im privaten System versichert sind, sind Sie vor allen Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern oder sonstigen Therapeuten in erster Linie ein Kunde. Und als Kunde zahlen Sie alle Rechnungen selber. Seit 2009 ist vorgeschrieben, dass Sie eine Rückdeckungsversicherung für Krankheitsleistungen abschließen müssen. Diese Verträge nennt man „private Krankenversicherung“. Jeder Vertrag muss individuell ausgehandelt werden. Siehe Punkt 2: Sie haben 16.000 verschiedene Varianten zur Verfügung. Die günstigen Varianten haben viel weniger versichert als die teuren Varianten.

Nehmen Sie sich Zeit um Angebote zu vergleichen. Der Beitrag ist nicht der richtige Ansatz für einen Vergleich.

 

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