Asthma gehört zu den häufigsten Vorerkrankungen in Deutschland. Gleichzeitig ist es eine der Diagnosen, die bei der privaten Krankenversicherung regelmäßig zu Unsicherheiten führt.
Viele Betroffene stellen sich die Frage: Habe ich mit Asthma überhaupt eine Chance auf die PKV?
Die Antwort lautet: Ja, aber nicht ohne Einschränkungen. Entscheidend ist, wie stark Ihre Erkrankung ausgeprägt ist und wie gut sie behandelt wird.
Warum Asthma in der PKV kritisch bewertet wird
Die private Krankenversicherung kalkuliert Beiträge individuell. Dabei spielt Ihr Gesundheitszustand eine zentrale Rolle.
Asthma ist aus Sicht der Versicherer deshalb relevant, weil es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Auch wenn viele Betroffene im Alltag kaum eingeschränkt sind, besteht ein langfristiges Risiko für wiederkehrende Behandlungen, Medikamente und mögliche Folgeerkrankungen.
Genau dieses Risiko führt dazu, dass Versicherer vorsichtig kalkulieren.
Was entscheidet über Annahme oder Ablehnung?
Nicht jedes Asthma ist gleich. Versicherer unterscheiden sehr genau zwischen verschiedenen Ausprägungen.
Eine große Rolle spielen unter anderem:
- wie häufig Beschwerden auftreten
- ob regelmäßig Medikamente benötigt werden
- ob Krankenhausaufenthalte oder Notfälle vorlagen
- ob weitere Erkrankungen bestehen
- wie stabil die aktuelle gesundheitliche Situation ist
Ein gut eingestelltes, leichtes Asthma ohne größere Einschränkungen wird deutlich positiver bewertet als ein schwerer Verlauf mit regelmäßigen Anfällen.
Risikozuschlag, Ausschluss oder Ablehnung
In der Praxis gibt es drei typische Ergebnisse bei Asthma:
Der häufigste Fall ist ein Risikozuschlag. Das bedeutet, Sie werden versichert, zahlen aber einen höheren Beitrag. Dieser Zuschlag kann je nach Einzelfall moderat oder deutlich ausfallen.
In manchen Fällen werden bestimmte Leistungen ausgeschlossen. Das betrifft meist Behandlungen, die direkt mit dem Asthma zusammenhängen.
Bei schwereren Verläufen kann es auch zu einer vollständigen Ablehnung kommen. Das passiert insbesondere dann, wenn das Risiko für den Versicherer nicht kalkulierbar erscheint.
Warum eine Risikovoranfrage entscheidend ist
Der größte Fehler ist es, direkt einen Antrag zu stellen.
Wird ein Antrag abgelehnt, kann das Ihre Chancen bei anderen Versicherern erheblich verschlechtern. Genau deshalb ist die anonyme Risikovoranfrage der wichtigste Schritt.
Dabei werden Ihre Gesundheitsdaten ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern eingereicht. Sie erhalten konkrete Einschätzungen, ohne ein Risiko einzugehen.
Bei Asthma können die Bewertungen der Versicherer stark auseinandergehen. Während ein Anbieter ablehnt, bietet ein anderer möglicherweise Versicherungsschutz mit einem moderaten Zuschlag.
Wie Versicherer Asthma bewerten
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass viele Versicherer grundsätzlich bereit sind, Asthma zu versichern, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei leichten Verläufen sind häufig Zuschläge im moderaten Bereich möglich. Bei stärkerer Ausprägung steigen die Zuschläge deutlich an oder es kommt zu Einschränkungen.
Wichtig ist: Es gibt keinen „besten“ Versicherer für Asthma. Die Entscheidung hängt immer vom individuellen Gesundheitsbild ab.
Ein Beispiel aus der Praxis
Wir haben die anonyme Risikovoranfrage eines unserer Kunden für Sie zusammengestellt, um Ihnen einen ersten Orientierungspunkt zu Versicherungsmöglichkeiten zu bieten.
Der Kunde hat Asthma bronchiale und nimmt 6-9 x Symbicorth (Asthma Spray) pro Jahr.
Besonders gut haben folgende Versicherer abgeschnitten:
- Barmenia – Risikozuschlag (15%)
- Concordia – Risikozuschlag (35% auf den Ambulanten Tarif, 15% auf den Stationären Tarif, auf die Zusatztarife 20%)
- DKV – Risikozuschlag (BMK1 19%, BMZ1 16%)
- R+V – Risikozuschlag (63 € – 66 € auf den Gesamtbetrag)
Folgende Versicherungen haben zwar etwas höhere Risikozuschläge, sind aber trotzdem auch durchaus positiv zu erwähnen:
- Universa – Risikozuschlag (Ambulanten Tarif 40 %, Stationären Tarif 10 %)
- Signal – Risikozuschlag (Esprit 31 %, Exklusiv Plus 1 30 %)
- Inter – Risikozuschlag (120 € für den QMP Tarif)
- Gothaer – Risikozuschlag (214,66 € für den Medivita 250)
- Conti – Risikozuschlag (189,89 € für den Business Tarif)
- AXA – Risikozuschlag (46 %)
- BBKK – Risikozuschlag (Ambulanten Tarif 101 €, Stationären Tarif 6 €)
Natürlich ist diese Anfrage sehr individuell und hängt von der Ausprägung des Asthmas und weiteren Vorerkrankungen ab. Unsere Aufzählung bzw. Darstellung ist daher kein Garant für ein Angebot und stellt hier bereits ein Versicherungsangebot für Sie dar.
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Unsere Experten bei KVoptimal unterstützen Sie dabei, die passende private Krankenversicherung für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Jetzt kontakt aufnehmenTypische Fehler bei Asthma und PKV
Viele Interessenten machen vermeidbare Fehler, die ihre Chancen verschlechtern.
Ein häufiger Fehler ist, die eigene Erkrankung zu verharmlosen oder unvollständig anzugeben. Das kann später zu Problemen führen und im schlimmsten Fall den Versicherungsschutz gefährden.
Ein weiterer Fehler ist, ohne Vorbereitung einen Antrag zu stellen. Gerade bei Vorerkrankungen wie Asthma sollte der Weg immer über eine strukturierte Vorprüfung führen.
Gibt es auch Vorteile der PKV für Asthmatiker?
Trotz der erschwerten Aufnahme kann die PKV für Asthmatiker durchaus Vorteile bieten.
Dazu gehören häufig schnellere Arzttermine, eine größere Auswahl an Behandlungsmethoden und eine bessere Versorgung mit modernen Medikamenten oder Hilfsmitteln.
Bei chronischen Erkrankungen kann eine hochwertige medizinische Betreuung langfristig einen großen Unterschied machen.
Asthma ist kein Ausschluss, aber ein Entscheidungsthema
Asthma bedeutet nicht automatisch, dass Sie keine Chance auf die private Krankenversicherung haben.
Entscheidend ist, wie gut Ihre Erkrankung dokumentiert ist und wie professionell der Weg in die PKV vorbereitet wird. Mit einer sauberen Gesundheitsaufbereitung und einer anonymen Risikovoranfrage lassen sich oft deutlich bessere Ergebnisse erzielen als erwartet.



