Viele privaten Krankenversicherer gewähren Beitragsnachlässe, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden (Stichwort: Beitragsrückerstattung) oder die Beiträge mit einer Zahlung am Anfang des Jahres bezahlt werden. Die Vorauszahlung von PKV-Beiträgen ein Jahr oder bis zu drei Jahre im Voraus, kann vielen Privatversicherten mehrere tausend Euro an Steuerersparnissenbringen. Wie das genau funktioniert und wer davon profitiert, erklären wir in unserem Beitrag.
So viel sei verraten: Die Vorauszahlung der PKV ist vor allem für Selbstständige interessant, meist jedoch nicht für Angestellte.
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Jetzt kontakt aufnehmenWas bringt die Vorauszahlung der PKV-Beiträge an Einsparungen?
Indem Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung für ein Jahr oder gleich mehrere Jahre im Voraus gezahlt werden, lassen sich unter Umständen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. 1. Beitragsrabatte (Skonto) sichern und 2. Steuern sparen.

1. Beitragsrabatte durch Vorauszahlung
Ob und in welcher Höhe die verschiedenen privaten Krankenversicherer Rabatte anbieten, entscheiden diese individuell. Um die 3 % bis 5 % Skonto für die Umstellung auf die jährliche Zahlweise liegen durchaus im Rahmen des Möglichen. Bezogen auf eine Laufzeit von 30 bis 40 Jahren kann damit ein hübsches Sümmchen zusammenkommen, das umgemünzt ein oder sogar mehreren beitragsfreien Jahren gleichkommt.
Allerdings gewähren nicht alle Anbieter Rabatte für Vorauszahlungen, wenngleich sie diese akzeptieren.
Mehr zum Thema jährliche Beitragszahlung und eine Auflistung der Beitragsrabatte je Versicherer finden Sie hier!
2. Steuern sparen mit einer Vorauszahlung in der PKV
Denn auch wenn die eigene PKV bei der jährlichen Zahlweise zwar keine besonderen Angebote macht, lohnt sich für viele der daraus entstehende Steuervorteil. Und dieser funktioniert so:
Generell lassen sich die Vorsorgeaufwendungen zur Basiskranken- und Pflegeversicherung in der Steuererklärung in voller Höhe als Sonderausgaben geltend machen. Diese Sonderausgaben verringern das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerlast. Darüber hinaus können auch sonstige Vorsorgebeiträge wie Haftpflicht-, Unfall-, Berufsunfähigkeits-, Risikolebens- oder auch Krankenzusatz- und Zahnzusatzversicherungen angegeben werden.
Hier gibt es zwei Limits zu beachten. Zum einen werden Beitragsvorauszahlungen vom Finanzamt seit 2020 nur bis zum 3fachen der regulären Beiträge des Zahlungsjahres akzeptiert und zum anderen werden nur Beiträge in maximaler Höhe von 1.900 € für Angestellte und Beamte bzw. 2.800 € für Selbstständige berücksichtigt.
In der Praxis sieht es für die meisten Privatversicherten so aus, dass sie diese Maximalgrenze allein mit den Beiträgen zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung voll ausschöpfen. Mit dem Vorauszahlungsmodell nutzen Sie dann zwar die Höchstgrenze für das aktuelle Jahr voll aus, im nächsten Jahr ergibt sich dann aber deutlich mehr Spielraum.
Indem PKV-Beiträge bis zu 3 Jahre vorausgezahlt werden, tauchen sie in den beiden Folgejahren in der Steuererklärung nicht mehr auf und andere Vorsorge-Aufwendungen und Zusatzversicherungen können geltend gemacht werden.
Bei bis zu drei Jahren Vorauszahlung kann das simple Steuersparmodell im günstigsten Fall ein Plus von mehreren Tausend Euro bedeuten.
Auch, wenn Versicherte durch die Vorauszahlung eine langjährige Verbundenheit mit dem Versicherer schaffen, verlieren sie damit nicht ihr Kündigungsrecht. Dieses besteht im vollen Umfang weiter und kann z. B. bei Beitragserhöhungen genutzt werden – am besten nach einer fachlichen Beratung, weil die Kündigung der PKV schnell zur Kostenfalle werden kann und zunächst die vorhandenen guten Alternativen Wege zu niedrigeren Beiträgen geprüft werden können.
Wie viele Steuern spare ich mit der PKV-Vorauszahlung für 3 Jahre
| Monatsrate PKV-Beitrag: | 400 € |
| Jahresbeitrag PKV-Beitrag: | 4.800 € |
| Vorauszahlung für 3 Jahre: | 14.400 € |
| aktuell zu zahlen: | 19.200 € (Jahresbeitrag + Vorauszahlung) |
Das können Sie im Jahr der Vorauszahlung in der Steuererklärung geltend machen: 19.200 €.
In den kommenden drei Jahren können Sie dann jährlich sonstige Vorsorgebeiträge wie Haftpflicht, BU und Co. bis zu 1.900 € oder 2.800 € anbringen, die sonst mit den PKV-Beiträgen ausgeschöpft worden wären.
PKV Vorauszahlung – welcher Anteil ist steuerlich absetzbar?
Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind zwar unbegrenzt steuerlich absetzbar, aber meist nicht die komplette Summe. Bei einer Vorauszahlung ist nur der Beitragsanteil für die Basisabsicherung inklusive Pflegepflichtversicherung in voller Höhe absetzbar. Es werden also im Wesentlichen nur die Leistungen berücksichtigt, die auch die gesetzlichen Krankenkassen bieten. Dieser Basisbeitrag macht etwa 70 bis 80 % des Gesamtbeitrags aus.
Zusatztarife und Komfortleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer, alternative Heilmethoden oder höhere Zuschüsse zu Zahnbehandlungen fallen unter sonstige Vorsorgeaufwendungen, die nur beschränkt abzugsfähig sind – aber deren Abzugsfähigkeit mit einer PKV-Vorauszahlung maximiert werden können.
Absetzbar ist nur die Basisabsicherung ungefähr auf GKV-Niveau – die private Krankenversicherung stellt eine gesonderte Beitragsbescheinigung für Vorauszahlung aus
PKV Vorauszahlung Steuererklärung – wo eintragen?
Die PKV-Beiträge werden in der Anlage Vorsorgeaufwand eingetragen:
- Die Zahlen können der jährlichen Beitragsbescheinigung entnommen werden. Sie werden in der Regel auch automatisch vom Versicherer ans Finanzamt gemeldet.
- Es können bis zu drei Jahresbeiträge auf einmal vorausbezahlt und im Zahlungsjahr abgesetzt werden.
Info: PKV Vorauszahlung Frist – bis wann muss ich zahlen?
Um den Steuerbonus zu erhalten, müssen laut Einkommensteuergesetz die Beiträge vor dem 22. Dezember eines Jahres gezahlt werden. Möglicherweise gibt der Versicherer auch eine frühere Frist vor, z. B. auch für die Gewährung von Beitragsrabatten durch Vorauszahlung.
Für wen lohnt sich die PKV-Vorauszahlung – Selbstständige, Beamte, Angestellte?
Die PKV-Vorauszahlung ist kein Steuertrick für alle – sondern ein Instrument, das sich unter bestimmten Bedingungen wirklich lohnt. Am meisten profitieren Selbstständige und Freiberufler, die ihr Einkommen aktiv steuern können: Wer in einem Jahr besonders viel verdient, kann durch die Vorauszahlung von bis zu drei Jahresbeiträgen die Steuerlast spürbar drücken.
Auch für Beamte und Beamtinnen kann es sich lohnen, wenn der persönliche Steuersatz hoch ist. Sie können sich damit nicht nur Beitragsnachlässe von bis zu 4 % sichern, sondern über die Sonderausgaben-Vorwegabzug–Dynamik ihre Steuerlast optimieren.
- Für Privatversicherte lohnt sich die PKV-Vorauszahlung meist dann, wenn sie mit ihren Beiträgen zur Basisabsicherung die Grenze von 1.900 bzw. 2.800 € übersteigen, geradeSelbstständige und Freiberufliche profitieren, da sie ihre gesamten PKV-Kosten selbst zahlen
- Vorausgezahlte PKV-Beiträge können sich auch lohnen für Beschäftigte, wenn diese entweder ledig oder mit einer/m ebenfalls privat versicherten/m Partner verheiratet sind (Zusammenveranlagung)
- Und auch dann kann sich die Vorauszahlung lohnen: Für alle, bei denen im Jahr der Vorauszahlung der Grenzsteuersatz (z. B. wegen einer Abfindung) voraussichtlich sehr hoch sein wird
Angestellte haben meist nix von der PKV-Vorauszahlung
Für Angestellte bringen Vorauszahlungen bis auf wenige Ausnahmen (s. Tabelle) nur selten einen Vorteil. Das liegt u. a. daran, dass der sonst steuerfreie Arbeitgeberzuschuss im Folgejahr der Beitragszahlung nicht mehr steuerfrei ist, da keine Beiträge zur PKV gezahlt werden. Der Zuschuss wird in dem Fall steuerlich wie ein Bruttoeinkommen behandelt, was zu einer höheren Steuerbelastung führt. Bei ledigen Angestellten kommt hinzu, dass sich erst ab einer PKV-Beitragshöhe jenseits der 700 € Steuererleichterungen bemerkbar machen.
PKV Vorauszahlung bei Abfindung oder hohem Einkommen – sinnvoll?
Wer in einem Jahr ein besonders hohes Einkommen hat z. B. durch eine Gehaltserhöhung, durch einen Bonus oder eine Abfindung, kann mit einer PKV-Vorauszahlung die vermutlich höhere Steuerlast abfedern – das dafür nötige Kapitel wäre ja im Grunde vorhanden.
Bei einem sehr hohen Einkommen ist der persönliche Steuersatz besonders hoch. Jeder Euro, der zusätzlich abgesetzt werden kann, reduziert das zu versteuernde Einkommen und wirkt sich voll auf die Steuerersparnis aus.
Info: Wann lohnt sich eine PKV-Vorauszahlung?
Wenn die Beiträge zur privaten Krankenversicherung für mehrere Jahre vorgestreckt werden, können die Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung besser ausgeschöpft und Steuern eingespart werden. Normalerweise sind die Sonderausgaben bereits mit den PKV-Kosten ausgeschöpft. Vorsorgebeiträge können als Sonderausgaben bis zu 1.900 € (Angestellte) bzw. 2.800 € (Selbstständige) geltend gemacht werden. Der Rest der geleisteten Beitragskosten für Krankenzusatzversicherungen, Haftpflichtversicherung oder BU bleibt dann steuerlich unberücksichtigt.
Die PKV-Vorauszahlung ist ein vollkommen legaler Steuer-Kniff. Sie ist vor allem sinnvoll für Privatversicherte, die ihre Beiträge komplett selbst zahlen (= Selbstständige) und weitere Vorsorgeaufwendungen absetzen möchten.
Mehr zum Steuersparmodell PKV-Vorauszahlung lesen Sie hier!
Vorauszahlung der Krankenversicherung – Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
| Abhängig vom Versicherer erhalten Sie für die jährliche Zahlweise zwischen 3 und 5 % Skonto | Kapital muss vorhanden sein und bis Mitte Dezember an den Versicherer überwiesen werden können |
| Vor allem Selbstständige und Freiberufler können mit dem Voraus-zahlungsmodell mitunter kräftig sparen | Nicht geeignet für die meisten angestellten Privatversicherten |
| Steuerersparnisse in Höhe von bis zu mehreren tausend Euro im Jahr der Vorauszahlung und in den Folgejahren sind ganz legal möglich | Nur sinnvoll, wenn andere Vorsorgeaufwen-dungen vorhanden sind (u. a. Haftpflicht-Unfall- oder BU-Versicherung. private Kran-kenzusatzversicherungen, Krankentagegeld-schutz) |
| Ohne Risiko: endet der PKV-Vertrag vorzeitig, zahlt der Versicherer alle zu viel gezahlten Beiträge zurück |
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Vorauszahlung von PKV-Beiträgen: Wo finde ich das optimale Angebot?
Die Vorauszahlung der PKV- Beiträge ist tatsächlich noch eine Art Geheimwaffe. Viele Privatversicherte können mit einem kleinen – und ganz legalen Steuerkniff – durch im Voraus geleistete Beiträge gleich auf mehrere Weise profitieren: durch Beitragsrabatte und Steuervorteile. Kurzgefasst können durch vorgeschossene Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung in den Folgejahren andere Vorsorgeaufwendungen geltend machen, die sonst durch die geltenden Höchstbeträge nicht mehr abzugsfähig wären.
Wer hätte es gedacht, dass sich durch ein verändertes Zahlverhalten bei den PKV-Beiträgen die Steuerlast reduzieren lässt? Da ja bekanntlich der Teufel im Detail steckt und alle Versicherten und ihre Verträge einzigartig sind, lohnt es sich, eine professionelle Beratung aufzusuchen, die die Antworten darauf kennt, was Ihr Versicherer ermöglicht in puncto Vorauszahlung und Beitragsrückerstattung und inwiefern sich Steuervorteile für Sie ergeben können. Unsere Experten von KVoptimal.de unterstützen Sie gern – unkompliziert, schnell und für ein faires erfolgsabhängiges Honorar!



