Krebserkrankungen sind in Deutschland die zweithäufigste Todesursache und die dritthäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Für jeden einzelnen Betroffenen ist die Krebsdiagnose der blanke Horror. Was mit all denen medizinischen Fragen rund um Therapie und Diagnostik beginnt und bei der seelischen, persönlichen Auseinandersetzung mit den Konsequenzen weitergeht, landet konsequent auch bei in dieser Situation sicherlich gleichermaßen banal anmutenden wie existentiellen Themen wie der finanziellen Absicherung. Wie unterstützen denn die privaten Krankenversicherungen bei der Krebsberatung. Welche Ansprüche hat man als Krebspatient eigentlich gegenüber seiner PKV? Wir klären auf.

 

Krebsberatung und was sie bietet?

Auf welche Sozialleistungen habe ich Anspruch? Wer kann sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern? Mit wem kann ich über meine Ängste reden? Wo erhalte ich psychologische Unterstützung? Wie geht es mit meiner Erkrankung und Behandlung weiter? Als Krebspatient werden Sie in aller Regel bereits stationär im Krankenhaus oder in einer onkologischen Praxis beraten. Im nichtstationären Bereich gibt es sogenannte Krebsberatungsstellen, die Sie zu den unterschiedlichsten sozialrechtlichen Fragen umfassend beraten, Unterstützung bei der Antragstellung erhalten an die jeweils zuständigen Behörden verwiesen werden können.

 

Welche Kosten bzw. Leistungen übernimmt die PKV in der Krebsberatung?

Ab 2020 soll es so geregelt werden, dass die bisher vor allem durch Spenden finanzierte ambulante Krebsberatung von gesetzlichen und privaten Krankenkassen zusammen finanziert wird. Dabei übernimmt die GKV 93 Prozent und die PKV 7 Prozent von gesamt von 21 Millionen Euro, die jährlich dem Förderprogramm von ambulanten Krebsberatungsstellen zur Verfügung stehen sollen.

 

Was die privaten Krankenversicherungen im Bereich medizinischer Behandlung und psychoonkologischer Betreuung für die Betroffenen und Angehörigen übernimmt, ist nicht in einem einheitlichen Leistungskatalog wie in der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt. Vielmehr kommt es für die Betroffenen auf die jeweiligen Tarifbeiträge und die individuellen Vertragsbedingungen an. Beispielsweise ist es so, dass während gesetzlich Versicherte über Lohnfortzahlung und Krankengeld mit 100 bzw. später 70 % des Lohnniveaus rechnen können, Privatversicherte Verdienstausfälle über eine entsprechende Krankentagegeldversicherung absichern müssen.

 

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Im Unterschied zu gesetzlich Versicherten müssen Privatversicherte keine in der Regel keine Zuzahlungen zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln zahlen. Achtung aber, da viele Versicherte einen Selbstbehalt vereinbart haben, der bedeutet, dass sie die Kosten für medizinische Behandlungen, Arzneimittel etc. bis zu einer bestimmten Summe selbst bezahlen.

 

Private Krankenversicherungen erstatten im Allgemeinen medizinisch notwendige Fahrten zu ambulanten wie stationären Gesundheitsdiensten. Hierbei handelt es sich oftmals um Kilometerpauschalen mit einer bestimmten Obergrenze.

 

Im Bereich häusliche Krankenpflege zahlen die privaten Krankenversicherungen meist in gleichem Umfang wie die gesetzlichen Krankenkassen.

 

Die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung entsprechen denen der gesetzlichen Pflegeversicherung.

 

Bei der privaten Krankenversicherung ist die Rehabilitation grundsätzlich nicht eingeschlossen. Einige PKV-Anbieter übernehmen die Kosten jedoch anteilig.

 

In besonderen Notlagen können sich Krebspatienten auch finanzielle Hilfen bei Stiftungen, Verbänden und karikativen Einrichtung holen. Beispielsweise bietet der Härtefond der Deutschen Krebshilfe einen einmaligen Zuschuss an, der an Einkommens- und Vermögensgrenzen gebundenen ist.

 

Exkurs: Welche Leistungen erhalten Versicherte von den gesetzlichen Krankenkassen bei einer Krebsdiagnose

Folgende Kosten werden im Normalfall von den gesetzlichen Krankenkassen in der Krebstherapie übernommen:

 

  • Ärztliche Behandlung, einschließlich Psychotherapie
  • Krankenhausbehandlung
  • Medizinische Rehabilitation und ergänzende Leistungen
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung
  • Stationäre und ambulante Hospizleistungen
  • Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln, ggf. mit Zuzahlungen
  • häusliche Krankenpflege
  • Haushaltshilfe
  • Fahrtkosten, wenn diese aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind (z. B. Chemo- und Strahlentherapie)
  • Krankengeld: dieses beträgt 70 % des erzielten Bruttoeinkommens, maximal aber 90 % des Nettoarbeitsentgelts, Innerhalb von drei Jahren besteht bei derselben Krankheit für maximal 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld

 

Sofern eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für folgende Leistungen je nach Pflegegrad in verschiedenem Umfang:

 

  • Pflegesachleistung
  • Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson
  • Pflegegeld für selbstbeschaffte Pflegehilfen
  • Pflegehilfsmittel
  • Pflegekurse
  • Kurzzeitpflege (bis zu vier Wochen pro Jahr)
  • Ggf. Vollstationäre Pflege

 

Nach welchen Kriterien wähle ich eine private Versicherung aus, die ihren Versicherten auch bei Krebs eine optimale medizinische Versorgung und Krebsberatung bietet?

 

Bei der PKV sind die Leistungen zur Krebsberatung und -behandlung je nach Vertrag sehr individuell geregelt. Manchmal ist der Versicherungsschutz im Ernstfall nicht ausreichend, um die Kosten für Hilfsmittel, Fahrten, Rehabilitation nicht ausreichend.

 

Krebsprävention und -früherkennung sind wichtig und erfolgreich. Daher beginnt hier schon die Auswahl. Die gewünschte PKV sollte Vorsorgeleistungen mindestens auf dem Niveau der gesetzlich eingeführten Programme anbieten – jede darüber hinaus übernommene Leistung ist natürlich umso hilfreicher. Weiterhin kommt es auf Details an wie die Übernahme der Kosten für die Ernährung per Trinknahrung und Sondennahrung über die Arzneimittel sowie für die parenterale Ernährung (vollständige Umgehung des Verdauungstrakts durch Infusionen) über Arzneimittel und Hilfsmittel.

 

Achten sollten Sie auch darauf, die Möglichkeit der Nutzung der privatärztlichen Leistung (Chefarztbehandlung) – wenn möglich über dem Höchstsatz der GOÄ – besteht. Im Hinblick auf eine verordnete Anschlussheilbehandlung kommt es regelmäßig vor, dass eine Antrittsfrist von 28 Tagen nach dem Klinikaufenthalt vereinbart wurde. Manchmal ist dies aus gesundheitlichen Gründen den Privatpatienten nicht möglich, weshalb sie die Frist verpassen und aus der AHB eine Rehabilitationsmaßnahme wird. Diese ist wiederum häufig nicht Bestandteil der tariflichen Leistungen.

 

Falls Sie nicht sicher sind, ob Ihr abgeschlossener Vertrag einen ausreichenden Schutz für Sie auch im Ernstfall bietet, lassen Sie Ihre Unterlagen prüfen und umfassend beraten. KVoptimal.de ist Ihr unabhängiger Versicherungsberater mit jahrzehntelanger Erfahrung. Vor allem im Bereich interner PKV-Tarifwechsel, bei dem Sie ganz unkompliziert in einen anderen, häufig neueren Tarif mit besseren Leistungen wechseln können, um rundum abgesichert zu sein.

 

Fazit

Welche Behandlungskosten werden gezahlt? Wer hilft mir bei der Bewältigung des Alltags, kümmert sich um die Kinder, den pflegebedürftigen Partner, wenn ich gerade nicht kann? Welche Rehabilitationsmöglichkeiten bietet meine Krankenversicherung? Bei einer Krebsdiagnose treten nach dem ersten Schock auf einmal ganz andere Fragen auf. Eine erste Anlaufstelle sind neben den Sozialen Diensten in Krankenhäusern oder onkologischen Praxen vor allem Krebsberatungsstellen. Diese beraten Sie hinsichtlich Ihrer Ansprüche und beantworten Ihre medizinischen, fachlichen und persönlichen Fragen. Was die PKV explizit an Leistungen für Krebspatienten bietet ist im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht einheitlich geregelt. Hier zählt der individuell geschlossene Vertrag zwischen Privatpatient und privater Krankenversicherung. Im Normalfall bietet die PKV mindestens die Leistungen der GKV – angefangen bei der Vorsorge, über die Beratung und eigentliche Behandlung einschließlich der Krankenhausversorgung.

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