Beitragsanpassung 2018/2019

Zum Ende des Jahres verschicken die privaten Krankenversicherer ihre Beitragsinformationen für das kommende Jahr. Folgt man dem Trend der letzten zehn Jahre kommen auf die meisten Privatversicherten ab dem 1. Januar durchschnittliche Beitragssteigerungen in Höhe von etwa drei Prozent zu. Allerdings haben Beitragsanpassungen im zweistelligen Prozentbereich in den letzten Jahren die Statistik etwas verfälscht, sodass anzunehmen ist, dass die tatsächlichen Beitragssteigerungen für viele privat Krankenversicherte deutlich höher ausfallen werden. Bei KVoptimal.de erhalten Sie Informationen zur aktuellen Beitragsentwicklung bei Ihrem Versicherer. Wir erklären hier, wie es überhaupt zu Beitragssteigerungen kommt und welche guten Optionen Sie haben, Ihre Beiträge stabil zu halten.

PKV Beitragserhöhungen

Dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung geht die äußerst sorgfältige und komplexe mathematische Kalkulation der zu versichernden Gesundheitsrisiken voraus. Ihr Versicherer berechnet anhand verschiedener persönlicher Merkmale wie Alter, Gesundheitszustand und individuelle Risiken, gewünschter Leistungsumfang sowie den Verwaltungskosten Ihren individuellen monatlichen PKV-Beitrag. Dieser ist rein theoretisch beitragsstabil über Ihr gesamtes Leben. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass der PKV-Beitrag annähernd jährlich angepasst wird, da äußere, nicht planbare Faktoren Einfluss auf die PKV-Beiträge nehmen und die kalkulierten von den tatsächlichen Leistungsausgaben abweichen.

Wie kommt es zu Beitragsanpassungen? – die wichtigsten Ursachen im Überblick

Wie fast überall, spielen auch bei der Erklärung von Beitragssteigerungen in der PKV immer verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben der Inflation sind Phänomene wie die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase allgemein bekannt, die nicht nur Sparern schadet, sondern auch bei den privaten Krankenkassen Löcher in die Finanzierung reißt. Daneben wirkt sich auch der demographische Wandel, also die steigende Lebenserwartung, auf die Entwicklung der PKV-Beiträge aus. Als dritten Faktor sehen wir die gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit dem medizinischen Fortschritt und innovativen Behandlungsmethoden, die finanziert werden müssen.

Unser Fazit: Während die Leistungen in der privaten Krankenversicherung ein Leben lang garantiert werden, gilt dies nicht für den monatlichen PKV-Beitrag. Beruhigend ist jedoch zu wissen, dass die PKV-Anbieter nicht willkürlich ihre Beiträge anheben dürfen. Im Gegenteil: Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt genau, dass die Beiträge nur dann erhöht werden dürfen, wenn die tatsächlichen Gesundheitsausgaben die kalkulierten um mindestens 10 Prozent übersteigen beziehungsweise, wenn sich die angenommene Sterbewahrscheinlichkeit um mehr als 5 Prozent erhöht.

Niedrigzinsphase: gesunkene Zinsen für Ihre Altersrückstellungen

Angesichts der fehlenden Zinseinnahmen als Folge der Niedrigzinsphase müssen die privaten Krankenversicherungen nach neuen Möglichkeiten suchen, um am Kapitalmarkt ihre kalkulierten Renditeziele zu erreichen. Ihr Versicherer investiert nämlich einen Teil Ihrer Beiträge wie die sogenannten Altersrückstellungen, um steigende Kosten im Alter zu finanzieren. Werden weniger Zinserträge erwirtschaftet als angenommen, muss die Lücke durch Beitragsanpassungen geschlossen werden.

Hinter den Altersrückstellungen steckt der Gedanke, frühzeitig höhere PKV-Beiträge zu bezahlen – auch wenn man sie noch nicht in Anspruch nimmt – um diese auch im Alter, wenn man höhere Kosten verursacht, dennoch niedrig zu halten. Es handelt sich um gesetzlich vorgeschriebene Rücklagen, die der Versicherer bildet und verzinst.

Gestiegene Kosten für neue, medizinische Behandlungen

Medizinischer Fortschritt hat seinen Preis. Wenn Pharmaunternehmen neue Medikamente oder Mediziner neue Behandlungsmethoden entwickeln und zur Zulassung bringen, vergehen nicht selten Jahrzehnte. Diese Kosten sind abseits von steigenden Ärztehonoraren und der allgemeinen Kostensteigerung, eine Art medizinischen Inflation, schwer absehbar geschweige denn kalkulierbar. Andererseits möchte kein Versicherter auf die neuesten medizinischen Entwicklungen bei seiner Behandlung verzichten. Also verursachen auch steigende medizinische Kosten Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung.

Steigende Lebenserwartung

Die Altersrückstellungen, die jeder Privatversicherte bildet, sind ein bewährtes Instrument, die PKV-Beiträge auch im Alter stabil zu halten. Doch sie müssen bis an das Lebensende reichen.
Steigt jedoch die Lebenserwartung kontinuierlich an und müssen die Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes, die wiederum eine wichtige Kalkulationsgrundlage sind, entsprechend angepasst werden, so steigt zwangsläufig auch der PKV-Beitrag.

Interner Tarifwechsel und weitere Optionen bei zu hohen PKV-Beiträgen

Bei der Auswahl der eigenen privaten Krankenversicherung lohnt es sich, auf die Beitragsentwicklung der einzelnen Krankenkassen zu schauen. Sind die Beiträge dauerhaft stabil, ist das ein Indiz dafür, dass der Versicherer bisher gut kalkuliert und effizient wirtschaftet. Manche Versicherer vergeben sogar zeitgebundene Beitragsgarantien.

Grundsätzlich empfehlen wir, den eigenen Vertrag alle fünf Jahre von unabhängigen Versicherungsexperten überprüfen zu lassen. Die wichtigste Option für Sie, wenn Sie mit immer höher steigenden PKV-Beiträgen konfrontiert werden, ist der interne Tarifwechsel. Wir stellen für Sie fest, ob sich der Wechsel in einen jüngeren Tarif für Sie rechnet. Nicht selten profitieren Sie nicht nur von niedrigeren PKV-Beiträgen, sondern erhalten auch entweder gleiche oder sogar bessere Leistungen.

Mit einem internen Tarifwechsel entgehen Sie der zunehmenden Überalterung in alten, geschlossen Tarifen. Viele Privatversicherte wissen nicht, dass sie durch ihr Tarifwechselrecht laut VVG jederzeit ohne Verlust der Altersrückstellungen oder sonstiger erworbenen Rechte in einen anderen Tarif bei ihrer privaten Krankenkasse wechseln können.

Auch durch die Erhöhung des Selbstbehalts können Sie die Höhe Ihres PKV-Beitrags unter Umständen deutlich senken. Nicht so planbar, aber ein ähnliches Sparpotential bieten Beitragsrückerstattungen, die von Versicherung zu Versicherung verschieden sind. Hier erstattet die private Krankenkasse Beiträge, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen abgerechnet wurden, also zum Beispiel keine Arztrechnungen eingereicht wurden.
Abhängig von Ihren Vertragsbedingungen kann sich für Sie die Umstellung auf Jahreszahlung des PKV-Beitrags mit entsprechend eingeräumtem Rabatt lohnen.