Wer sich privat krankenversichern möchte, muss im Antrag zahlreiche Angaben machen. Neben persönlichen Daten stehen dabei vordergründig die Gesundheitsfragen im Mittelpunkt. Hier entstehen häufig Fehler, die später zu Zuschlägen, Leistungsausschlüssen oder sogar einer Ablehnung führen können.
Deshalb gilt: Stellen Sie keine willkürlichen Anträge in der privaten Krankenversicherung, sondern nur dann, wenn vorab realistisch geprüft wurde, wie ein Versicherer Ihren Fall bewertet.
Warum die Antragstellung in der PKV so wichtig ist
Um in eine private Krankenversicherung aufgenommen zu werden, müssen verschiedene Fragen beantwortet werden.
Dazu gehören unter anderem:
- persönliche Daten wie Name, Anschrift und Geburtsdatum
- Angaben zur bisherigen Krankenversicherung
- Bankverbindung für das SEPA-Lastschriftmandat
- Steuer-ID für die steuerliche Berücksichtigung der Beiträge
- Gesundheitsfragen zu Behandlungen, Diagnosen und Beschwerden
- Einwilligungen zu Datenschutz, Schweigepflichtentbindung und Datenverarbeitung
Viele dieser Angaben haben keinen Einfluss auf die Annahmeentscheidung. Entscheidend sind meist die Gesundheitsangaben und eine weitere Frage, die in vielen Anträgen gestellt wird:
Wurden frühere Anträge auf private Krankenversicherung bereits abgelehnt oder erschwert angenommen?
Wichtiges zuerst
Ein PKV-Vertrag kommt auf privatwirtschaftlicher Basis zustande. Das bedeutet: Jeder Versicherer kann eigene Annahmerichtlinien festlegen.
Während Versicherer A einen Antrag ohne Zuschlag annimmt, kann Versicherer B denselben Antrag ablehnen oder nur mit Risikozuschlag akzeptieren.
Für Kunden ist das oft schwer vorhersehbar. Genau deshalb ist eine unüberlegte Antragstellung problematisch.
Wird ein Antrag abgelehnt und Sie stellen danach bei einem anderen Versicherer einen neuen Antrag, wird die Frage nach früheren Ablehnungen relevant.
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So sehen die Fragen der Versicherer aus
Viele Versicherer fragen im Antrag ausdrücklich nach früheren Ablehnungen, Zurückstellungen oder besonderen Bedingungen.
Beispiele dafür sind unter anderem:
- Bayerische Beamtenkrankenkasse (VKB / BBKK)
- Union Krankenversicherung (UKV)
- Süddeutsche Krankenversicherung (SDK)
- Barmenia
- Signal Iduna

Barmenia:

Signal Iduna:

Was bezweckt der Versicherer mit dieser Frage?
Der Versicherer möchte Risiken besser einschätzen.
Wurde ein Antrag bereits bei einem anderen Unternehmen abgelehnt, entsteht aus Sicht des neuen Versicherers häufig zusätzlicher Prüfungsbedarf.
In der Praxis wird oft nicht im Detail untersucht, warum eine frühere Ablehnung erfolgte. Stattdessen wird das Risiko insgesamt kritischer bewertet.
Das kann dazu führen, dass weitere Versicherer ebenfalls ablehnen oder nur erschwerte Bedingungen anbieten.
Vereinfacht gesagt:
Wer einmal ohne Vorbereitung abgelehnt wurde, verschlechtert häufig seine Ausgangslage für weitere Anträge.
Das empfiehlt der PKV-Verband:

Viele Interessenten orientieren sich an allgemeinen Empfehlungen des PKV-Verbandes oder an Aussagen einzelner Anbieter.
Die Praxis zeigt aber: Ohne individuelle Vorprüfung ist das Risiko unnötiger Ablehnungen hoch. Bei Vorerkrankungen oder unklarer Gesundheitshistorie sollte nicht direkt ein offizieller Antrag gestellt werden.
Das raten wir Ihnen
Lassen Sie es möglichst gar nicht erst zu einer Ablehnung kommen.
Der bessere Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage (RVA).
Dabei werden Ihre Daten anonymisiert und unter realistischen Bedingungen bei passenden Versicherern geprüft. Sie erfahren vorab:
- welche Versicherer Versicherungsschutz anbieten würden
- ob Zuschläge drohen
- ob Ausschlüsse verlangt werden
- welche Gesellschaften nicht infrage kommen
So können Sie die Spreu vom Weizen trennen und gezielt dort einen offiziellen Antrag stellen, wo gute Erfolgsaussichten bestehen.
Achtung: Die Qualität der Angaben entscheidet
Das Ergebnis einer Risikovoranfrage ist nur so gut wie die gemachten Angaben.
Achten Sie deshalb darauf, dass Gesundheitsfragen vollständig und korrekt beantwortet werden. Gleiches gilt später für den offiziellen Antrag.
Fehlende oder falsche Angaben können später zu Problemen führen, z. B. bei Leistungsprüfungen oder Vertragsänderungen.
Abschließend zusammengefasst
Vermeiden Sie spontane oder unüberlegte Antragstellungen in der privaten Krankenversicherung.
Ein offizieller Antrag sollte idealerweise erst dann gestellt werden, wenn das zu erwartende Ergebnis bereits vorab geprüft wurde.
So lassen sich Ablehnungen, unnötige Zuschläge und spätere Schwierigkeiten häufig vermeiden.
Experten-Tipp
Nicht nur der Gesundheitszustand kann ein Ablehnungsgrund sein. Auch Bonität, offene Forderungen oder Negativmerkmale können eine Rolle spielen. Manche Versicherer prüfen hierzu externe Wirtschaftsauskunfteien.
Wer seine Ausgangslage kennt und professionell vorbereitet in den Antrag geht, verbessert seine Chancen deutlich.



