Auf den ersten Blick sind Indexpolicen, die fast immer als indexgebundene Rentenversicherungen verkauft werden den klassischen Lebensversicherungen sehr ähnlich. Denn auch hier werden die Beiträge der Versicherten von den Versicherern vorrangig in festverzinsliche Wertpapiere – ausschließlich im Sicherungsvermögen (Deckungsstock) des Versicherers – investiert. Anders als bei der klassischen Lebensversicherung werden bei indexgebundenen Rentenversicherungen keine garantierten Mindestzinse zugesichert. Der Versicherte erhält nur die Sicherheit, am Ende der Ansparphase mindestens die Summe zurück zu erhalten, die er in Form der monatlichen Prämien eingezahlt hatte. Ein Minusgeschäft kann der Kunde also nicht machen, aber er erhält auch keine garantierte Rendite.

 

Die Idee hinter den recht neuen Finanzprodukten, den Indexpolicen, ist die, dass wieder mehr Versicherte für die zuletzt in Verruf geratenen Lebensversicherung gewonnen werden sollen. Auch bieten Indexpolicen eine gute Möglichkeit, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Versicherungen endlich zu wagen.

 

Der Versicherte kann bei Indexpolicen Einfluss darauf nehmen, worin seine Sparbeiträge bzw. die die Überschussbeteiligung investiert werden sollen. Dabei wählt er aus, ob er mit seinem Guthaben an einem Index (z. B. Euro Stoxx 50, Dax etc. partizipieren möchte (Der Euro Stoxx 50 enthält die 50 führenden Aktien aus der Eurozone, weshalb er in den meisten Indexpolicen Referenzindex ist) oder ob sein Guthaben mit der deklarierten Verzinsung des Versicherers verzinst werden soll, was einer sogenannten „sicheren Verzinsung“ entspricht.

 

Während bei der Variante eins, der Indexbeteiligung, der Versicherte aktiv an Kapitalmärkten teilhaben kann und dadurch von etwas höheren Renditechancen profitiert, ähnelt die sichere Verzinsung einer klassischen Police ohne garantierte Mindestverzinsung. Was die Indexbeteiligung noch attraktiver macht, ist die Tatsache, dass diese Produkte eine endfällige Garantieleistung wie der anteilige Erhalt der Bruttobeiträge versprechen. Außerdem werden Gewinne jedes Jahr gesichert (Lock-in). Der Clou von Indexpolicen ist aber, nicht nur die Überschüsse an der Wertentwicklung des gewählten Indexes partizipieren, sondern das gesamte angesammelte Sparguthaben – ohne dass das Vertragsguthaben das Sicherungsvermögen verlässt. Dies wird möglich, indem der Versicherer das Geld aus der Überschussbeteiligung nicht direkt in Indexanteile steckt, sondern Indexoptionen bezogen auf das Vertragsguthaben kauft.

 

Es ist sogar möglich, mehr als die Überschüsse für die Indexbeteiligung einzusetzen. Einige Anbieter haben in ihrem Portfolio spezielle Indexpolicen mit einer erhöhten Indexbeteiligung („Index-Turbo“), die es möglich machen, die Partizipation am Index zu erhöhen. Zusätzlich zu den Überschüssen werden auch Anteile des Sparguthabens für den Optionskauf verwendet – eine Chance auf höhere Rendite mit einem erhöhten Risiko für den Versicherten: In guten Börsenjahren profitiert der Versicherte von höheren Renditegutschriften aus der Indexbeteiligung. In schlechten Börsenjahren verliert er neben den Überschüssen zusätzlich die eingesetzten Teile des Vertragsguthabens.

 

Der Versicherte kann bei Indexpolicen jedes Jahr neu entscheiden, ob er mit den Überschussbeteiligungen in Aktien investiert (Indexbeteiligung) oder ob er bei der traditionellen Überschussbeteiligung (sichere Verzinsung) bleiben möchte.

 

Fazit Indexpolicen

Durch eine Partizipation an den Kapitalmärkten sind Indexpolicen in der Lage, mit dem eingesetzten Kapital mehr Rendite zu erwirtschaften als klassische Rentenversicherungen. Indexpolicen bieten dabei ein hohes Maß an Sicherheit. Grundsätzliche Vorteile von Indexpolicen sind, dass der Versicherte keine Anlageentscheidungen treffen muss und dass durch Verwendung bekannter Indizes Transparenz herrscht. Weiterhin trägt der Versicherte keine Verlustrisiken für die Beiträge oder die Zuwächse der Vorjahre, da diese ja gesichert sind.

Welche Bedeutung nehmen Indexpolicen (Indexgebundene Rentenversicherungen) ein?

Klassische Lebensversicherungsprodukte haben erheblich an Attraktivität verloren, da sie salopp gesprochen für Versicherte kaum noch etwas abwerfen. Schuld sind die anhaltenden Niedrigzinsen und teilweise auch die hohen Kosten für die Verwaltung. Daher haben viele, auch gestandene Versicherer sie aus ihrem Angebot entfernt – und einige versuchen sogar, ihren Stamm an Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

 

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Im Gegenzug haben mittlerweile viele Versicherungen ein Index-Produkt im Portfolio. Damit begegnen sie der Nachfrage von Kunden, die sicherheitsorientiert sind, aber nach Produkten suchen, mit denen sie wieder stärker von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten profitieren wollen – also eine merkliche Rendite und solide Altersabsicherung erhalten. Laut einer Umfrage vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) bieten etwa drei Viertel aller beteiligten Vermittler Indexpolicen an. Aktuell können bei 19 Lebensversicherungsunternehmen Indexpolicen abgeschlossen werden (Stand 2019).

Wie erfolgversprechend sind Indexpolicen?

Der Erfolg von Indexpolicen lässt sich nur mittel- bis langfristig seriös ermitteln. Die Rendite einer Indexpolice hängt immer davon ab, wie die monatlichen Gewinne oder Verluste des Indexkurses waren: Während monatliche Verluste voll in die Renditebetrachtung eingehen, tragen monatliche Steigerungen nur begrenzt zur Erhöhung des Vertragsguthabens bei. Wie kommt das? Gewinne werden fest gedeckelt mit einem sogenannten Cap oder seltener einer Quote. Was auf den ersten Blick ungerecht erscheint, ist sozusagen der Preis dafür, dass das eingezahlte Sparguthaben (die monatlichen Beiträge) jederzeit erhalten bleiben. So zahlt der Versicherte indirekt für die sicheren Indexoptionen, die sehr kostspielig sind.

 

Bsp. Indexpolicen und ihre Parameter

AnbieterAllianzR+VLV 1871StuttgarterVolkswohlbund
      
TarifIndexSelectIndexinvestRente Index Plus RT1iIndex-SafeKlassik modern
IndexEuro Stoxx 50Euro Stoxx 50Euro Stoxx 50Stuttgarter M-A-X (eigener Index)Dax / Dax Risk Control 10 / Euro Stoxx 50
Begrenzung (derzeitige Höhe)Cap (4,1 %)Cap (2,25 %)Cap (2,5 %)Quote (57 %), wird jährlich neu festgelegtDax Quote 59 % / Dax Risk Control 10 Quote 76 % / Euro Stoxx Quote 73 %
Rendite-Betrachtungmonatlichmonatlichmonatlichjährlichmonatlich
Garantiezins--0,90%--

Quelle: KVoptimal.de, Zahlen ohne Gewähr

Welche Renditen wurden in der Vergangenheit erzielt? – Renditen indexgebundener Rentenversicherungen 2018

 

Nachdem das Börsenjahr 2018 wegen der schlechten allgemeinen Kapitalmarktentwicklung und den stark schwankenden Aktienmärkten eher unterdurchschnittlich war, ging es 2019 steil bergauf. So legte der Dax beispielsweise über 25 Prozent zu, was auch bei den indexgebundenen Rentenversicherungen (Indexpolicen) dazu führte, dass sie mehrheitlich wieder positive Indexrenditen einfuhren.

 

Hier finden Sie die Renditen relevanter Indexpolicen für 2018 und 2019 im Vergleich:

2018

Übersicht 2018

Marktüberblick über die tatsächlich erzielten maßgeblichen Indexrendite, deren Indexjahr in 2018 endete (Quelle: IVFP)

 

2019

Übersicht 2019

Marktüberblick über die tatsächlich erzielten maßgeblichen Indexrendite, deren Indexjahr in 2019 endete (Quelle: IVFP)

 

Fazit aktuelle Renditen der relevanten Indexpolicen

Die Indexjahre mit einer Rendite von null Prozent, in der Übersicht in Rot, sind bei Indexpolicen nicht ungewöhnlich und zählt zum typischen Verlauf von Indexrenditen. Die historische Rückschau zeigt sogar deutlich, dass es durchschnittlich jedes zweite Jahr keine Renditegutschrift aus der Indexpartizipation gab. Hingegen fielen die anderen Jahre häufig sogar überdurchschnittlich gut aus, weshalb die Versicherten nicht nur von einem Ausgleich der „Nullerjahre“, sondern von einer durchschnittlichen Rendite von knapp fünf Prozent profitieren konnten. Es lohnt sich also, mit einer Indexpolice langfristig zu denken.

 

Im Vergleich Indexbeteiligung gegenüber sichere Verzinsung hat das IFVP berechnet, dass sich eine Beteiligung am Index der klassischen sicheren Verzinsung in den meisten Fällen lohnen würde. Den Mehrertrag einer Indexpartizipation gegenüber der sicheren Verzinsung beziffern sie mit durchschnittlich etwa einem Prozentpunkt pro Jahr.

 

Für wen eigenen sich Indexpolicen?

Indexpolicen sind die richtige Wahl für Kunden mit einem stärkeren Bedürfnis nach Sicherheiten, da bei Indexpolicen die eingezahlten Beiträge vollständig in das Sicherungsvermögen des Anbieters einfließen und am Versicherungsende garantiert ausgezahlt werden. Aufgrund der die jährlichen Wahlmöglichkeit, seine Indexpolice auch am Index zu beteiligen, erhält der Versicherte zudem die Möglichkeit, im Vergleich zu den aktuellen Konditionen der klassischen Rentenversicherung eine höhere Rendite zu erreichen. Dabei ist allerdings eine regelmäßige Beteiligung am Index immer die Voraussetzung.

 

Daher sind Indexpolicen kein Produkt für Wechselfreudige: Als Faustformel lässt sich sagen, dass das Finanzprodukt erst über einen Zeitraum von 12 bis 15 Jahren profitabel wird. Das liegt vor allem an den mehr oder weniger starken Schwankungen des Aktienmarkts, der einen starken Zuwachs, aber auch enorme Verluste bedeuten kann. Um das Risiko auszugleichen und wie oben in der Übersicht von 2019 dargestellt am Ende mit einem zumindest moderaten Plus zu enden, sollte das Geld über einen längeren Zeitraum angelegt werden.

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