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Kann mein Kind von der PKV in die GKV wechseln?

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Anja Glorius
9. Januar 2026
Kann mein Kind von der PKV in die GKV wechseln?

Flexibilität wünschen sich viele – auch bei der Wahl der Krankenversicherung. Die private Krankenversicherung (PKV) mit ihren verbesserten Leistungen gegenüber der gesetzlichen Krankenabsicherung bietet häufig einige Vorteile. Und möglicherweise auch Nachteile: Anders als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sieht die private keine beitragsfreie Familienversicherung vor, was für Familien zum Kostenfaktor werden kann, wenn sie für jedes privat versicherte Kind eine eigene Versicherung abschließen müssen. Darüber hinaus fürchten Eltern, dass ihr Kind nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren kann, wenn es einmal privat versichert ist. Lesen Sie hier mehr darüber, wann ein Kind von der PKV in die GKV wechseln kann und was dabei zu beachten ist.

PKV oder GKV? Bei welchem Elternteil sollte man das Kind versichern?

Um zu klären, wann ein Kind von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann, ist zunächst zu prüfen, ob eine Versicherungspflicht in der PKV vorliegt. Ob ein Kind gesetzlich oder privat versichert werden kann, hängt vom Versicherungsstatus, Einkommen und Familienstand der Eltern ab. 

Eindeutig ist es, wenn beide Eltern gleich versichert sind:

  • Sind beide Eltern gesetzlich versichert, ist das Kind kostenlos familienversichert in der GKV, meist in der Kasse des besserverdienenden Elternteils 
  • Sind beide Eltern (freiwillig) gesetzlich versichert, ist das Kind kostenlos familienversichert in der GKV 
  • Sind beide privat versichert, muss auch das Kind privat versichert werden.  

Komplizierter wird es, wenn ein Elternteil privat und das andere gesetzlich versichert sind (gilt nicht für Unverheiratete oder Unverpartnerte): 

  • Verdient das gesetzlich versicherte Elternteil mehr, kann das Kind kostenlos familienversichert
  • Verdient das privat versicherte Elternteil oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026 liegt diese bei 77.400 Euro), muss das Kind privat versichert werden oder als freiwilliges Mitglied in die GKV
  • Verdient das privat versicherte Elternteil unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, ist das Kind kostenlos familienversichert in der GKV

Gerade, wenn die Einkommen im Grenzbereich der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, lohnt es sich, mindestens jährlich zu prüfen, ob Anspruch auf die gesetzliche Familienversicherung bestehtund ein Wechsel möglich wird. Grundsätzlich ist es für privat versicherte Kinder möglich, später in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

Wie kann mein Kind von der PKV in die GKV wechseln?

Ein Kind kann von der PKV in die GKV wechseln, wenn eine dieser Regelungen entfällt: 

  • Für das Kind muss ein Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen oder
  • Es tritt eine Versicherungspflicht in der GKV ein

Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich die Einkünfte des privat versicherten Elternteils ändern und dauerhaft unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Oder sobald der gesetzlich versicherte Partner mehr verdient als der privat versicherte Elternteil. Dann kann das Kind in die kostenlose Familienversicherung der GKV aufgenommen werden. Eine Absicherung in der Krankenkasse ist außerdem möglich, wenn sich die Einkommensverhältnisse des Nachwuchses ändern: Tritt das Kind eine Berufsausbildung oder ein duales Studium an, entsteht eine Versicherungspflicht und der Wechsel in die Krankenkasse ist problemlos möglich. Allerdings kann sich der Nachwuchs zu Beginn des Studiums auch von der Versicherungspflicht befreien lassen und in der PKV bleiben. 

Privat versichern zum Studium – Voraussetzungen, Ablauf, Vorteile und Kosten lesen Sie hier!

In folgenden Situationen können Kinder von der PKV in die GKV wechseln 

  • Die Einkünfte des privat versicherten Elternteils ändern sich und/oder der gesetzlich Versicherte Partner verdient mehr 
  • Das Kind nimmt eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder eine duale Berufsausbildung auf 
  • Das Kind beginnt ein Studium, wodurch eine eigene Versicherungspflicht entsteht 
  • Die Eltern lassen sich scheiden oder der privat versicherte Elternteil verstirbt 

Bei welchem Elternteil sollte man das Kind nach einer Trennung versichern? 

Nach der Scheidung ergeben sich möglicherweise am Versicherungsstatus der Eltern Änderungen, die sich auch auf die Krankenversicherung der Kinder auswirken können. 

FAMILIENSITUATION NACH SCHEIDUNG OPTIONEN ZUR KRANKENVERSICHERUNG VON KINDERN 
Beide Elternteile bleiben privat versichert  Das Kind bleibt weiterhin in der PKV  
Beide Elternteile bleiben gesetzlich versichert  Das Kind bleibt weiterhin in der kostenlosen Familienversicherung der GKV. Einige private Krankenversicherungen bieten einen Versicherungsschutz ab Geburt an, auch wenn die Eltern gesetzlich versichert sind. 
Das Kind lebt beim gesetzlich versicherten Elternteil Das Kind bleibt weiterhin in der kostenlosen Familienversicherung.   
Das Kind lebt beim privat versicherten Elternteil  Das Kind muss privat versichert werden, eine kostenlose Familienversicherung oder freiwillige Versicherung in der GKV des anderen Elternteils ist ggf. auf Antrag möglich.  

Wer zahlt für die private Krankenversicherung der Kinder? Das und mehr zum Thema lesen Sie hier!

Fristen: Das ist beim Wechsel in die GKV zu beachten

Wenn ein Kind von der GKV in die PKV wechselt, gelten dieselben Fristen wie für Erwachsene. Tritt beispielsweise eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ein, lässt sich die PKV binnen drei Monate ab Eintritt der Versicherungspflicht kündigen. Und zwar rückwirkend zum Eintrittszeitpunkt. Für die Kündigung muss neben dem Kündigungsschreiben ein Nachweis über eine nahtlose Folgeversicherung eingereicht werden. Der Nachweis muss innerhalb von zwei Monaten nach Mitteilung durch den Versicherer zur Kündigung erfolgen. Können die Versicherten keine nahtlose Folgeabsicherung vorweisen, gilt das Kündigungsschreiben als unwirksam und die PKV bleibt bestehen.

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Gründe zu bleiben: Welche Vor- und Nachteile hat eine private Krankenversicherung für Kinder?

In der privaten Krankenversicherung können auch Kinder von individuell zusammenstellbaren und häufig umfangreicheren Leistungen profitieren. Auch der Zugang zu Fachärzten und höhere Leistungen im Bereich Kieferorthopädie können attraktiv sein. Im Gegensatz zur beitragsfreien Familienversicherung in der GKV ist die private Krankenversicherung für Kinder mit monatlichen Kosten pro Kind verbunden. Kindertarife sind allerdings meist deutlich günstiger als die für Erwachsene. 

Kategorie Vorteil  Nachteil  
Leistungsumfang Bessere Leistungen: Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Zahnersatz ohne Limits Nicht alle Leistungen automatisch enthalten – abhängig vom gewählten Tarif 
Zahnarzt Hochwertige Zahnbehandlungen & Kieferorthopädie oft vollständig abgedeckt Kieferorthopädie muss ggf. separat versichert werden (Zusatzbeitrag) 
Wartezeiten Kürzere Wartezeiten beim Facharzt, da Privatpatienten häufig bevorzugt werden Bei Vorerkrankungen können Wartezeiten oder Ausschlüsse vereinbart werden 
Beitragshöhe Kinder können beitragsgünstig versichert werden, wenn einElternteil privatversichert ist Jedes Kind braucht eine eigene Versicherung 
Gesundheitsprüfung Im Kindesalter meist problemlos, da Kinder selten Vorerkrankungen haben Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder sogar zur Ablehnung führen 
Flexibilität Freie Arztwahl ohne Überweisungspflicht Der Wechsel zurück in die GKV ist schwierig und oft nur bei einer Einkommensänderung möglich 
Beitragsentwicklung Gute Tarife mit stabilen Beiträgen in jungen Jahren möglich Beiträge steigen kontinuierlich, aber im Schnitt weniger stark als in der GKV, Rücklagen bilden ist wichtig 
Versorgungsqualität Die PKV zahlt ggf. für modernere Behandlungsmethoden  
Bürokratie Individuelle Tarifgestaltung ermöglicht für einen Schutz je nach Bedarf Ein größerer Verwaltungsaufwand, weil Rechnungen selbst bezahlt und zur Erstattung eingereicht werden müssen 

Hinweis: Die Entscheidung für eine PKV sollte individuell geprüft werden. Eine Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler wird empfohlen.

Für wen ist eine private Krankenversicherung für Kinder sinnvoll?  

Eine private Krankenversicherung für Kinder bietet sich vor allem dann an, wenn mindestens ein Elternteil bereits privat versichert ist, das Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt oder ein Anspruch auf Beihilfe besteht. Beamtenfamilien profitieren von den Beihilfeleistungen und den günstigen Beamtentarifen auch für ihren Nachwuchs. Gutverdienende Angestellte in der PKV können ihre Kinder von Anfang an, ohne Wartezeiten und Gesundheitsprüfung umfangreicher als in der Gesetzlichen versichern, inklusive Einbettzimmer und Rooming-in, Zahnspangen, freie Arztwahl sowie umfassende Vorsorgeuntersuchungen oder Heilpraktiker-Behandlungen. 

Kostenfaktor PKV? So viel kostet eine private Krankenversicherung für Kinder

Günstige private Kinder- und Jugendtarife gibt es bereits ab 100 Euro. Wie viel eine Versicherung im Einzelfall kostet, hängt wie allgemein in der PKV vom Eintrittsalter und dem gewünschten Leistungsumfang ab – und dem gewählten Tarif. Hier lässt sich der Wettbewerb der PKV-Anbieter in Deutschland nutzen: Wer vergleicht, findet geeignete Tarife zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Allgemeinen sind Kindertarife in der PKV günstiger, weil noch keine Altersrückstellungen gebildet werden und neben Vorsorgeuntersuchungen im Schnitt kaum Kosten entstehen. 

Ist die private Krankenversicherung für Kinder beitragsfrei?  

Eine kostenlose Mitversicherung bei einem Elternteil wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der privaten nicht. Allerdings ist die verpflichtende Pflegeversicherung über ein privatversichertes Elternteil kostenlos einschließbar. Sonst muss für jedes Kind eine separate private Krankenversicherungspolice abgeschlossen werden. Es gibt verschiedene Zuschüsse, die Familien entlasten können. So können Beschäftigte den Arbeitgeberzuschuss zur Zahlung der Beiträge der privat versicherten Kinder einsetzen. Das gilt nur dann, wenn der eigene Zuschuss nicht bereits den Höchstbetrag 508,59 Euro (Stand: 2026) voll ausschöpft. Sonst kann die Differenz auf die privat versicherten Kinder verteilt werden. Kinder von Verbeamteten profitieren von erhöhten Beihilfeleistungen, die 80 Prozent der beihilfefähigen Kosten abdeckt. Selbstständige müssen die Kosten für die Versicherung ihres Nachwuchses komplett allein tragen. 

Wer zahlt Verdienstausfall bei Kind krank?

Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes, haben Eltern das Recht, ihr privat versichertes krankes Kind für fünf Tage im Jahr bei laufendem Gehalt selbst zu betreuen. Der Arbeitgeber muss den Lohn weiterzahlen, wenn das Kind jünger als acht Jahre ist. Ausnahmen können bestehen, wenn Tarif- oder Arbeitsverträge eine andere Regelung vorsehen. Unabhängig davon können Eltern ihr Recht auf unbezahlte Freistellung ausüben. Bei Erkrankung eines privat versicherten Kindes unter zwölf Jahren besteht ein Anspruch auf zehn Arbeitstage im Jahr bzw. maximal 25 Tage für alle Kinder. Alleinerziehende haben einen erhöhten Anspruch mit 20 Arbeitstagen im Jahr pro Kind bzw. 50 Arbeitstagen insgesamt. 

Ist eine spätere Rückkehr in die PKV möglich?

Wenn es die Umstände zulassen, ist ein Wechsel von der PKV in die GKV für Kinder unkompliziert. Anders verhält es sich jedoch umgekehrt. Möchte das Kind später wieder in die private Krankenversicherung zurückkehren, muss es eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Außerdem zahlt es aufgrund des höheren Eintrittsalters auch einen höheren Beitrag

Eine Rückkehr in die PKV ist zudem nur möglich, wenn das Kind die dafür vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt. So muss es ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze beziehen, selbstständig sein oder sich beispielsweise während des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen können. Weitere Informationen, wann die Aufnahme in die private Krankenversicherung möglich ist, gibt es hier

Neugeborene können übrigens ohne Gesundheitsprüfung in die PKV eines Elternteils aufgenommen werden. Dabei heißt es schnell reagieren, denn die Option Kindernachversicherung muss innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt erfolgen und wirkt rückwirkend. Der Versicherungsschutz beginnt sofort ohne Wartezeiten. 

Fazit: Ein Wechsel von der PKV in die GKV für Kinder ist möglich – und muss durchdacht sein

Die private Krankenversicherung bietet viele Vorteile. Der Versicherungsschutz ist im Regelfall besser als die Absicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Und für Kinder gibt es spezielle Tarife, die für einen geringen Beitrag eine gute Krankenabsicherung ermöglichen. Allerdings können sich die Kosten bei mehreren Kindern auch summieren. Dennoch sollte der Wechsel eines Kindes von der PKV in die GKV gut durchdacht und nicht voreilig entschieden werden.

Und noch was: Um die Leistungslücken als Kassenpatient zu schließen, bietet sich eine private Krankenzusatzversicherung an. Damit lassen sich einige der Vorzüge von der Privatversicherung erhalten. Sprechen Sie uns gerne an und vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Experten. Gemeinsam finden wie die optimale Krankenabsicherung für Ihren Nachwuchs.

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